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Präsentieren die Losung des Kirchentags 2017 (v.l.): Bischof Markus Dröge, Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au und Kirchentagsgeneralsekretärin Ellen Ueberschär. Foto: Kirchentag/Boening Präsentieren die Losung des Kirchentags 2017 (v.l.): Bischof Markus Dröge, Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au und Kirchentagsgeneralsekretärin Ellen Ueberschär. Foto: Kirchentag/Boening

Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg

Von Gott gemeint sein - das geht tiefer

"Du siehst mich", heißt es in der Bibel, im 1. Buch Mose. "Du siehst mich", heißt die Losung für den Kirchentag im Jahrhundertjubiläumsjahr 2017, wenn also im 500. Jahr des Thesenanschlags von Martin Luther Kirchentag in Berlin und Wittenberg gefeiert wird.

Die Losung gilt für den 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 24. bis 28. Mai 2017. Beschlossen wurde sie vom Kirchentagspräsidium. Kirchentagspräsidentin Dr. Christina Aus der Au präsentierte sie gemeinsam mit der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Dr. Ellen Ueberschär, und dem Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Dr. Markus Dröge, in Berlin.

Die Losung ist Überschrift für alle Vorbereitungen zum Kirchentag in Berlin und für sechs "Kirchentage auf dem Weg" in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/Weimar, Dessau-Roßlau und Halle/Eisleben, die anlässlich des Reformationsjubiläums stattfinden. Sie wird außerdem den großen Festgottesdienst begleiten, zu dem am 28. Mai 2017 mehr als 200.000 Menschen in Wittenberg erwartet werden.

"Kraftvolles Signal"

"Du siehst mich", das erkennt Hagar, eine junge Frau auf der Flucht, deren Geschichte im ersten Buch Mose erzählt wird. Die christliche Gewissheit, von Gott gehalten zu sein und daraus die Kraft zu schöpfen, auf Menschen zuzugehen und sie wirklich zu meinen, das ist als Losung "ein kraftvolles Signal und darüber freue ich mich", so Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au in einer Rundmail zur Losung.

Bei der Präsentation des Losung in Berlin erklärte sie: "Angesehen sein, wahrgenommen werden. Diese Sehnsucht ist groß. Dafür schicken wir permanent Bilder von uns selbst in die Welt." Zum Beispiel das Selfie per Facebook oder WhatsApp. "Doch wirklich gemeint zu sein - das geht tiefer", so die habilitierte Theologin. Sie fragt: "Welche neue Sprache brauchen wir, um gemeinsam über Dinge zu sprechen, die jeden Menschen in seinem Innersten bewegen? Wie können wir verständlich davon reden, dass wir glauben, dass Gott uns ansieht?"

"Sehen stiftet Beziehung"

Generalsekretärin Ellen Ueberschär betont: "Sehen stiftet Beziehung, nicht nur mit Gott, sondern auch im Miteinander aller Menschen." Von Gott angesehen zu werden, begründe die Würde des Menschen als Gottes Geschöpf. Die Geschichte der Hagar, aus der die Losung stammt, werde sowohl im Koran als auch im Neuen Testament aufgegriffen. Ueberschär: "'Du siehst mich' ist ein Satz, der über den biblischen Kontext hinaus auch heute Anerkennung, Wertschätzung und Zuwendung aussagt."

Bischof Markus Dröge freut sich, dass es nun auf den Kirchentag zugeht, der nach 1951, 1961, 1977, 1989 und 2003 bereits zum sechsten Mal in Berlin zu Gast ist: "Ich wünsche mir einen Kirchentag voller Aufmerksamkeit: aufmerksam für Menschen ohne Ansehen, in einer Stadt, in der arm und reich weit auseinanderklafft; aufmerksam auch für diejenigen, die nicht oder anders an Gott glauben, hier im Osten Deutschlands und in einer Stadt voller kultureller und weltanschaulicher Gegensätze; aufmerksam für eine Kirche, die sich ändert, weil sie sich ändern muss."

Zusammen mit der Losung hat das Präsidium zum Kirchentag 2017 biblische Texte für Gottesdienste und Bibelarbeiten festgelegt. Bei den Himmelfahrtsgottesdiensten in Berlin und bei den Kirchentagen auf dem Weg wird die Losung im Mittelpunkt stehen. Für den Festgottesdienst sind Worte aus dem 1. Korintherbrief, "Von Angesicht zu Angesicht" (1. Korinther 13,12), vorgesehen und für die Eröffnungsgottesdienste der Kirchentagspsalm 139, "Deine Augen sehen mich".

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ekir.de / dekt, neu / 12.10.2015



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