KonfiCup

Freude, Fairness, Fußball

Flanke, Kopfball – Tor! So ging es am Samstag im Minutentakt. Aber es war nicht der allwöchentliche Bundesligabetrieb, sondern die Finalrunde des KonfiCups.

Das Sieger-Team aus Altenwald-Neuweiler mit Präses Manfred Rekowski LupeDas Sieger-Team aus Altenwald-Neuweiler mit Präses Manfred Rekowski

21 Konfi-Teams aus der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) trafen sich in der „Open Air Soccer Arena“ in Mönchengladbach. Die jungen Nachwuchsspieler brauchten bei den Emotionen den Vergleich zum Lokalmatador Borussia nicht zu scheuen: Die Spiele waren voller Leidenschaft, kluger Spielzüge und Teamplay. „Herzblut, Begeisterung und Gemeinschaft - das ist wie Kirche“, fassten Elke Wieja und Karl Hesse zusammen. Beide sind Teil der achtköpfigen „Steuerungsgruppe“, die den KonfiCup organisiert und koordiniert.

Für das geistige „Warm Up“ sorgte die gemeinsame Andacht, in der die Themen Rivalität und Ehrgeiz behandelt wurden. „Beides sollte man nicht pauschal verdammen“, erläuterte Landespfarrer Karl Hesse. In der kurzweiligen Andacht wurden Schauspiel, Live-Musik und das gesprochene Wort ansprechend kombiniert. Die Naht des Fußballs sei bildlich auch die Nahtstelle zu Gott, so die Message. Kurz und knapp waren die Regeln und Vorgaben des Spiels geklärt und die Schiris pfiffen an: Für 21 Teams wurde es „ernst“.

Spielszene aus dem Turnier in Mönchengladbach LupeSpielszene aus dem Turnier in Mönchengladbach

Die Mannschaften waren jeweils die Besten aus ihren Kirchenkreisen, in denen sie sich in den Vorrunden behaupten konnten. Die großen Dimensionen der EKiR sorgten für einen bunten Mix bei den Teams. Von Saar-Ost bis Krefeld-Viersen, von Altenkirchen bis nach Bad Godesberg-Voreifel reichte die Bandbreite. „Auch das ist eine wichtige Erfahrung für die Jugendlichen. Sie sehen, dass man nach 300 Kilometern Fahrt immer noch in der Landeskirche ist, also viel größer als jede Ortsgemeinde“, erklärte Elke Wieja. Für die Vorsitzende der „Steuerungsgruppe“ spielte vor allem der Fairnessfaktor eine wichtige Rolle. „Hier geht es um das Miteinander. Nicht nur um die Regeln, sondern auch die gegenseitige Unterstützung im Team.“

Letztere war nicht nur guter Vorsatz, sondern wurde auch gelebt. Eine Mannschaft konnte nicht die erforderliche Anzahl weiblicher Spielerinnen aufbringen. Doch statt die Auswahl ausscheiden zu lassen, lieh eine „frauenstarke“ Gemeinde kurzerhand eine Spielerin aus. „Ich spiele trotzdem so, als wäre es für mein eigentliches Team“, lachte die „ausgeliehene“ Frieda.

Für die zahlreich mitgereisten Zuschauer gab es Dutzende sehenswerte Begegnungen. Dazu zählten klare Siege wie ein 7:0, nervenaufreibende Neunmeter oder aber knappe Begegnungen auf Augenhöhe. Rund 600 Menschen sorgten für beste Stimmung in und an den Fußballcourts. „Es wären sogar noch mehr gekommen, wenn nicht die Grippewelle einige Mannschaften ausgeschaltet hätte“, resümierten Wieja und Hesse.

Fairness spielte eine große Rolle beim Turnier. LupeFairness spielte eine große Rolle beim Turnier.

