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Freuen sich über ihren Sieg beim KonfiCup 2017: Das Team der Kirchengemeinde Idar. Freuen sich über ihren Sieg beim KonfiCup 2017: Das Team der Kirchengemeinde Idar.

KonfiCup 2017

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“

Verschwitzt, müde und glücklich: Die Gewinnerinnen und Gewinner des KonfiCup 2017. Das Team der Kirchengemeinde Idar hatte sich nach sechs Spielrunden durchgesetzt und das Finale gegen die Mannschaft der Kirchengemeinde Neunkirchen mit 9:2 gewonnen. Ihr Preis: eine gemeinsame Fahrt nach Berlin.

Kurz vor Turnierbeginn ist in der Soccerhalle Neuwerk in Mönchengladbach schon mächtig was los: Aus den Lautsprechern dröhnt laute Musik, überall stehen Leute und reden – Jugendliche, Eltern, Schiris, Fans. Während sich auf den fünf Spielfeldern schon einige Teams warmmachen, werden bei anderen in den Umkleidekabinen noch die Schienbeinschoner verteilt, wieder andere futtern noch schnell ein belegtes Brötchen.

Um Punkt 10 Uhr geht es auch schon los mit der Begrüßung und einer Andacht von Dirk Riechert zur Fußball-Hymne „You’ll never walk alone“. Der Jugendreferent aus dem Kirchenkreis Jülich erinnert daran, dass die Jugendlichen nicht alleine, sondern mit  Jesus Christus unterwegs sind, ohne den das Leben nicht so wäre, wie es ist. „Ich hoffe, dass ihr, wenn ihr dieses Lied hört, an die schönen Momente heute denkt und an diese Gemeinschaft der Gläubigen.“  Von der quirligen Unruhe von eben merkt man nichts mehr, beim Gebet ist es für einen Moment sogar mucksmäuschenstill. Aber dann: Anpfiff. Die Spiele beginnen.

Der EKD-KonfiCup findet dieses Jahr nicht statt

Alle zwei Jahre veranstaltet die Evangelische Kirche im Rheinland den KonfiCup. Das Fußballturnier für Konfirmandinnen und Konfirmanden läuft in mehreren Phasen ab: Zunächst  spielen die Kirchenkreise ihre Mannschaften aus. Diese treten dann beim landeskirchlichen Turnier gegeneinander an. Normalerweise folgt die deutschlandweite Ausspielung beim EKD-KonfiCup, dieser fällt in diesem Jahr aber wegen Terminüberschneidung mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag aus.  

Für die jungen Leute sei das landeskirchliche Turnier dennoch ein wichtiges Ereignis, sagt Kirchenrat Dr. Stefan Drubel, Leitender Dezernent für außerschulische Bildung im Düsseldorfer Landeskirchenamt und dort für die Konfirmandenarbeit zuständig. „Der KonfiCup ist nicht nur eine wunderschöne Gelegenheit, Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der ganzen rheinischen Kirche zusammenzubringen, wir fördern damit auch den Teamgedanken und den Zusammenhalt zwischen Jungen und Mädchen, weil jeweils mindestens zwei von jedem Geschlecht in jeder Mannschaft spielen müssen.“

Beim KonfiCup in Mönchengladbach treten die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit 22 Teams gegeneinander an. Sie spielen zunächst in vier Gruppen die Mannschaften aus, die ins Halbfinale ziehen. Die Fußbälle mit denen sie spielen und vorher auch schon zu Hause geübt haben, stammen aus fairer Produktion. „Der faire Handel ist Thema im Konfirmandenunterricht. Beim KonfiCup kommen deshalb die fairen Bälle, über die in der Konfiarbeit geredet wird, zum Einsatz. Das ganze wird so anschaulich“, sagt Dr. Stefan Drubel. Die Anschaffung der Bälle wurde durch eine Spende der „Versicherer im Raum der Kirchen, Bruderhilfe-Pax-Familienfürsorge“ ermöglicht.

Rote Karten mussten nicht gegeben werden

Nicht nur bei den Bällen, sondern bei der gesamten Veranstaltung wird auf Fairness geachtet. Schiedsrichter Siegfried Hiller aus dem Landeskirchenamt schätzt diese insgesamt gut ein. „Die Rückmeldungen der anderen Schiedsrichter sind etwas unterschiedlich. Aber wir haben keine Rote Karte geben müssen und nur einen Feldverweis auf Zeit“, sagt er am Turnierende.

Auch Kirchenrechtsdirektorin Elke Wieja, die den rheinischen KonfiCup organisiert, hat schöne Beispiele von FairPlay beobachtet: Bei einem Vorrundenspiel wurde ein Mädchen von der gegnerischen Mannschaft gefoult und hatte sich einen Finger verletzt. Zunächst sah es so aus, als könne sie nicht weiterspielen – was das Aus für ihre Team bedeutet hätte, da es nur noch eine weitere weibliche Spielerin gab. Die Mannschaft des Foulsspielers hatte dann angeboten, eines ihrer Mädchen auszuleihen, sollte die gegnerische Mannschaft als Gruppensieger weiterkommen. „Darüber habe ich mich sehr gefreut“, sagt Elke Wieja, „genauso stellen wir uns Fair-Play vor.“ Insgeamt ist sie mit dem KonfiCup 2017 sehr zufrieden: "Die Stimmung war noch besser als vor zwei Jahren. Die Mannschaften und Betreuenden sind nett und gehen sehr rücksichtsvoll miteinander um."

Jubeln trotz Niederlage: Fairnesspreis für die "Himmelsstürmer"

Der traditionell verliehene Fairnesspreis geht in diesem Jahr an die „Himmelsstürmer“, die  Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Schöller. Eine unabhängige, mehrheitlich mit Jugendlichen besetzte Jury hatte sich für das Team aus dem Kirchenkreis Niederberg entschieden. Sie war dadurch aufgefallen, dass Fans und Mannschaftsmitglieder sich immer wieder mit ganzer Begeisterung anfeuerten, auch wenn das Team hoffnungslos zurücklag. Der Preis von 1000 Euro soll für ein gemeinschaftsstiftendes Event verwendet werden.

In der Soccerhalle laufen mittlerweile die letzten Spiele. Im Spiel um den dritten Platz setzt sich die Mannschaft der Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen (Kirchenkreis Köln Rechtsrheinisch) mit 7:3 gegen die Kirchengemeinde Kaiserswerth (Kirchenkreis Düssedorf) durch. Im Finale gewinnt das Team der Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Evangelischen Kirchengemeinde Idar (Kirchenkreis Obere Nahe) mit 9:2 gegen das Team aus der Evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen (Kirchenkreis An Sieg und Rhein). Der Jubel ist groß.

Zur Siegerehrung stehen sie dann auf der Bühne, mit geröteten und verschwitzten Gesichtern, strahlend vor Freude.  Dr. Stefan Drubel überreicht dem Team den Pokal und den Hauptpreis einer Städtereise nach Wahl. Wo es denn hingehen soll, fragt er. „ Nach Berlin!“, schallt es ihm mit Begeisterung entgegen.  „Wollt ihr nicht lieber nach Frankfurt?“ fragt Drubel.  „Nein, Berlin!“ „Oder Hamburg, vielleicht Düsseldorf?“ „Nein, Berlin! Wir fahren nach Berlin!“  Und so soll es dann auch sein.

Weitere Eindrücke vom KonfiCup 2017 gibt es in der Bildergalerie. Einfach durchklicken!

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ekir.de / Christina Schramm, Fotos: Sergej Lepke / 27.03.2017



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