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Mitglieder der Kongo-Delegation in der Evangelischen Kirche in Lintorf. Mitglieder der Kongo-Delegation in der Evangelischen Kirche in Lintorf.

Partnerschaftsbesuch

Gäste aus dem Kongo: im zweiten Anlauf gut angekommen

Diese Nachricht ist wirklich gut: Die ökumenische Partnerdelegation des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettman aus dem Kongo ist angekommen. Freitagnachmittag ist die Besuchsgruppe in Düsseldorf gelandet. Der Besuch war vor einem Jahr gescheitert.

Noch bis 23. Juni besucht die sechsköpfige Delegation aus dem Kongo den Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann. Seit 1985 besteht die Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann und den Kirchenkreisen Longa und Dianga. Die Delegierten werden auf die Nord- und Südhälfte des Kirchenkreises aufgeteilt. Sie wohnen in jeder Woche in einer anderen Gemeinde, die dann den Alltag organisiert und am Sonntag einen Partnerschaftsgottesdienst gestaltet. Insgesamt sind rund hundert Veranstaltungen und Begegnungen geplant. Der letzte Besuch einer Kongo-Delegation war im Jahr 2006.

„Eine Kirchenkreis-Partnerschaft ist kein Entwicklungshilfe-Projekt, sondern die Begegnung in Gottesdienst und Gebet ist von großer Bedeutung. Die Gäste werden den Alltag unserer Gemeinden kennen lernen“, freut sich Superintendent Frank Weber, der auch schon 2006 die Delegation begleitete.

Frank Wächtershäuser, der Vorsitzende des Fachausschusses Kongo des Kirchenkreises, sagt: „Im Gespräch, beim gemeinsamen Essen und Singen werden wir erleben, wie der Glaube an Jesus Christus unter ganz unterschiedlichen Lebensbedingungen Gestalt gewinnt – in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, und im Équateur, einer der ärmsten Regionen."

Ablehnungsgründe vor einem Jahr lösten Empörung aus

Eigentlich war die Delegation vor einem Jahr erwartet worden. Wächtershäuser, auch Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Lintorf-Angermund: "Mehr als 40 Tage warteten unsere Gäste in Kinshasa auf die Erteilung der Besuchervisa durch das Schengenhaus. Dann kehrten sie unverrichteter Dinge in ihre Urwalddörfer zurück. Die Ablehnungsgründe durch die belgischen Behörden riefen damals viel Empörung her vor. Es gab viele Nachfragen und Einsprüche beim Auswärtigen Amt in Berlin." 

Das Debakel, das auch finanziell heftig war, brachte dem Kirchenkreis in der Folge die Unterstützung des Außenministeriums sowie einen guten Kontakt zur Deutschen Botschaft in Kinshasa. Nun aber ist der Besuch da. Wächtershäuser: "Wissen Sie, wie schwierig es ist, miteinander zu kommunizieren, wenn der nächste Internetanschluss mehr als 30 Kilometer Flussstrecke entfernt ist? Wie können wir miteinander sprechen und unsere Freundschaft erneuern?"

Ein Leben fast ohne Geld

Dramatisch ist die Lage im Herkunftsland der Delegation: Es gab lange Jahre einen Bürgerkrieg, es gibt immer wieder Rebellenaufstände. Seit April wird das Land von mehr als 70.000 Flüchtlingen überschwemmt, die aus dem Nachbarland Kongo-Brazzaville ausgewiesen wurden. In der Region Ingende gibt es so gut wie keine öffentliche Infrastruktur wie Telefon, Straßen, Schulen, Krankenhäuser, Stromversorgung, Arbeitsplätze. "Es ist ein Leben fast ohne Geld – für uns ganz unvorstellbar", sagt Pfarrer Wächtershäuser.

Die Gemeinden im Raum Mettman versuchten, "den Menschen dort seit fast dreißig Jahren die Treue zu halten. Wir unterstützen sie, wenn sie einfache Schulen betreiben. Wenn sie Pygmäenkindern den Schulbesuch ermöglichen wollen. Wenn sie ganz einfache Gesundheitsstationen betreiben. Das sind Hoffnungszeichen. Aber wir wissen aus vielen Briefen, wie viel das den Menschen dort bedeutet.

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 30. Mai 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 20. Juni 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / me / 20.06.2014



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