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Kirchentag in Stuttgart Eine Unterstützung für alle Gäste: die Helferinnen und Helfer des Kirchentags.

Inklusion

„Mittendrin im Kirchentagsgeschehen“

Der Kirchentag lädt alle ein – Menschen mit und ohne sichtbare Behinderungen. Barrierefreiheit, Gebärdensprache und Leichte Sprache sollen die Teilnahme ermöglichen. Für eine Gruppe aus dem Kirchenkreis Nahe und Glan ist der Kirchentagsbesuch ein inklusives Projekt.

217 Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche aus den 31 Gemeinden des rheinischen Kirchenkreises und 92 aus Einrichtungen der Stiftung „kreuznacher diakonie“ sind in fünf Bussen nach Württemberg gefahren. „Es gibt bundesweit nur etwa 20 Gruppen, die so groß sind wie unsere“, erklärt Kay Sendelbach aus Roxheim. Sendelbach und Sabine Götzinger aus Bad Kreuznach organisieren die Fahrt als Synodalbeauftragte für den Kirchentag nun schon zum wiederholten Mal gemeinsam.

Wie bereits vor zwei Jahren beim Kirchentag in Hamburg reisen Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen zu dem Großereignis. „Wir freuen uns, dass wir wieder ein Quartier gefunden haben, das den Bedürfnissen von Menschen mit und ohne Behinderungen entspricht“, sagt Sendelbach, denn nächtigen werden die meisten der Kirchentagsbesucher aus der Nahe-Region dort gemeinsam.

Quartier in einer Schule für Körperbehinderte

Ihr Quartier in Stuttgart-Vaihingen besteht aus vier Gebäuden rund um den Campus von zwei Schulen, darunter die Bodelschwingh-Schule für Körperbehinderte. „Der Ort ist sehr gut an die Stadt angebunden. Nach einer Bahnfahrt von einer Viertelstunde ist man mittendrin im Kirchentagsgeschehen“, stellt Kay Sendelbach in Aussicht.

Die Zeltstadt auf dem Cannstatter Wasen wird nach Angaben des Kirchentages genauso wie die großen Veranstaltungsorte Hanns-Martin-Schleyer-Halle oder Porsche-Arena barrierefrei zugänglich sein. Doch für den Kirchentag bedeute Barrierefreiheit mehr als den Zugang zu den Veranstaltungsorten. So sind das induktive Hören, die Begleitung der Veranstaltungen durch Gebärdensprache und die Simultanübersetzung in Leichte Sprache wichtige Bausteine, um die Teilhabe von Menschen mit nicht sichtbarer Behinderung zu verbessern.

Im Zentrum Barrierefrei in Zelthalle 11 auf dem Cannstatter Wasen wird es ein inklusives Café geben und ein buntes Programm, um Erfahrungen zu sammeln, ins Gespräch zu kommen und bei Podiumsdiskussionen zu debattieren. So werden beispielsweise ein Schnupperkurs Gebärdensprache, ein Gottesdienst im Dunkeln oder ein inklusives Feierabendmahl in leichter Sprache angeboten.

Mit Fahrradrikschas von Ort zu Ort

Außerdem wird auf einem Podium diskutiert, wie Bibel in Leichter Sprache verständlicher werden kann. Das Programm richtet sich nicht nur an Menschen mit Behinderung. Die Angebote bieten auch eine Möglichkeit für die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung.

Mit Unterstützung der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie der Bahnhofsmission werden Menschen mit Mobilitätseinschränkung in Fahrradrikschas von Ort zu Ort gefahren. Auf besonders ausgestatteten Fahrrädern kann laut Kirchentag problemlos auch ein Rollstuhl platziert werden. Auch die Helferinnen und Helfer des Kirchentags unterstützen tatkräftig bei Problemen.

„“Auch der Kirchentag in Stuttgart 2015 ist noch nicht inklusiv, –denn auch im Hinblick auf Inklusion möchten die Projektleitung und alle Beteiligten weitere Erfahrungen sammeln“, erklärt Frank Kissling von der ehrenamtlichen Projektgruppe. „Wir verstehen Inklusion auch nicht als ein Ergebnis, sondern als einen Prozess – ein ganz wichtiger gesamtgesellschaftlicher Prozess.“

 

 

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ekir.de / MU / rtm / 03.06.2015



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