EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Mitglieder der ÖRK-Arbeitsgruppe Klimawandel im Rheinischen Braunkohlerevier. Mitglieder der ÖRK-Arbeitsgruppe Klimawandel und rheinische Umweltbeauftragte im Gespräch im rheinischen Braunkohlerevier.

AG Klima des ÖRK zu Besuch in rheinischer Kirche

Expertenbesuch im rheinischen Braunkohlerevier

Das Thema Energie stand im Mittelpunkt der Exkursion der Klimaarbeitsgruppe des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) ins rheinische Braunkohlerevier. Die Teilnehmenden besuchten u.a. eine Passivhaus-Kirche in Heinsberg und den Braunkohletagebau Inden.

Mitglieder der ÖRK-Klimaarbeitsgruppe mit rheinischen Gastgebenden. Mitglieder der ÖRK-Klimaarbeitsgruppe mit rheinischen Gastgebenden.Download


Beeindruckende Zahlen präsentierte der Architekt der Heinsberger Passivhaus-Kirche, Ludwig Rongen. Mit einer vernünftigen Isolierung, Dreifachverglasung und einem ausgeklügelten Belüftungssystem mit Wärmerückgewinnung spare die Kirchengemeinde nun 95 Prozent der zuvor verbrauchten Energie ein, berichtete der Fachmann, der international in Sachen Passivhausarchitektur unterwegs ist. Sicherlich seien erst einmal Investitionen nötig, sagte er auf Nachfrage der Expertinnen und Experten.

Langfristig lohnten sie sich aber dank der eingesparten Kosten. Weltweit gesehen sei es allerdings noch nötig, das technische Know-how etwa für die Belüftungstechnik möglichst weit zu verbreiten, um vor Ort produzieren zu können und damit die Kosten für den Passivhausbau auf ein attraktives Niveau zu senken. Dialog in Gang gebracht: Architekt Ludiwig Rongen erhielt eine Einladung zur Präsentation des Projekts Passivhaus-Kirche in der orthodoxen Kirche auf Kreta.

Ineffektive, klimaschädliche Kohle

Im Braunkohletagebau Inden kam vor allen Dingen die Frage auf, warum heute noch eine solch ineffektive und klimaschädliche Technologie wie die Verstromung von Braunkohle genutzt werde. Die Delegierten informierten sich auch über die Auswirkung für die Bewohner der Region – so mussten etwas mehrere tausend Menschen für den Tagebau umgesiedelt werden.

Auch dies wurde kritisch beurteilt und gleichzeitig angemerkt, dass in vielen Ländern des globalen Südens solche Großprojekte völlig ohne Rücksicht auf die Bevölkerung umgesetzt würden – Entschädigungen etwa seien vielerorts völlig unbekannt, die Menschen würden einfach von ihrem Land vertrieben.

Zeichen kirchlichen Engagements in Klimafragen

 

Das Engagement der Evangelischen Kirche im Rheinland in Sachen Klimaschutz verdeutlichte Oberkirchenrat Klaus Eberl beim Empfang im Düsseldorfer Landeskirchenamt. Die Christuskirche in Heinsberg sei ein Zeichen dafür, aber auch die vielen Photovoltaik-Anlagen auf den kirchlichen Gebäuden zwischen Emmerich und Saarbrücken.

Dafür habe die rheinische Kirche vor Jahren schon einen Klimafonds eingerichtet, aus dem Kirchengemeinden für Klimaschutzprojekte zinslose Darlehen bekommen haben. Eberl: "Die Gemeinden haben die Darlehen mit der eingesparten Energie zurückgezahlt."

Partnerschaften verdeutlichen die dramatischen Folgen

Es sei aber manchmal nicht so leicht, die Menschen von der Dringlichkeit des Klimaschutzes zu überzeugen, so Eberl. In Deutschland seien die Auswirkungen schließlich nicht so deutlich zu spüren wie anderswo. Darum seien die Partnerschaften und internationalen Kontakte so wichtig, weil sie den Menschen hier zeigten, was der Klimawandel auf der Welt anrichte.

Dass der Klimawandel Menschen in ihren Menschenrechten verletzt, erinnerte Dr. Jochen Motte, stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und auch Mitglied der Klima-AG. Die ÖRK-Klimaexpertinnen und -experten kommen u.a. aus Indonesien und Südkorea, Tansania, Kolumbien und Argentinien, Palästina, Russland und den USA, aus Polen und Griechenland. Seit fast zwanzig Jahren betreibt die Arbeitsgruppe Lobby- und Bildungsarbeit zu Fragen der Klimagerechtigkeit. Vom 12. bis 16. Mai tagte die Gruppe in Wuppertal, besuchte von dort aus u.a. die rheinische Kirche.

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 16. Mai 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 16. Mai 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

vem/cw & ekir.de/neu / 16.05.2014



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.