Superintendent Lomate und Gemeindeglieder im Kongo. Superintendent Lomate und Gemeindeglieder im Kongo.

Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann

Kongo-Besuch: Hoffnung zerschlagen

Die belgische Ausländerbehörde in Brüssel hat in Zusammenarbeit mit dem seit März für Visaverfahren zuständigen "Schengen-Haus" in Kinshasa der sechsköpfigen Delegation aus dem Kongo endgültig die Einreise nach Deutschland verweigert.

Die Pässe und Visa wurden zuletzt in Brüssel bearbeitet. Von dort kam das „Aus“, alle Anträge wurden abgelehnt. Die deutsche Botschaft in Kinshasa ist nicht mehr für die Visumserteilung zuständig. Damit ist der Kongo-Partnerschaftsbesuch im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann definitiv gescheitert.Die Kirchengäste aus den Kirchenkreisen Longa und Dianga sollten vom 25. Mai bis 16. Juni den Kirchenkreis und seine zehn Gemeinden besuchen.

Superintendent Frank Weber: „Wir sind verärgert über die Entscheidung der belgischen Ausländerbehörde und können dies nicht nachvollziehen. Zusammen mit der Kirchenleitung im Rheinland und über die Kontakte zur EKD haben wir alle kirchlichen, politischen und diplomatischen Ebenen eingeschaltet, um die drohende Absage abzuwenden. Jetzt ist sie Fakt.“

Die Enttäuschung auf allen Seiten sei groß. Auch die Empörung gegenüber den europäischen Behörden, die durch Verschärfung der Visavergabepraxis Europa immer stärker abschotteten. Die Verantwortung für das Scheitern liege nicht auf afrikanischer Seite. „Unser Kirchenkreis wird dies nicht hinnehmen, sondern Aufklärung der wirklichen Ablehnungsgründe verlangen und rechtliche Schritte prüfen“, so Superintendent Weber.

 Partnerschaft ist wichtiges Zeichen der Ökumene

„Unsere Partnerschaft ist ein weltweites Zeichen der Ökumene. Sie besteht seit 1985. Wir werden uns weiterhin unbeirrt für unsere Partner im Kongo einsetzen und an der Bedeutung persönlicher Kontakte festhalten“, unterstreicht Weber. Die Mitglieder Delegation, die seit dem 13. April in Kinshasa auf die Erteilung der Visa wartete, werden nun nach Mbandaka, der Hauptstadt der Provinz Equateur, zurückkehren und von dort in ihre Dörfer im Regenwald zurück reisen.

20.000 Euro verloren

 „Unsere Gedanken, Gebete und konkrete finanzielle Einzelhilfen begleiten jetzt unsere Partner auf ihrem Weg nach Hause“, so Weber. Die verlorenen Kosten für die Reise der sechs Delegierten belaufen sich momentan auf mehr als 20.000 Euro. Seit Monaten hatten sich der Fachausschuss Kongo und die Gemeinden des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann sich auf den Besuch vorbereitet und darauf gefreut.

Der Superintendent forderte die Gemeinden des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann auf,  die geplanten Veranstaltungen und Partnerschaftsgottesdienste in ökumenischer Verbundenheit trotzdem stattfinden zu lassen.
 
Erreichbar nur mit dem Einbaum

Vor 28 Jahren wurde die Partnerschaft des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann mit den Kirchenkreisen Longa und Dianga in der Demokratischen Republik Kongo (ehem. Zaire) geschlossen. Die Gemeinden gehören zur Jünger-Kirche, einer 1899 gegründeten evangelisch-amerikanischen Missionskirche im Kongo.

Sie gehören zur Provinz Equateur und leben rund hundert Kilometer von der Provinzhauptstadt Mbandaka entfernt. Die Gemeinden sind mit dem Einbaum über den Fluss Ruki und dann mit dem Fahrrad sehr schwierig zu erreichen.
 

BERICHT VOM 30.5.2013

Delegation aus dem Kongo sitzt fest

„Ökumenische Partnerschaften leben von persönlicher, lebendiger Begegnung“, sagt der Mettmanner Superintendent Frank Weber. Doch genau das steht dieser Tage in Frage: Die längst erwartete Kongo-Delegation sitzt in Kinshasa fest.

Am Samstag vor nun bald einer Woche hätte die sechsköpfige Delegation aus dem Kongo im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann ankommen sollen. Ein Jahr hatten sich die Kirchengemeinden auf diesen Besuch vorbereitet, hatten Gottesdienste und Begegnungen geplant. Doch die Gäste bekommen kein Visum, die gebuchten Flüge verfielen. Dabei hatten sie rechtzeitig im April ihre Reise begonnen, hatten genug Vorlauf für die Visaerteilung mitgebracht. Geplant war der Delegationsbesuch aus dem Kongo für die Zeit vom 25. Mai bis 16. Juni.

Schon im Januar waren die sechs Delegierten nach Kinshasa gereist, um ihre Pässe zu bekommen. Seit dem 13. April halten sie sich in Kinshasa auf und warten auf ihre Visa. Ein Visum erteilt seit dem 1. März nicht mehr die deutsche Botschaft, sondern das Schengenhaus. Gründe, warum das Visum nicht erteilt wird, sind nicht bekannt, heißt es seitens des Kirchenkreises. Inzwischen helfen Landeskirche und EKD dem Kirchenkreis dabei, das Problem zu lösen.

„Wir sind sehr traurig und verärgert über undurchsichtige Entscheidungswege und uns nicht vorstellbare Barrieren“, so Superintendent Frank Weber im Gottesdienst vorigen Samstag in der Evangelischen Kirche Lintorf, zu dem spontan eingeladen wurde. „Vor allem unsere Partner in Kinshasa brauchen jetzt unseren Trost, auch im Gebet.“ Zugleich betonte Weber in Lintorf: "Wir halten unsere Einladung offen und werden das uns Mögliche tun, dass wir sie bald begrüßen können."

Gegenüber ekir.de erklärte er, dass es für ökumenische Verbindungen wichtig ist, nicht nur per Mail und Telefon Kontakt zu halten. „Man muss sich auch ab und an sehen.“

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ekir.de / neu, dm / 31.05.2013



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