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Dorothee Schaper (v.l.), Stella Sherbatova und Munise Cuma-Oguzay bitten zur christlich-jüdisch-muslimischen Lesung. Dorothee Schaper (v.l.), Stella Shcherbatova und Munise Cuma-Oguzay bitten zur christlich-jüdisch-muslimischen Lesung.

Köln

"Wir tun das gemeinsam, und zwar gerade jetzt“

Sie schlüpfen in die Rollen von Lida Gustava Heymann, Rosa Manus und Anita Augsburg: Eine Christin, eine Jüdin und eine Muslima haben sich zusammen getan, um die Ideen der mutigen Frauen des Internationalen Den Haager Frauenkongresses von 1915 weiter zu tragen.

Mitten im Ersten Weltkrieg vereinigten sich mehr als tausend Pazifistinnen und Feministinnen aus 13 Nationen zu einer Friedensinitiative, während ihre Männer im Schützengraben den Heldentod starben. Und nun betritt in Köln zu den Klängen der „Marseillaise“ das Trio die Bühne in Kostümen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Die Botschaft der szenisch-musikalischen Lesung: "Wir fordern Frieden!"

„Anstelle von Demonstrationen, Podiumsdiskussionen oder Vorträgen haben wir die Form der schönen Künste gewählt, um unser Publikum aufzurütteln“, sagt die Muslima Munise Cuma-Oguzay. „Frauen können etwas tun, um Frieden in der ganzen Welt herzustellen, egal, welche Religion sie haben“, fügt die Jüdin Stella Shcherbatova hinzu. Zusammen mit der Dritten im Bunde, der Christin Dorothee Schaper, haben sie aussagekräftige Zitate und Texte der couragierten Vorkämpferinnen zu einer kurzweiligen, doch nicht minder aufrüttelnden szenischen Textcollage verwoben.

Einen besonderen Akzent setzen eine Diaschau und die musikalische Untermalung mit Liedern und Klängen aus der damaligen Zeit. „Der Punkt ist, dass wir das gemeinsam tun, und zwar gerade jetzt“, sagt Dorothee Schaper, Studienleiterin bei der Melanchthon-Akademie Köln. Gerade in der heutigen Zeit weltweiter Krisen gelte es, das Trennende beiseite zu schieben, zu fragen, wie alle Kulturen ohne Gewalt friedlich zusammen leben können.

Feindschaft und Rache widerstehen

Anhand der Biografien der niederländischen und deutschen Mitorganisatorinnen des Frauenkongresses von 1915 richtet das Trio gemeinsam den Blick auf das Weltgeschehen – damals und heute. Impulse geben dabei unter anderem Zitate aus dem mehrseitigen Punkteplan des Den Haager Kongresses. Darin heißt es in der Präambel: „Wir Frauen aus vielen Ländern, zum internationalen Kongress versammelt, erklären hierdurch über allen Hass und Hader hinaus feierlich jeder Neigung zu Feindschaft und Rache zu widerstehen.“

Doch der Blick auf die Vorreiterinnen spart den Bezug zu Aktuellem nicht aus: Die drei Frauen verweben die Geschehnisse aus 100 Jahren so, dass sie am Ende die eigenen Fragen zur heutigen Zeit an das Publikum richten werden. Denn: „Die Botschaften der damaligen Konferenz sind auch heute noch aktuell“, sagt Dorothee Schaper. Auf den Dialog mit dem Publikum freuen sich die drei Frauen ganz besonders.

"Wir fordern Frieden!" Geplant sind für den 9. März, einen Tag nach dem Internationalen Frauentag, drei Auftritte an drei verschiedenen Orten:
11 Uhr Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen, Liebigstraße 120 b, 50823 Köln
15 Uhr Begegnungszentrum Porz der Synagogen-Gemeinde Köln, Theodor-Heuss-Straße 43-45, 51149 Köln
19 Uhr Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24 b, 50678 Köln

 

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ekir.de / Anne Siebertz / 06.03.2015



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