Kunst in der Kirche

Tim Haberkorn folgt der Auferstehung bis auf den Meeresgrund

"Es geht immer nur um Bilder des Seelischen", sagt Tim Haberkorn zu seinem Werk. Eine Ausstellung in der Christuskirche in Leverkusen zeigt zurzeit Bilder und Zeichnungen des Künstlers. 

Tim Haberkorn in der Christuskirche in Leverkusen mit einer Christus-Darstellung. LupeTim Haberkorn in der Christuskirche in Leverkusen mit einer Christus-Darstellung.

Wasser, Meer, See – sie stehen im Zentrum der Arbeiten von Tim Haberkorn. 40 Werke des Malers aus dem württembergischen Crailsheim sind in Leverkusen unter dem Titel „In uns ist ein großes Meer“ zu sehen. In biblischer Tradition und zum Teil in Anlehnung an den Stil des Barocks geht es immer um symbolische Verknüpfungen. Dass die Schau in einer Kirche gezeigt wird, verwundert bei den religiösen Themen der Arbeiten nicht. Es ist aber für den Künstler auch etwas Besonderes sich gerade an diesem Ort zu präsentieren. Haberkorn: „Jeder Künstler findet Kirchen sehr interessant, denn sie ermöglichen eine andere Art der Konzentration“.

Pfarrer Dr. Detlev Prößdorf hatte über einen Pfarrkollegen von Haberkorn gehört. „Der war begeistert“, sagt er. Den Wanderaltar „Submarin“ präsentierte er unter anderem 2009 beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen. Für Prößdorf zeigt die Kunst Haberkorns „ein sehr durchdachtes theologisches Programm“. Das gilt zum Beispiel für seine Darstellung von Tod und Auferstehung Jesu, die vom sinkenden Jona über den Tod auf dem Meeresgrund zum Christus im gläsernen Meer als Auferstehungsszene führt. Die Aufnahme des Fisches als frühes Symbol der Christinnen und Christen steht ebenso dafür.

„Ich habe vielfältige Beziehungen zum Wasser und zu den Meeresbewohnern“, erklärt der 42-jährige Künstler. Beides habe in der Religion und der Psychologie große Bedeutung. Es gehe zum Beispiel um den Augenblick der Offenbarung und das Unterbewusste, das im Menschen aufsteigt. Es gibt aber auch biografische Anknüpfungen. „Mein Großvater war Angler“, sagt Haberkorn. Fische haben ihn immer interessiert. In einer Zeichnung „Der Künstler und die Anfänge der Malerei der See“ zeigt er sich als Jungen und einen großen Karpfen in der Badewanne.

Tim Haberkorn studierte von 1991 bis 2001 Evangelische Theologie und Geschichte in Tübingen. An der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste widmete er sich von 1992 bis 1994 der Kunsterziehung. 2001 legte er das Zweite Staatsexamen ab und arbeitet seitdem als freischaffender Künstler. Die Verbindung von Protestantismus und Kunst beschäftigt ihn weiter. „Protestantismus ist für mich die Möglichkeit sich frei zu entfalten, um große Dinge leisten zu können“, sagt er. Die Musik Bachs gehört für ihn genauso dazu wie der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. „Heute brauchen wir wieder Bilder des Lebens und des Heils,“ so Haberkorn.

Die Ausstellung „In uns ist ein großes Meer“ mit Werken Tim Haberkorns ist bis zum 3. April mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr in der Christuskirche in Leverkusen, Dönhoffstraße 2, zu sehen.

 

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 11. Februar 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 16. Februar 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Ralf Thomas Müller / Foto: Ralf Krieger / 11.02.2011



© 2016, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.