Dieser unverhoffte Ausfall tat dem Erfolg des KonfiCup keinen Abbruch. Auch abseits der Spielfelder gab es viel zu erleben. Für das leibliche Wohl war dank zahlreicher Imbiss- und Getränkeangebote bestens gesorgt, (kostenlose) Äpfel aus der Region verhinderten jeglichen Anfall von Vitaminmangel. Dazu kamen fair gehandelter Kaffee sowie vegetarische Kost. Das Thema „Fairness“ war sowohl neben, als auch auf dem Rasen vertreten. Als Spielgerät dienten fair gehandelte Gepa-Fußbälle, eigens für den KonfiCup genäht.

Damit das Event in Mönchengladbach stattfinden konnte, war finanzielle Unterstützung gefragt. An dieser Stelle sprang die „Bruderhilfe-Pax-Familienfürsorge“ ein. Die Versicherung im Raum der Kirchen hat eine klare Unternehmensphilosophie: „Unsere überschüssigen Gewinne werden investiert, was eignet sich dazu besser als Nachwuchsförderung?“, meinte Regionaldirektor Frank-Michael Schumacher. Das Unternehmen war beim Cup in Mönchengladbach selbst „am Ball“: Mit einer Messanlage konnten Schussgeschwindigkeiten ermittelt werden.

Auf die Gruppenphase folgte die K.O.-Runde, in der jedes Spiel über Weiterkommen oder Ausscheidung entschied. Die jungen Nachwuchskicker verspürten trotzdem keinerlei Druck. „Es ist ein sehr lustiger Tag und was Anderes als ‚normaler’ Konfi-Unterricht“, fanden Emily, Lia und Jessica. Selbst sportliche Missgeschicke trübten diesen Blick nicht. „Ich habe vorhin ein Eigentor geschossen“, gab Lia zu, „aber mein Team hat mich sofort wieder aufgebaut“.

Präses: Ein sehr gelungener Tag

Ähnliche Erfahrungen sammelte Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Es ist richtig klasse, dass so viele Konfis aus der Landeskirche mobilisiert wurden. Ein sehr gelungener Tag, wenn man sieht wie viel Spaß und Begeisterung jeder zeigt“, erzählte Rekowski. Er selbst hat Vereinsfußball gespielt und ist Borussia Dortmund-Fan, die persönliche Affinität zum Fußball ist also gegeben.

Präses Manfred Rekowski und der Rest aller Gäste erlebten besonders im Finalspiel spannende Minuten. Dort trafen das Team der Evangelischen Kirchengemeinde Altenwald-Neuweiler (Saar-Ost) auf die Auswahl der Gemeinde Lohmar (An Sieg und Rhein) aufeinander. Letztendlich konnten sich die Saarländer mit einem verdienten 5:1 klar durchsetzen und den EKiR-Konfi-Cup 2013 für sich entscheiden. Den sportlichen Siegern winkt nun eine Reise nach Berlin.

Hilden gewinnt Fairness-Preis

Genügend Grund zum Feiern haben nun auch die Konfi-Kicker aus Hilden. Der Gruppenzweite kam zwar in der Gesamtwertung nur auf Platz sieben, spielte aber insgesamt am fairsten. Das entschied eine Jury, die jede Mannschaft genau bewertete. Als Sieger des Fairness-Preises dürfen sich die Konfirmanden und Konfirmandinnen über einen Gutschein im Wert von 1500 Euro freuen - einzulösen für eine gemeinsame Unternehmung. Überreicht wurde der Gutschein von Kirchenrat Dr. Stefan Drubel, Leitender Dezernent in der Abteilung Bildung im Landeskirchenamt. Die „Top 3“ bekam zudem mit den fairen Hildenern ein Ballsortiment geschenkt.

Genau genommen gab es an diesem Tag keine Verlierer. Jenseits der Begegnungen auf dem Sportfeld wurden andere Kontakte geknüpft. „Es gibt ein Team, das bei einer hiesigen Ortsgemeinde übernachtet, um am nächsten Tag ein Fußballspiel zu besuchen“, freuten sich Elke Wieja und Karl Hesse. In Zukunft soll der KonfiCup alle zwei Jahre stattfinden. „Das soll und wird in Serie gehen“, gab sich Präses Rekowski zuversichtlich.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 17. März 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 19. März 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Text und Fotos: Jan Kleinschmidt / 17.03.2013



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