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Staaten einigen sich auf Weltklimaabkommen

"Wir haben Geschichte geschrieben"

Historischer Durchbruch in Paris: Am Samstag haben die Delegierten der Weltklimakonferenz ein Abkommen gegen die Erderwärmung beschlossen. Der Vertrag, der ab 2020 alle Staaten zum Klimaschutz verpflichtet, wird weltweit gefeiert. 

Erstmals verpflichtet ein Abkommen alle Staaten zum Kampf gegen die Erderwärmung. Delegierte aus 195 Ländern verabschiedeten den globalen Vertrag am Samstagabend zum Abschluss der Weltklimakonferenz in Paris. Spitzenpolitiker weltweit feierten den Beschluss als historischen Moment. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem "Wendepunkt" in der Geschichte. Auch Kirchen, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen begrüßten das Abkommen, mahnten aber zugleich, auf die Worte rasch Taten folgen zu lassen.

Der Vertrag tritt 2020 in Kraft und gilt für alle Staaten - anders als das Kyoto-Protokoll, das nur die Industriestaaten verpflichtete. Er setzt das Ziel, die Erderwärmung auf weit unter zwei Grad Celsius zu begrenzen und die Anstrengungen zu erhöhen, den Temperaturanstieg bereits bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts soll der Netto-Ausstoß an Treibhausgasen auf null gesenkt werden. Die selbstgesteckten Klima-Ziele der einzelnen Länder müssen laut Vertrag alle fünf Jahre überprüft und nachgeschärft werden. Armen Ländern wird finanzielle Unterstützung für Klimaschutz und Anpassung an die Erderwärmung zugesichert.

US-Präsident Barack Obama erklärte, das Abkommen schaffe "die Rahmenbedingungen, die die Welt braucht, um die Klimakrise zu lösen". Bundeskanzlerin Merkel würdigte das Abkommen als "Zeichen der Hoffnung, dass es uns gelingt, die Lebensbedingungen von Milliarden Menschen auch in Zukunft zu sichern". Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die in der Schlussphase mitverhandelt hatte, sagte, das Abkommen sei anspruchsvoll und wirksam. "Ich bin zurückhaltend mit großen Worten. Aber heute kann ich sagen: Wir haben hier zusammen Geschichte geschrieben."

Die Umweltorganisation WWF Deutschland lobte die zweiwöchige Konferenz als "Meisterstück der Klimadiplomatie". Greenpeace-Chef Kumi Naidoo bezeichnete den Vertrag als Fortschritt. "Worauf es aber wirklich ankommt, ist, was nach dieser Konferenz passiert", erklärte er. Nach den Worten von Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals wird "das Abkommen die Welt der Energie- und Klimapolitik verändern". Die Staaten hätten einen globale Energiewende angekündigt.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) forderte die Bundesregierung auf, "endlich ein Bundes-Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Klimaschutzzielen vorzulegen". Das Klimaabkommen von Paris mache den Weg für die globale Energie- und Klimawende frei, erklärte Remmel am Sonntag in Düsseldorf. "Jetzt kommt es darauf an, den Vertrag mit Leben zu füllen."

Großer Erfolg

"Brot für die Welt" bezeichnete das Abkommen als "Signal für eine klimafreundliche Zukunft". Die Präsidentin des evangelischen Hilfswerkes, Cornelia Füllkrug-Weitzel, forderte, sofort mit einer ambitionierten Umsetzung des Abkommens zu beginnen. "Für die Bundesregierung bedeutet dies, im kommenden Jahr den Ausstieg aus der Kohle zu beschließen", erklärte sie. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sprach von einem großen Erfolg - "trotz aller Schritte, die noch zu gehen sind".

Geht doch! Weiserweise hatte der Klimapilgerweg der Kirchen  ein trotzig-positives Motto. Noch vor dem Abschluss in Paris zogen die Beteiligten eine positive Bilanz des Klimapilgerwegs. Richard Brand, Referent für Umwelt, Klima, Energie der Evangelischen Kirche im Rheinland, sagte: "Trotz allem Aufwand an Zeit und Geld und Koordination war es eine gute Sache." Der Klimapilgerweg habe Menschen begeistert. Dass sich die Kirche positioniert und engagiert habe, haben den Menschen gefallen.

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epd, ekir.de / neu, Cartoon: Michael Hüter / 13.12.2015



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