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Eine Idee mit Potential? Manche Gemeinden nutzen Kirchengebäude als Urnengrabstätten. Foto: Rathke Architekten bda | Hintergrund | 05 Kolumbarium in der Johanneskirche Hückeswagen: Das Projekt der evangelischen Kirchengemeinde ist ein gelungenes Beispiel dafür, eine Kirche für eine Urnenbestattung umzugestalten. Foto: Rathke Architekten bda

Ein Buch gibt Entscheidungshilfe

Kirchen als Kolumbarien

Ist die Einrichtung von Kirchen-Kolumbarien (also Urnengrabstätten) eine Möglichkeit, nicht mehr genutzte Kirchengebäude zu erhalten? Dieser Frage geht ein Buch nach, das Landeskirchenrätin Gudrun Gotthardt gemeinsam mit Professorin Birgit Franz herausgegeben hat.

Immer mehr Menschen entscheiden sich heute für eine Feuerbestattung statt der traditionellen christlichen Erdbestattung. Als letzte Ruhestätten für die Urnen entstehen zunehmend so genannte Kolumbarien. In einigen rheinischen Gemeinden gibt es deshalb Überlegungen, Kirchengebäude zu Kolumbarien umzuwidmen, um sie so erhalten zu können.

Welche Aspekte bei diesem Schritt zu beachten und abzuwägen sind, legt die neue Arbeitshilfe dar, die Landeskirchenrätin und Bauassessorin Gudrun Gotthardt, Leiterin des Dezernates VI.3 Bauen und Liegenschaften des Landeskirchenamts der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), gemeinsam mit der Architektin Prof. Dr.-Ing. Birgit Franz von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim herausgegeben hat.

Chancen und Risiken werden aufgezeigt

Das Buch dokumentiert die Beiträge der 7. Baukirchmeistertagung 2014 der EKiR in Bonn. Es wendet sich an Kirchengemeinden, die über die Möglichkeit nachdenken, ein Kirchengebäude als Urnen-Grabstätte zu nutzen. Es greift diverse Überlegungen auf und leistet Entscheidungshilfen. Das Thema Kirchen-Kolumbarien wird aus theologischer, innergemeindlicher, gestalterischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht beleuchtet.

Die Beiträge zeigen Chancen und Risiken einer solchen Entscheidung auf. So muss zum Beispiel bedacht werden: Ein Kolumbarium in einer ehemaligen evangelischen Kirche ist rechtlich gesehen ein evangelischer Friedhof. Die Kirchengemeinde wird damit zur Friedhofsträgerin und geht sehr langfristige Verpflichtungen ein, schreibt Cornelia Böhm, juristische Referentin im Dezernat V.1 des Landeskirchenamts in ihrem Beitrag.

„Für Kolumbarien in Kirchen gibt es keine Patentlösungen"

„Für Kolumbarien in Kirchen gibt es keine Patentlösungen. Ohne inhaltliche Einbindung in die Gemeindekonzeption macht die Verwandlung oder Ergänzung einer Gottesdienststätte zur Grabeskirche keinen Sinn“, sagt Gudrun Gotthardt. Es sei wichtig, die Wirkung des Raumes auf das Gemeindeleben umfassend zu bedenken. Kolumbarien sollten mit Bedacht gestaltet werden. Für jedes Projekt müsse nach individuellen Lösungen gesucht werden.

Birgit Franz, Gudrun Gotthardt (Hg.): Kirchen als letzte Ruhestätte? Kolumbarien als Lösung für kirchliche Strukturfragen, aus der Reihe: Initiative Kirche öffnen und erhalten. Arbeiten und Materialien, Band 2, 2015, Lit Verlag, 19,90 Euro

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ekir.de / Ulrike Klös / 01.10.2015



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