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Kirchenrätin Barbara Füten Kirchenrätin Barbara Füten

Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Nur das Verfahren ändert sich

Zum 1. Januar nächsten Jahres wird das Verfahren beim Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge unkomplizierter, was aber leider Irritationen ausgelöst hat. Nachfragen an Kirchenrätin Barbara Füten von der Finanzabteilung des Landeskirchenamts. 

"Mehr Geld für die Kirchen" titelt eine Zeitung im Blick auf Änderungen bei der
Kapitalertragsteuer. Richtig oder falsch?

Aus unserer Sicht ist der Satz falsch, er suggeriert, es gäbe eine neue Steuer. Dabei ist das Abgeltungssteuerverfahren bei Kapitalerträgen bereits seit 2009 eingeführt. Das heißt, so wie Einkommen aus Gehältern steuerpflichtig sind, so sind es auch Einkommen aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen, und darauf entfallen jeweils auch Solidarzuschlag und Kirchensteuer. Weder die Bemessungsgrundlage noch der Steuersatz ändern sich. Theoretisch könnte es sein, dass sich durch die Änderungen erhöhte Einnahmen ergeben, denn es ist nicht auszuschließen, dass Menschen bisher ihre Abgabepflicht übersehen haben. Das ist aber reine Vermutung, deshalb rechnen die Kirchen auch nicht mit Mehreinnahmen. Nur das Verfahren ändert sich.

Inwiefern?

Anders als oftmals dargestellt, geht es um eine Vereinfachung der Kirchensteuererhebung durch Automatisierung. Bisher mussten Kirchenmitglieder den Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge bei ihrer Bank oder Sparkasse beantragen oder in der Einkommensteuererklärung selbst angeben. Dieses soll jetzt abgelöst werden durch ein Verfahren, das für die zu erhebende Kirchensteuer auf Kapitalerträge der Bank elektronisch die Religionszugehörigkeit der Kunden übermittelt. Dies geschieht anonym. Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) liefert diese Daten verschlüsselt.

Gibt es also die behauptete Zwangsoffenbarung der Konfession gegenüber Banken und
Sparkassen?

Bislang musste man sich bei seinem Kreditinstitut als evangelisch melden. Durch die anonymisierte Zuordnung der Konfessionsangehörigkeit durch das Bundeszentralamt für Steuern im jetzt automatisierten Verfahren entfällt die Angabe der Konfessionszugehörigkeit beim Kreditinstitut. Insofern gewährleistet dieses Verfahren im Unterschied zum vorherigen, dass die Konfession gegenüber den Banken und Sparkassen nicht offengelegt werden muss. Es besteht nach wie vor die Möglichkeit, die auf die Kapitalertragsteuer entfallende Kirchensteuer selbst in der Steuererklärung zu deklarieren. Wer diesen Weg bevorzugt, muss nur rechtzeitig bis Ende Juni der Abgeltung über das automatische Verfahren widersprechen. Das dazu vorgesehene Formular steht zum Download auf der Website bzst.de bereit.

Verstehen Sie, wenn Menschen kritisch darauf schauen, ob die Änderungen bei
der Kapitalertragsteuer den Kirchen zusätzlichen "Geldsegen" bescheren?

Natürlich. Schließlich möchte niemand Geld unter falschen Voraussetzungen zahlen. Menschen haben einen Anspruch darauf zu wissen, auf welcher Grundlage sie Steuern entrichten. Deshalb legen wir auch Wert darauf zu betonen, dass es sich hier lediglich um eine Verfahrensänderung handelt, eben nicht um zusätzlichen „Geldsegen“. Wir erläutern die Regelungen auch gern. Uns liegt sehr daran, Missverständnisse aufzuklären und das Verständnis zu fördern. Die Kapitalertragsteuer beläuft sich auf 25 Prozent, nur darauf entfällt der übliche Kirchensteueranteil von 9 Prozent, und das alles gilt nur vorbehaltlich des Sparerfreibetrags, kleine Sparguthaben sind also geschützt. Ich möchte auch gern damit werben, dass die Einnahmen der Kirchensteuer auf Kapitalerträge in die vielfältigen, wichtigen kirchlichen und gesellschaftlichen Aufgaben fließen – und damit zum Segen werden.

Kirchensteuertelefon 0800 0001034

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 10. März 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 12. März 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu / 11.03.2014



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