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Barcamp Kirche Online 2015

#bckirche: Ein Beitrag von Stefan Koppelmann

Als "überaus bereichernde Erfahrung" hat Stefan Koppelmann, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises Essen, das Barcamp im vergangenen Jahr empfunden. In diesem Beitrag wirbt er für das Barcamp Kirche Online vom 18. bis 20. September in Essen

Das erste Barcamp in Essen war für mich eine überaus bereichernde Erfahrung. Und das nicht nur im Hinblick auf Erkenntnis, in welch vielfältiger Form kirchliche Akteure und Einrichtungen heute schon in den elektronischen Netzwerken miteinander kommunizieren: Begeistert haben mich vor allem auch der große Ernst und das Verantwortungsbewusstsein, mit dem die Teilnehmer, jeder in seinem Wirkungsbereich, nach neuen Wegen suchen, die frohe Botschaft des Evangeliums zu den Menschen zu tragen. Und die dem Datenschutz und der Bewahrung der Persönlichkeitsrechte dabei ebenso große Aufmerksamkeit widmen wie der Aufgabe, elementare Glaubensgewissheiten in eine Sprache zu übersetzen, die bei den Nutzern der neuen Medien ankommt.

Das Barcamp hat mir gezeigt, dass Offenheit und Neugier und die Lust, auch einmal etwas auszuprobieren und Neues zu wagen, fast immer den größten Ertrag versprechen. Und sie beweisen nicht zuletzt, dass unsere Kirche die Sozialen Medien durchaus bereichern kann – nicht nur mit authentischen Beiträgen und Themen aus der alltäglichen Arbeit von Kirchengemeinden, sondern gerade auch dann, wenn es um existenzielle Fragen, um den verantwortlichen Umgang miteinander und die Wahrung der menschlichen Würde geht.

Mit Blick auf meine Arbeit hier im Kirchenkreis hat mich das Barcamp im vergangenen Jahr darin bestärkt, die Aktivitäten in den neuen Sozialen Medien zu intensivieren und auszubauen. Die Erfahrungen, die wir mit unserem Blog „Himmelrauschen“ und der neuen Facebook-Seite „Evangelisch in Essen“ nach dem Start Anfang dieses Jahres gesammelt haben, weisen darauf hin, dass wir dadurch wirklich Menschen auf eine neue Weise für einen Dialog mit der Kirche gewinnen können. Natürlich braucht es dafür auch neue Ressourcen und eine tendeziell andere Ausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit.

Aber ich beobachte auch, dass sich immer mehr Kirchengemeinden auf den Weg machen – und das macht mir Mut. Eine unserer Pfarrerinnen veröffentlicht das, was sie erlebt, regelmäßig in ihrem Blog – von Gemeindegliedern, mit denen sie sich zum Trau- oder zum Taufgespräch verabredet, hörte sie schon mehrmals: Wir kennen Sie ja schon, durch Ihren Blog. Andere Kirchengemeinden haben eigene Facebook-Seiten gestartet – einige durchaus mit Erfolg, während andere scheitern, weil ihnen die nötigen personellen Ressourcen für die nötige Nachhaltigkeit fehlen oder es einfach auch an der Unterstützung durch Leitungsgremien mangelt.

Vor allem in der Jugendarbeit gibt es hier im Kirchenkreis einige sehr gute Ansätze, was die Vernetzung und Kommunikation mit Teilnehmern an Gruppenangeboten oder auch am Konfirmandenunterricht betrifft. Auch dies wird sicher wieder ein wichtiges Thema des Barcamps sein – denn, und das zeichnet diese Veranstaltungsform aus: Die Teilnehmer entscheiden selbst darüber, was ihnen wichtig ist und worüber in den einzelnen, über den Tag verteilten Sessions diskutiert wird.

Für mich steht nämlich fest, dass eine Kirche, die „ganz nah bei den Menschen“ sein will, dorthin gehen muss, wo sich Menschen begegnen und miteinander sprechen, wo sie in Beziehungen zueinander treten und das miteinander teilen, was sie berührt und bewegt. Und das geschieht heute sowohl auf den „sichtbaren“ Marktplätzen unserer Kirche, in den Gottesdiensten und vielfältigen Neigungsgruppen, als auch auf den „virtuellen“ Marktplätzen der elektronischen Netzwerke.

Eine Kirche, die den Menschen zugewandt ist, darf sich der Digitalisierung von Kommunikation nicht verschließen. Gerade in den neuen elektronischen Medien treffen wir Menschen, die den traditionellen kirchlichen Angeboten eher distanziert oder indifferent gegenüberstehen, die sich aber durchaus nach geistlichen Impulsen und geistlicher Begleitung sehnen. Und ich bin überzeugt: Ein gutes Wort, ein gutes Bild, eine kleine Geschichte, gepostet bei Facebook, kann in uns ebenso eine Saite zum Klingen bringen, kann uns ebenso in unserer Existenz, unserem Glauben und Fragen berühren, wie es sonst etwa ein gesprochener Psalm, eine Fürbitte oder ein Gebet im Gottesdienst vermag.

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ekir.de / Stefan Koppelmann / 31.08.2015



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