Robert Geisendörfer Preis

„Es ist ein sehr besonderer Preis“

Joachim Kosack ist einer der ganz Großen in der deutschen Medienlandschaft. Nun bekommt der Co-Geschäftsführer des Privatsenders Sat.1 den Sonderpreis des Robert Geisendörfer Preises verliehen.

Joachim Kosack, Co-Geschäftsführer von Sat.1 LupeJoachim Kosack, Co-Geschäftsführer von Sat.1

Für den rheinischen Pfarrer-Sohn ist es ein „besonderer Preis, mit einem besonderen Blick auf spezielles Medienschaffen“. Für sein eigenes Tun bekommt Joachim Kosack am 13. September den Sonderpreis des Robert Geisendörfer Preises verliehen, den Medienpreis der evangelischen Kirche. Aber was bedeutet dieser Preis einem Menschen, der es im Unterhaltungsfernsehen nach ganz oben geschafft hat? „Als Produzent war das für mich immer der kleine Grimme Preis.“

Die evangelische Kirche zeichnet mit ihrem Medienpreis Sendungen aus, die das „persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, die zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter und zum guten Miteinander von einzelnen, Gruppen und Völkern beitragen, die die christliche Orientierung vertiefen und einen Beitrag zur Überwindung von Gewalt leisten.“ Kosack erhält laut Jury den Sonderpreis deshalb: Auch im unterhaltungsorientierten Privatfernsehen kann das Programm nicht allein „mit populärem Eskapismus“, sondern müsse auch mit Haltungsfragen gefüllt werden. In vielen Sendungen habe Kosack bewiesen, dass dieser Anspruch nicht „den öffentlich-rechtlichen Sendern überlassen“ werden muss.

Weltoffen, tolerant, evangelisch

Geboren 1965 in Gunung Sitoli in Indonesien als Missionarssohn, aufgewachsen in Wuppertal, arbeitete er erst als Kabarettist, Regisseur und Schauspieler. 1996 wechselte er zum Fernsehen. Seit 2007 arbeitet er bei Sat1. Kosack hat es nie für nötig empfunden, gegen seine religiöse, protestantische Prägung anzugehen. „Vielleicht, weil diese auch immer sehr weltoffen und tolerant war“, sagt er. Im Gegenteil: „Gerade im sozialen Umgang empfinde ich diese christlich-politische Erziehung immer noch als äußerst richtig. Der Glaube ist vor allem aber auch wichtig in meiner Überzeugung, meine Kinder mit diesem in Berührung zu bringen.“

Dass Religion in den Unterhaltungsprogrammen im Fernsehen eher eine untergeordnete Rolle spielt, liege daran, dass „religiöses Leben aktuell einfach nicht mehr in den Alltag unserer Gesellschaft gehört“. Heutzutage müsse man religiös sein wollen und bekomme das nicht einfach so mitserviert. „Andererseits ist auch in den für uns so wichtigen amerikanischen Formaten Religion kaum spürbar, obwohl diese in den USA ja eine sehr große Rolle spielt.“

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 12. September 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 12. September 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / mf / 12.09.2011



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