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Kirchenasyl

Kirchenasyl in Büchenbeuren beendet


Das Kirchenasyl für einen jungen Asylbewerber aus Somalia in den Hunsrücker Kirchengemeinden Kirchberg und Büchenbeuren ist nach knapp fünf Monaten beendet worden. Der mutmaßlich 17-Jährige ist am Donnerstag in einer Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht worden.
 


"Das halte ich für eine ganz ausgezeichnete Lösung", heißt es in einem Schreiben des Kirchberger Pfarrer Christian Hartung. Auf Seite der Kirchengemeinden seien alle mit dem Fall befassten Personen glücklich über die Entwicklung.

Nach einem monatelangen Tauziehen zwischen Kirche und der Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises habe das dortige Jugendamt auf eine weitere Alterseinschätzung des Somaliers verzichtet. Der Fall des Flüchtlings hatte im Mai für Schlagzeilen gesorgt, als der junge Mann, der keinen Pass besitzt, nach Italien abgeschoben werden sollte. Dort hatte er zuerst das Territorium der EU erreicht. Als Minderjähriger wäre er vor einer Abschiebung geschützt gewesen, allerdings hatten die Behörden sein Alter auf 19 Jahre festgelegt.

Nach seiner Aufnahme im Kirchenasyl hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) dem Asylbewerber eine lediglich einwöchige Frist gesetzt, um eine Original-Geburtsurkunde aus Somalia zu beschaffen. Der Kreis stellte der evangelischen Kirchengemeinde ein Ultimatum und kündigte die polizeiliche Räumung des Kirchenasyls nach Ablauf der Wochenfrist an. Das Vorgehen der Behörden stieß auf Kritik der Kirche, zumal fast zeitgleich ein weiteres Kirchenasyl in Ludwigshafen von der Polizeieinsatz aufgelöst wurde. Schließlich schaltete sich das Mainzer Integrationsministerium in den Fall ein und wies den Kreis an, auf Zwangsmaßnahmen vorerst zu verzichten.

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ekir.de / epd / 30.06.2017



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