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Kircheneintrittsstelle Neuss Ein Team vor allem mit ehrenamtlichen Kräften betreut die Kircheneintrittsstelle in Neuss.

Neuss

Qualifiziert für den Kircheneintritt

Eine neue Kircheneintrittsstelle in der rheinischen Kirche hat am Samstag im Haus der Diakonie in Neuss eröffnet. Die Eintrittsstelle des Verbandes der evangelischen Kirchengemeinden in Neuss setzt erstmals auch auf speziell qualifizierte ehrenamtlich Mitarbeitende.

In einem Gottesdienst mit Verbandspfarrer Sebastian Appelfeller, der Leiterin der Kircheneintrittsstelle, Pfarrerin Eva Brügge, und dem landeskirchlichen Dezernenten Joachim Müller-Lange wurden die zehn Mitarbeitenden mit ihrem Dienst beauftragt. Ein pensionierter Pfarrer, ein Diakon, Prädikanten, Presbyterinnen und Presbyter sowie andere mit Erfahrungen aus dem Gemeindeleben gehören laut Eva Brügge dazu.

Ein offenes Haus zentral gelegen

„Sie haben eine gute praktische Vorbereitung erhalten“, berichtet sie. In der Schulung sei es unter anderem um rechtliche Fragen, das eigene Kirchenverständnis und den Glauben gegangen. Eine zweite Schulungseinheit werde im September folgen. Möglich machte die Einbindung der geschulten ehrenamtlichen neben ordinierten Kräften ein entsprechender Beschluss der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Das Haus der Diakonie am Konvent in der Innenstadt von Neuss ist nach Ansicht der Theologin optimal für eine Kircheneintrittsstelle. Es sei zentral gelegen und werde mit einem Hof-Café der Diakonie als offenes Haus geführt.

„Wir wollen ein niedrigschwelliges zusätzliches Angebot sein“, sagt Pfarrerin Brügge. Die Eintrittsstelle wende sich an Leute, die in keiner Gemeinde aktiv seien, aber die Kirche zum Beispiel für ihre diakonische und kulturelle Arbeit oder als Wertevermittlerin schätzten. Einige trauten sich nicht zum Gemeindepfarrer zu gehen, nachdem sie ihren Austritt erklärt hatten. Da stehe man nicht in Konkurrenz zur Ortsgemeinde.

"Gefremdelt" mit der Kirche als Organisation

Wenn man Menschen frage, warum sie wieder in die Kirche eingetreten seien, werde man oft hören: "Ich wollte wieder dazugehören", sagte Müller-Lange in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst. "Viele Menschen brauchen einen festen Ort, an dem sie Gewissheit haben können, dass sie nicht umsonst da sind." Umgekehrt hätten viele Menschen mit ihrer Kirche gefremdelt oder sich über "Gottes Bodenpersonal" geärgert. Doch "häufig wurde gefremdelt mit der Kirche als Organisation, nicht mit Glaubensinhalten", so der Theologe.

Gleich „fünf gute Gründe“ nennt die Eintrittsstelle für die Mitgliedschaft in der Kirche in ihrem Flyer. Die Kirche begleite Menschen von der Geburt bis zum Tod, sie beziehe ethische Positionen und biete viele Möglichkeiten die eigene Kraft zum Wohle anderer einzusetzen, während sie gleichzeitig Kraftquelle sein könne. Darüber hinaus wird auf die Kulturgüter verwiesen, die aus dem Glauben erwachsen sind. Ein zentraler Punkt: „Im christlichen Glauben bewahrt die Kirche eine Wahrheit, die Menschen sich nicht selber sagen können. Daraus ergeben sich Maßstäbe für ein sinnvolles und verantwortungsbewusstes Leben.“

Die Eintrittsstelle ist dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Interessierte werden gebeten, den Personalausweis und, falls vorhanden, Taufnachweis und Austrittsbescheinigung mitzubringen. Alles Weitere wird am Ort geklärt.

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ekir.de / rtm / 22.02.2016



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