Mission (3)

Genauer und intensiver auf Gott hören

Fußballer haben eine Mission, Greenpeace auch, Mission ist in aller Munde, schreibt Andreas Laengner (54), Gemeindepfarrer in Anhausen. 

Andreas Laengner ist Pfarrer in Anhausen. LupeAndreas Laengner ist Pfarrer in Anhausen.

Was bedeutet der Begriff Mission für Sie?

Ihre Mission beschreiben heute viele: Fußballer haben die Mission, den Titel zu holen. Greenpeace hat die Mission, die Umwelt zu schützen und den Frieden zu fördern. Die Mission eines Sportartikelherstellers ist es, Weltmarktführer zu werden. Mission ist heute in aller Munde und heißt: Aufgabe oder Auftrag.
Selbstverständlich hat auch die Kirche eine Mission. Am schönsten finde ich diesen Auftrag zusammengefasst in Johannes 20, 21. Jesus sagt: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Jesus war von Gott dazu gesandt, um zu heilen und Gutes zu tun. So blitzte zeit seines Lebens immer wieder etwas von Gottes Reich und von Gottes wohltuender Gegenwart auf. Zum anderen redete Jesus so von Gott, dass Menschen neu mit Gott in Berührung kamen.
Die Mission der Kirche ist: Einerseits heilen, Menschen Gutes tun, dazu beitragen, Böses mit Gutem zu überwinden; andererseits so von Gott reden und zum Glauben einladen, dass Menschen wieder mit Gott in Berührung kommen. Wer Stichworte liebt, dem stehen die Paare „Diakonie und Evangelisation“ oder „Dienst und Verkündigung“ zur Verfügung.
Ich persönlich nehme gerne an der Mission Gottes teil. Mir leuchtet es völlig ein, dass Menschen in ihrem Leben die Berührung mit Gott gut tut und dass Gutes, Gerechtigkeit und Heilung in der Welt ausgebreitet werden. Das ist bei Licht betrachtet noch wichtiger als etwa die Mission der Fußballer, den Titel zu holen. Obwohl: meinen Verein, der sich seit 1958 erfolglos um den Titel bemüht, würde die Meisterschale auch mal wieder freuen…

Wie lässt sich Mission in Ihrem Arbeitsfeld umsetzen?

Mein Arbeitsfeld ist in erster Linie unsere Kirchengemeinde. In einem Team mit anderen haupt- und vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden nehmen wir an Gottes Mission teil. Unser Tun lässt sich mit den Worten „Diakonie und Evangelisation“ gut beschreiben. Die beiden Kindergärten beispielsweise machen eine pädagogisch sehr qualifizierte und teilweise innovative Arbeit. Kinder und Eltern wissen sich aber auch von den Erzieherinnen so angenommen wie sie sind. Zugleich entstehen Räume, in denen Kinder und Eltern mit Gott in Berührung kommen können: beim Singen und Beten, in der Begegnung mit den Menschen und natürlich auch beim Erleben biblischer Geschichten.
Anderes Beispiel: Selbstverständlich geht es im Bibel- und Gebetskreis schön klassisch fromm zu. Zugleich fällt mir die große Treue auf, mit der diese Leute einander und andere Menschen aus unseren Dörfern unterstützen und begleiten, wenn diese in Not geraten. Und noch ein Beispiel: Jugendliche finden am Samstagabend in unserem Jugendkeller ein Zuhause. Die jungen Erwachsenen, die den Jugendkeller verantworten, haben ein offenes Ohr, laden zum gemeinsamen Kochen und Essen ein oder planen gemeinsam mit ihnen eine Jugendwoche. Diese wird dann das Projekt der Jugendlichen. Zugleich lernen die Leute im Jugendkeller Jesus kennen: durch Wortbeiträge der anderen, ebenso aber auch durch die Begegnung mit den anderen.
Ich sehe meine Aufgabe als Gemeindepfarrer mehr und mehr darin, missionarische Aktion und missionarische Existenz in der Gemeinde zu fördern und zu ermöglichen.

Wie lautet Ihre liebste Zukunfsidee für Mission?

Meine Lieblingsidee ist, dass wir reduzieren. Wir haben heute zu viele Konzepte, Ideen, Programme im Kopf. Besser wäre es, Weniges tun, das aber gut. Dazu ist es unerlässlich, dass sich Gemeinden über ihre Prioritäten klar werden. Man kann auch fragen: Was ist die Mission unserer Gemeinde? Dazu wiederum scheint es mir unerlässlich, dass wir genauer und intensiver auf Gott hören - und dann tun, was wir gehört haben.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 3. September 2012. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 4. September 2012. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / 03.09.2012



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