EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Altarbilbel der Salvatorkirche Duisburg Die Bibel als Basis: Die Laien-Uni Theologie gibt einen Überblick über die theologischen Hauptdisziplinen.

Laien-Uni Theologie

Ein Pfingsterlebnis

"Eigentlich ist das ein dreijähriges Pfingsterlebnis", sagt Dr. Eva Mockel über die "Laien-Uni Theologie". Fast dreißig unterschiedliche Menschen verstehen sich redend und fühlend in einem Geist der Wahrheits- und Gottessuche, so definiert die 62-Jährige das ungewöhnliche Fortbildungsangebot. Am Samstag ist Zertifikatsübergabe.

Mit der Laien-Uni Theologie habe sie "gefunden, was mir in der Kirche gefehlt hat, nämlich eine intellektuelle Auseinandersetzung auf der Basis einer Liebe zur Wissenschaft und zur Religion", sagt Mockel rückblickend über das dreijährige Studium, das zwar ohne Prüfungen auskommt, nicht aber ohne Studientage und Hausarbeiten.  "Ich habe einen Ort gefunden, einen Platz für mich, der mich als denkenden wie fühlenden Menschen ernst nimmt."

Allerdings sei ihr Verhältnis zu Autoritäten "noch kritischer" geworden - wobei sie in der "Gemeinschaft von Suchenden" gern und gut lebe, so die pensionierte Lehrerin für Deutsch, Philosophie und Kunst aus Mönchengladbach. Sie engagiert sich in Presbyterium und Kreissynode und als Deutschlehrerin für Flüchtlinge.

Drei Jahre Glück

Von "Bereicherung an Geist und Seele" spricht Karin Bräunig, 61-jährige ehemalige Rechtsanwältin, die aus der rheinischen Kirche stammt, seit langem in Berlin lebt und Mitglied des Gemeindekirchenrats ihrer Kirchengemeinde in Schlachtensee ist. Als herausragend behält sie die Studientage zur Reformation in Erinnerung.

Michael Stemm aus Solingen ist Versicherungskaufmann, stellvertretender Presbyteriumsvorsitzender, Kreissynodaler und Prädikant. Nach der Zeit der Zurüstung und in der praktischen Arbeit als Prädikant habe er "Hintergrundwissen und Textverständnis" vermisst. Und dann kam die Laien-Uni. "Durch die guten und qualitativ hochwertigen unterschiedlichen Dozenten hatten wir über drei Jahre das Glück, einen tieferen Einblick in die wissenschaftliche Theologie zu bekommen."

Konzentriert, wohldosiert und inspirierend

Ähnliches Lob von Bettina Alzner, einer 47-jährigen Logopädin und Kaiserswerther Schwester: "Hochprofessionelle, hochmotivierte, gut gelaunte Super-Dozenten haben uns konzentriert, wohldosiert und absolut inspirierend in die unterschiedlichen Themengebiete der christlichen Theologie eingeführt." Sie fühlt sich durch das Studium sprachfähiger im Glauben und in ihrer Haltung zu Kirche, Religion und Zeitgeist sowie in ihrer Lebensgestaltung als Christin. "Meine wichtigste Erkenntnis stammt vom Studientag ,Hiob'. Da haben wir erfahren, dass Beten bedeutet, Macht abzugeben."

Auch Jürgen Lasenga, 62-jähriger Schriftsetzer, Drucktechniker, Mediengestalter und Presbyteriumsvorsitzender aus Niederkrüchten am Niederrhein, kommt auf diejenigen zu sprechen, die unterrichteten: "Die Dozenten infizierten uns mit ihrer Begeisterung für ihr Fachgebiet." Aber auch umgekehrt, ist Lasenga überzeugt: "Auch die Dozenten sind von der Laien-Uni begeistert. Denn wo treffen sie sonst auf eine so lernwillige, wissbegierige und engagierte Gruppe?"

Großer Gewinn

Begeistert ist noch mindestens eine weitere Person: Präses Manfred Rekowski findet es außerordentlich bemerkenswert, wie viel Zeit und Energie die Teilnehmenden in die Auseinandersetzung mit theologischen Fragen gesteckt haben - und das offensichtlich mit großem Gewinn.

Unter dem Motto "Ihr sollt ein Segen sein" wird der siebte Durchgang der Laien-Uni Theologie am Samstag, 18. Juni, abgeschlossen. Nach dem Gottesdienst um 14 Uhr in der Düsseldorfer Neanderkirche erhalten die 25 Absolventinnen und Absolventen von Präses Rekowski ihr Zertifikat.

Transparenz und Emanzipation

Rechnet man den jüngsten Jahrgang ein, haben seit Gründung der Laien-Uni 1993 rund zweihundert Frauen und Männer das dreijährige Studium absolviert. Die Laien-Uni, getragen vom Erwachsenenbildungswerk Nordrhein in Kooperation mit der Evangelischen Stadtakademie Düsseldorf, umfasst vierzig Studientage, während des Semesters vierzehntätig, jeweils einen ganzen Samstag. Das Studium gibt einen Überblick über die theologischen Basisdisziplinen: Altes und Neues Testament, Kirchengeschichte und Systematische Theologie.

Es gibt noch freie Plätze: Der nächste Durchgang der Laien-Uni Theologie beginnt im Oktober 2016.Und dann gilt für die nächsten Studierenden, was die Leiterin der Laien-Uni sagt, die Theologin Dr. Claudia Eliass: "Die Laien-Uni ist ein Beitrag zur Transparenz und Emanzipation in der Kirche."

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / neu / 17.06.2016



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.