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Bei der Unterzeichnung der Kooperation: Christiane Schönefeld von der Bundesagentur für Arbeit / NRW, Präses Manfred Rekowski und Nikolaus Immer von der Diakonie RWL (r.). Bei der Unterzeichnung der Kooperation: Christiane Schönefeld von der Bundesagentur für Arbeit / NRW, Präses Manfred Rekowski und von der Diakonie RWL Nikolaus Immer (r.).

Rheinische Kirche, Diakonie RWL und NRW-Direktion der Bundesagentur für Arbeit schließen Kooperationsvereinbarung

Gemeinsame Projekte geben Hoffnung

Junge Menschen, Flüchtlinge und Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit schlechten Startchancen vor dem Scheitern zu bewahren und Langzeitarbeitslosen neue Chancen zu eröffnen, sind die Ziele einer heute unterzeichneten Kooperationsvereinbarung. 

Dabei kooperieren die Evangelische Kirche im Rheinland und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) mit der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA). Vier Projekte mit unterschiedlichen Zielgruppen werden die Diakonie und die BA gemeinsam realisieren und finanzieren. Insgesamt geht es nach Angaben der Diakonie RWL um ein Volumen von 300.000 Euro.

„Die gemeinsamen Projekte geben Vielen Hoffnung", ist Christiane Schönefeld überzeugt, Chefin der NRW-Regionaldirektion der BA. Sie seien ein Anfang der engen Zusammenarbeit zwischen den Agenturen für Arbeit, den Jobcentern und der rheinischen Kirche. Sie zeigten außerdem, wie eng die seelsorglichen und arbeitsmarktpolitischen Anliegen verknüpft sind. "Die Projekte geben Menschen konkrete Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, um in unserer Gesellschaft ihren Weg zu gehen.“

Präses Manfred Rekowski erinnert daran, dass es bereits eine ganze Anzahl von Projekten und Initiativen für langzeitarbeitslose Menschen gibt. Die rheinische Kirche unterstützt seit zwanzig Jahren in Gemeinden Arbeitslosenberatungsstellen und diakonische Beschäftigungsträger. "Aber das alles ist nicht genug. Unser Engagement als Kirche kann immer nur ergänzen und es soll anregen: Gemeinsam können wir noch mehr für die Menschen erreichen – als Gesetzgeber wie als Unternehmer.“

„Unsere Projekte richten sich bewusst an drei entscheidende Gruppen von Menschen, die oft als chancenlos auf dem Arbeitsmarkt gesehen werden“, erklärte Nikolaus Immer, Geschäftsbereichsleiter für Soziales und Integration bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. „Dabei haben wir neben den Flüchtlingen, die derzeit viel Aufmerksamkeit bekommen, vor allem die Langzeitarbeitslosen und jugendlichen Schulabbrecher im Blick.“

Laborday für Jugendliche

„Laborday“ ist der Arbeitstitel eines Projekts, das Jugendliche mit Startschwierigkeiten auf den Weg in eine Berufsausbildung und während der Ausbildung begleiten soll. Initiatoren sind das Jobcenter Köln und das Jugendwerk Köln. Ziel ist, jungen Menschen, die abseits des allgemeinen Werte- und Sozialsystems stehen und sich frustriert jeder Kontaktaufnahme durch Institutionen verweigern, neues Vertrauen zu vermitteln und ihnen einen Weg in die Gemeinschaft zu ebnen.

Sie werden da angesprochen, wo sie sind, von Menschen, die ihre Sprache sprechen und ihre Nöte und Ängste akzeptieren. Aus Vertrauen wird Selbstvertrauen, und daraus wächst die Einsicht, Hilfen als solche zu erkennen und zu nutzen. Ein langer, aber hoffnungsvoller Weg.

Spezielle Sprachkurse

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Zentrum Bildung und Beruf Michaelshoven gGmbH (ZBB) in Köln gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Köln und dem Bleiberechtsnetzwerk Chance. Spezielle Sprachkurse für Asylbewerber und Flüchtlinge sollen Menschen, die zwar über eine berufliche Qualifikation verfügen, aber ohne eine grundlegende Sprachkompetenz keine Chance auf Ausbildung oder Beschäftigung haben, einen Zugang zum Arbeitsmarkt eröffnen.

ZBB und Diakonie stimmen sich zur Finanzierung der Sprachkurse von Flüchtlingen und Asylbewerbern ab, die weder an den staatliche geförderten Integrationskursen noch einem berufsbezogenen Sprachkurs (ESF-BAMF) teilnehmen können.

Fachkräfte für Metalltechnik

Noch im Aufbau befindet sich die Weiterbildung für geringqualifizierte Arbeitslose, die in fünf Qualifizierungsmodulen in Remscheid zur Fachkraft für Metalltechnik (Zerspanungstechnik) ausgebildet werden. Die begleitende Betreuung verantwortet die GESA gGMBH im Auftrag der Diakonie. Ziel ist, Geringqualifizierten die Chance auf eine Fachkraftausbildung anzubieten und sie über die Dauer der fünf Module zu motivieren und die Qualifizierung erfolgreich zu absolvieren.

In Kooperation mit der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, den Jobcentern in Wuppertal, Solingen und Remscheid sowie der Industrie- und Handelskammer finanziert die Evangelische Landeskirche die begleitende sozialpädagogische Betreuung. Sobald die Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann die begleitende Betreuung beginnen.

Für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge

Das vierte Projekt in Dortmund liegt zwar nicht im Gebiet der rheinischen Kirche, es fügt sich aber in die Projektlandschaft, die aus der praktischen Arbeit der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe erwachsen ist. Die Diakonie arbeitet NRW-weit, in Dortmund zusammen mit der westfälischen Landeskirche, die dieses Projekt auch finanziell trägt: Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge werden landesweit zentral in Dortmund und Bielefeld betreut.

Migrationssensibles Coaching der jungen Flüchtlinge soll ihnen einen Weg in den Alltag, die Kultur, die Ausbildungssysteme und die Gemeinschaft ermöglichen. Beratung und Unterstützung leisten Sozialarbeiter im Berufskolleg in Dortmund. Den langen Weg in der neuen Heimat gemeinsam zu gehen, ist der Ansatz.

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ekir.de / neu, Foto: Sergej Lepke / 02.09.2015



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