Landessynode 2018

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Stilleben mit Worten. Foto: Anna Siggelkow Stillleben mit Worten. Die Landessynode 2018 hat auf ihrer Tagesordnung u. a. Fragen des christlich-muslimischen Dialogs und der Flüchtlingsarbeit. Foto: Anna Siggelkow

Landessynode 2018

Christlich-muslimischer Dialog ist ein Schwerpunktthema

Ein Schwerpunktthema der Landessynode 2018, die vom 7. bis 12. Januar tagt, sind Fragen des christlich-muslimischen Dialogs. Dazu liegt dem obersten Leitungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland die Drucksache „Für die Begegnung mit Muslimen. Theologische Positionsbestimmung“ vor.

Der christlich-muslimische Dialog sei ein kirchlicher Auftrag, er soll vertieft und „auch in schwierigen Situationen“ fortgeführt werden, heißt es in der Vorlage. Die Kirchenmitglieder werden ermutigt, „ihren eigenen Glauben im Dialog mit Muslimen und Musliminnen zu erklären und begeistert zur Sprache zu bringen“. Ziel des Dialogs seien gegenseitiges Kennenlernen, gemeinsames Handeln, Aushalten von Differenzen und vertiefte Wahrnehmung der je eigenen Tradition.

Praktisch spricht sich die Vorlage u. a. für einen islamischen Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach aus. Besonderheit: Die Kirchenleitung hat ein gesondertes Votum als Anlage eingebracht, das die knappen Aussagen der Vorlage zur Konversion gestrichen hat und unter dem Aspekt Religionsfreiheit den Glaubenswechsel ausdrücklich erwähnt. Zu Drucksache 30

Präsesbericht, Haushalt und andere Tops

Bericht des Präses, landeskirchlicher Haushalt 2018, Jugendbericht und Planung einer Jugendsynode, Kirchenleitungsnachwahl, Flüchtlingsfragen – das sind einige der weiteren Tagesordnungspunkte der Landessynode 2018, die in Bad Neuenahr zusammentritt. Ihr gehören 210 stimmberechtigte Mitglieder an.

Die Jugendsynode soll unmittelbar der Landessynode 2019 vorgeschaltet werden und mit je 50 Personen aus der Evangelischen Jugend im Rheinland und von Mitgliedern der Landessynode besetzt werden. Die Idee: Diese 100 Delegierten erarbeiten Themenvorschläge, mit denen sich die Landessynode dann in den darauffolgenden Jahren beschäftigen soll. Zu Drucksache 2

Jugendbericht

Im mittlerweile vierten Jugendbericht geht es um Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit. Beklagt wird, dass die Ausweitung des Schulalltags für Kinder und Jugendliche nicht zu einem Abbau der sozialen Schere beigetragen hat. Staatlicherseits müssten Ganztagsangebote verbessert werden, so die Forderung. Gerade mit Blick auf junge Geflüchtete reiche Bildung allein zu einer erfolgreichen Integration nicht aus. Hier komme der offenen und aufsuchenden Jugendarbeit eine besondere Rolle zu, heißt es weiter in dem Jugendbericht. Auch Glaube, Religiosität und Kirche werden thematisiert. Da in Familien der Glaube immer seltener weitergegeben werde, gewinnen andere Formen der religiösen Sozialisation an Bedeutung. Zu Drucksache 3

Erprobungsgesetz

Mit dem so genannten Erprobungsgesetz liegt der Landessynode 2018 ein Vorschlag zu einer Art "Experimentierklausel" vor, wie Präses Manfred Rekowski einmal sagte. Mithilfe dieses Gesetzes sollen Ideen und Veränderungsvorschläge für Strukturen und Ordnungen kirchlichen Lebens künftig leichter erprobt werden können. Dazu gewährt das Gesetz zeitlich und örtlich begrenzte Ausnahmen von geltendem kirchlichem Recht. Wenn die Landessynode das Gesetz beschließt, wird es zunächst befristet für fünf Jahre in Kraft treten, dann sollen die Erfahrungen ausgewertet werden. Zu Drucksache 16

Flüchtlinge

Asyl, Familienzusammenführung für Flüchtlinge, Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen – zu diesen Themen liegen der Landessynode 2018 mehrere Drucksachen vor. Erleichterter Familiennachzug soll Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus ermöglicht werden, so eine der Vorlagen. Schließlich behinderte die familiäre Trennung die Integration. Beklagt wird das unvermindert anhaltende Massensterben von Flüchtlingen an den Außengrenzen der Europäischen Union. Nötig sei eine an humanitären Standards ausgerichtete gesamteuropäische Flüchtlingspolitik, heißt es in der entsprechenden Beschlussvorlage. Eine weitere Vorlage richtet sich gegen eine Obergrenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Zu den Drucksachen 26 (Familienzusammenführung), 27 (EU-Außengrenzen), 29 (Flüchtlingsschutz)

Friedenswort

„Friedenswort 2018 ,Auf dem Weg zum gerechten Frieden‘ anlässlich des Endes des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren“ – das ist der genaue Titel der Drucksache 28. Dieser Beschlussvorschlag sieht eine Selbstverpflichtung der Evangelischen Kirche im Rheinland vor, sich zu einer „Kirche des gerechten Friedens“ zu entwickeln. Frieden stiften, Krieg und Gewalt überwinden: Die Vorlage enthält neben Zielformulierungen auch praktische Handlungsempfehlungen. Zu Drucksache 28

Kirchenleitungsnachwahl

Aus gesundheitlichen Gründen wird Oberkirchenrat Klaus Eberl vorzeitig in den Ruhestand gehen. Zur Wahl als neues hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung und für die Leitung der Abteilung Bildung sind der Landessynode zwei Theologinnen vorgeschlagen. Zu Drucksache 7, Zwei Theologinnen bewerben sich um die Nachfolge von Klaus Eberl. Pressemitteilung

Mitarbeitendengesetz

Auch eine Änderung des Mitarbeitendengesetzes liegt der Landessynode 2018 vor. Sie ermöglicht für bestimmte Aufgabenfelder die Anstellung von Menschen, die nicht der evangelischen Kirche angehören. Ziel ist insoweit eine Interkulturelle Öffnung. Zu Drucksache 23

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ekir.de / Anna Neumann, wb, sbe, cs, uks, rpr / 05.01.2018



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