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Bei der Reformationsfeier in Köln: Präses Manfred Rekowski (v.r.), Rainer Maria Kardinal Woelki, Stadtsuperintendent Rolf Domning und Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Bei der Reformationsfeier in Köln: Präses Manfred Rekowski (v.r.), Rainer Maria Kardinal Woelki, Stadtsuperintendent Rolf Domning und Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes.

Reformationsfeier in Köln

Gewachsene Verbundenheit

Autos stauen sich vor der Kirche, die längst proppenvoll ist, fast sechs Uhr, da ist er, herzliche Begrüßungen, auf gehts die paar Treppenstufen hoch, bis vorn in die erste Reihe. Wenige Schritte - historische Reichweite. Kardinal besucht Reformationsfeier.

Gott liebt die Welt: Präses Rekowski predigt über  Gott liebt die Welt: Präses Rekowski predigt über "Reformation, Barmen und die Politik".

"Für Katholiken ist der Reformationstag kein Tag unbeschwerter Freude", wird Rainer Maria Kardinal Woelki später in seinem Grußwort rundheraus sagen. Schließlich sei der Tag mit dem Zerbrechen der kirchlichen Einheit im Abendland verbunden, erklärt der Kölner Erzbischof - der erste, der in bald 500 Jahren eine Reformationsfeier in Köln besucht und deshalb die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, ist feierlicherweise der Prediger des zentralen Kölner Gottesdienstes am Reformationstag 2014.

"Denn also hat Gott die Welt geliebt..." - um den Vers 16 im dritten Kapitel des Johannes-Evangeliums dreht sich Rekowskis Predigt, die "Reformation, Barmen und die Politik" zum Thema hat. Gott liebt die Welt? Für zu viele Menschen sei die Welt die Hölle auf Erden, hält der Präses fest. Millionen Menschen sind auf der Flucht, letzten Schätzungen zufolge 50 Millionen. Durch den Irak toben Terrorgruppen. Dennoch, so der Präses: "Gott will nicht, dass die Welt zugrunde geht."

Und so sei Gottes Wort durch die Jahrhunderte hindurch für Christinnen und Christen Zeitansage. Auch vor 80 Jahren, 1934, als evangelische Christinnen und Christen aus ganz Deutschland "Nein" zu den totalitären Ansprüchen des Nazi-Regimes sagten, als sie die Barmer Theologische Erklärung verfassten. "Gott will, so heißt es in biblischer Sprache, ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens."

Und so bestehe der Staat an und für sich nicht von Gottes Gnaden, habe aber eine wichtige Funktion: für Recht und Frieden sorgen. "Also hat Gott die Welt geliebt": Nicht die Mächtigen, sondern die zur Welt gehörenden Menschen liebe Gott, so Präses Rekowski. Er habe ein Herz für die Opfer, für die am Leben leidenden und zerbrechenden Menschen; die Fremden; die, die übersehen werden.

Große Freude und Ehre: Erzbischof Woelki. Große Freude und Ehre: Erzbischof Woelki.

Umkehr zu Christus

Präses und Kardinal erinnerten gleichermaßen an die 1999 vereinbarte "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" von Lutherischem Weltbund, katholischer Kirche und mittlerweile auch Methodistischem Weltbund. Ein Anknüpfungspunkt: Katholiken könnten des Reformationstages gedenken als eines Tages der Umkehr zu Christus, so Woelki.

Auch sagte der Erzbischof, es sei ihm "persönlich eine große Freude und Ehre", gleich zu Beginn seiner Amtszeit in Köln den Gottesdienst am Reformationstag mitzufeiern. Auch wenn "nach menschlichem Ermessen der Weg zur vollen Kirchengemeinschaft, zu einer wie auch immer gefassten Einheit in Vielfalt wahrscheinlich noch weit" ist, so der Kardinal.

Feierabendstau hin oder her. Wer sich auf den Weg macht, kommt an. Stadtsuperintendent Rolf Domning dankte in der Trinitatiskirche in Köln dem Kardinal für seinen Besuch als "Zeichen ökumenischer Verbundenheit", Woelki fast wortgleich: "Ich sehe darin ein Zeichen ökumenisch gewachsener und bewährter Verbundenheit."

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 31. Oktober 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 3. November 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu; Fotos: Anna Siggelkow / 31.10.2014



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