Landessynode 2017
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Chor der Kreiskantorinnen und -kantoren und das Bläser-Ensemble Buccinate Deo beim Konzert 500 Jahre Kirchenmusik im Spiegel der Reformation Chor der Kreiskantorinnen und -kantoren und das Bläser-Ensemble Buccinate Deo beim Konzert "500 Jahre Kirchenmusik im Spiegel der Reformation".

Landessynode 2017

Hörproben im Taschenformat

500 Jahre evangelische Kirchenmusik, dazu eine Uraufführung, und das alles in fünf Viertelstunden: Das erlebte die Landessynode am Mittwochabend in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr.

Wenn ein Chor sich mit Händen, Füßen und Stimme für ein Konzert aufwärmt, wird das Motto der rheinischen Kirche für das Reformationsjubiläum ganz handgreiflich. "Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.", steht auf dem Rollup hinter dem Projektchor aus Kreiskantorinnen und Kreiskantoren, die sich am Mittwochabend für einen Durchgang durch fünf Jahrhunderte evangelischer Kirchenmusik einsingen, sichtlich und hörbar mit großer Freude an dem Programm. Von der Reformationszeit bis zur Gegenwart spannt sich der Bogen, einschließlich der Uraufführung eines Werks von Matthias Nagel.

„Hörproben im Taschenformat“ nennt Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek das Programm. Er hat die Gesamtleitung des Konzerts und auch die Werke ausgewählt: das Programm konzentriert sich auf den Choral, auf Keimzellen großartiger Kompositionen unterschiedlichster Gattungen, wie Cyganek im Programmheft schreibt. Im Wechsel mit Bläsersätzen des Auswahlensembles im Posaunenwerk der rheinischen Kirche „Buccinate Deo“ unter Landesposaunenwart Jörg Häusler folgen Werke des Frühbarocks, des Galanten Stils, der Romantik, des 20. Jahrhunderts und schließlich mit einer Uraufführung ein Werk der Gegenwart.

Der Reichtum an musikalischer Sprache wird spürbar

Männer- und Frauenstimmen im Wechsel: Mit Martin Luthers „Komm, Gott, Schöpfer, Heiliger Geist“ in der Vertonung von Johann Hermann Schein beginnt der Abend. Nach einer Choralbearbeitung von Michael Praetorius' „Nun bitten wir den Heiligen Geist“ geht die musikalische Reise weiter ins Barock. Gesang, Bläser und Orgel zeichnen evangelische Kirchenmusik aus.

An diesem Abend in der Martin-Luther-Kirche wird spürbar, welch ein Reichtum an musikalischer Sprache in den evangelischen Kirche entstanden ist, prägend bis heute, nicht nur für gläubige Musikliebhaber. Bach natürlich, „Mit Fried und Freud fahr ich dahin“, Dietrich Buxtehudes Orgelvorspiel „Erhalt uns Herr bei deinem Wort“ ­– der Chor singt im Altarraum, das Bläserensemble spielt auf der gegenüberliegenden Empore: Gesang und Bläserensemble werfen sich die musikalischen Bälle zu.

"Ich freue mich im Herrn" singt der Chor mit Gottfried August Homilius. Die Freude an Gott ist ein bestimmendes Motiv, besonders in der Barockzeit. „Bleibe, Abend will es werden“ komponiert Albert Becker romantisch verinnerlicht. Und dann bauen nach Felix Mendelssohn Bartholdys Geistlichem Lied „Doch der Herr, er leitet die Irrenden recht“ Chor, Bläser und Orgel mit Otto Nicolais Festlicher Overtüre „Ein feste Burg ist unser Gott“ eine musikalische Festung auf, mit triumphierenden Aufgängen und weitem freiem Blick auf den Horizont.

Der Abend endet mit einem Lachanfall

Mit Ernst Peppings „Ich bin der Herr und sonst keiner“ geht es ins 20. Jahrhundert, in dem so viele Menschen anderen selbsternannten "Göttern" bis in den Untergang gefolgt sind. Verständlich, dass die Bitte um Frieden Komponisten dieser Zeit anregte, im Konzert Wolfgang Stockmeiers Liedmotette „Verleih uns Frieden gnädiglich“ und Rolf Schneiders „O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“.

Mit protestantischer Fröhlichkeit endet der Abend „500 Jahre Kirchenmusik im Spiegel der Reformation“: Matthias Nagel hat eine Psalmkantate für Chor und Instrumente zum rheinischen Reformationsmotto „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“ für diese Landessynode komponiert. „Was macht, dass ich so fröhlich bin?“ singt der Chor im Jazz-Waltz-Rhythmus, „Was macht, dass ich so unbeschwert und mich kein Trübsal hält?“

Und dann fällt der Chor ins Lachen und Quatschen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer schauen sich an, lachen mit und freuen sich über ihren eigenen unerwarteten Lachanfall in einem bis dahin durch konzentriertes Zuhören geprägten Konzert. Lang anhaltender Beifall, Lachen und Fröhlichkeit auch beim Verlassen der Kirche - ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

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ekir.de / wb, Foto: Hans-Jürgen Vollrath / 11.01.2017



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