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Klagegottesdienst in Wuppertal, u.a. mitgestaltet von Flüchtlingsberaterin Naciye Alpay. Naciye Alpay, Flüchtlingsberaterin im Diakonischen Werk Wuppertal, im Klagegottesdienst: Zu ihren Klienten gehört ein Flüchtling aus Syrien, dessen Bruder, Schwägerin und vier Kinder vor Lampedusa ertrunken sind.

Klagegottesdienst in der Citykirche Elberfeld in Wuppertal

Trauer um ertrunkene Flüchtlinge

 „Wir klagen und trauern nicht um die Opfer einer unabwendbaren Naturkatastrophe. Nein, wir klagen und trauern um die Opfer einer verfehlten Politik. Es ist zum Gotterbarmen", so Präses Manfred Rekowski im Klagegottesdienst für im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge.

Der Präses hat in dem Klagegottesdienst in der Citykirche Elberfeld die EU-Staaten für die ertrunkenen Flüchtlinge im Mittelmeer mitverantwortlich gemacht. „Tausende von Menschen sterben im Mittelmeer auf der Flucht aus ihren Heimatländern und auf der Suche nach Zuflucht in Europa. Die viel zu lange andauernde weitgehende Tatenlosigkeit, eine von Gleichgültigkeit kaum zu unterscheidende politische Gelassenheit, ist ein Skandal – ein humanitärer und ein politischer“, sagte Rekowski in einer Ansprache, die in den Gebetsruf „Herr, lass mein Klagen vor dich kommen; unterweise mich mit deinem Wort“ (Psalm 119,169) mündete. Kein noch so hoher Wall halte Menschen von einer Flucht ab, vielmehr seien umso mehr Opfer zu beklagen, je höher dieser Wall werde.

Die Bibel zeige, wie Flüchtlinge zu behandeln sind. „Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken“, heißt es im Alten Testament, der jüdischen Thora. Jesus Christus habe die Weisung Gottes noch verstärkt: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25)

Der Präses weiter: „Kurz gesagt: Das christliche Abendland geht unter, wenn im Mittelmeer tausende von Zuflucht suchenden Menschen ertrinken und nicht, wenn in einer Kleinstadt Flüchtlinge, Fremdlinge aufgenommen werden. Und mit jedem Bootsflüchtling, der aus Seenot gerettet wird, retten wir auch ein Stück von den Werten, die uns ausmachen.“

Rund 300 Menschen nahmen an dem Klagegottesdienst teil. Sie nahmen Anteil an dem Schicksal eines syrischen Flüchtlings, dessen Bruder mit Frau und vier Kindern vor Lampedusa ertrunken ist. Und sie hörten den Bericht des stellvertretenden Kirchenleitungsmitglieds Achim Schwabe, der sich in der Flüchtlingsarbeit engagiert, auch in der Partnerkirche seines Kirchenkreises Jülich in Marokko, wo Verhaftungswellen zu beklaggen sind: Flüchtlinge aus Subsahara-Afrika werden in den Süden Marokkos deportiert, abseits jeglicher Hilfe durch Flüchtlingsorganisationen.

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ekir.de / wb, jpi, neu, Fotos: Uwe Schinkel / 25.04.2015



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