EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Bringt ihr Hobby in die Gemeindearbeit ein: Manuela Bünger, Pfarrerin der Kirchengemeinden Dorlar und Atzbach. Bringt ihr Hobby in die Gemeindearbeit ein: Manuela Bünger, Pfarrerin der Kirchengemeinden Dorlar und Atzbach.

Meditatives Laufen

Sie setzt ihre Gemeinde laufend in Bewegung

Sie macht Gemeindearbeit im Grünen: Manuela Bünger, Pfarrerin der Gemeinden Atzbach und Dorlar im Kirchenkreis Wetzlar, hat ein selbst entwickeltes meditatives Lauftherapie-Projekt für ihre Gemeindeglieder auf den Weg gebracht.

Echinacea-Pflanze mit guten Wünschen und ein Schuhkarton voller Wellness-Artikeln sind der Dank der Teilnehmerinnen an ihre Pfarrerin. Echinacea-Pflanze mit guten Wünschen und ein Schuhkarton voller Wellness-Artikeln sind der Dank der Teilnehmerinnen an ihre Pfarrerin.

Laufen ist nicht nur für den Körper wertvoll, sondern auch für die Seele. Das haben die 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der meditativen Laufgruppe aus den Evangelischen Kirchengemeinden Dorlar und Atzbach erfahren. Die sieben Männer und 28 Frauen zwischen 10 und 71 Jahren haben ihr zwölfwöchiges Lauftraining absolviert. Das Training hatte ihre Pfarrerin in ihrer Fortbildung zur Lauftherapeutin beim Deutschen Lauftherapiezentrum (DLZ) Bad Lippspringe bei Paderborn entwickelt. Manuela Bünger schließt diese Fortbildung im September ab. Am Schluss wird eine wissenschaftliche Arbeit stehen.

Bünger hat durchaus ihr Hobby in die Gemeindearbeit eingebracht. Denn sie hält es mit dem Schriftsteller und Theologen Klaus Douglass: „Glaube ist nicht nur eine Sache des Kopfes, sondern der Füße.“

Einstieg für ungeübte Läuferinnen und Läufer

Das von Bünger entwickelte Training richtet sich an Ungeübte. „Zu Beginn sind wir jeweils zwei Minuten gegangen und eine Minute gelaufen“, so Bünger. Am Ende konnten alle ohne Schwierigkeiten 30 Minuten im moderaten Tempo laufen.

Zunächst stand der sportliche Aspekt im Vordergrund. Dabei hat Manuela Bünger unter anderem auch über die richtigen Laufschuhe und über gesunde Ernährung informiert. Für Feinschliff sorgte eine Video-Laufanalyse nach der vierten Woche. 

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“

Ab der siebten Woche hatten die Trainingseinheiten dann einen spirituellen Schwerpunkt. So gab es zum Thema „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ nicht nur ein Fußsensibilisierungsprogramm. Die Teilnehmenden setzten sich auch mit dem Inhalt des Bibeltextes aus Psalm 31, Vers 9 auseinander. Dass sie nach ihrem Abitur eine große Freiheit bei der Wahl ihres künftigen Lebensweges spüre, erzählte beispielsweise eine Schülerin.

Zum Programm gehörten auch ein Lastenlauf mit Taschen, in die Steine gefüllt worden waren und die die Läufer zum Schluss an einem Baum niederlegten – als Zeichen für das Ablegen dessen, was die Menschen innerlich bedrückte. Auch einen Pilgerlauf auf dem "Elisabethpfad" leitete die Pfarrerin an.

Menschen anders für Gemeinde ansprechen

Die Erfahrungen der Teilnehmenden sind positiv: „Ich kann jetzt durchschlafen“, „Mein Glaubensleben wurde vertieft“ und „Wenn ich vorher gefrustet war, ging es mir nach dem Laufen richtig gut“.

Wissenschaftlich sei erwiesen, dass Laufen gegen Depressionen helfe, sagt Pfarrerin Bünger. Das Training sei aber auch eine gute Möglichkeit, Menschen anders für Gemeinde anzusprechen und sie mit geistlichen Impulsen innerlich zu stärken.

Zur Gemeinschaft zusammengewachsen

Außerdem habe die Gruppe ein starkes Gemeinschaftsgefühl entwickelt. „Wenn jemand krank wurde und nicht kommen konnte, haben die anderen nachgefragt und sich um diesen Menschen gekümmert.“ Und das geschah generationenübergreifend. Und so wird die Theologin voraussichtlich auch im kommenden Jahr wieder ein Lauftraining anbieten, für die Gemeindeglieder kostenfrei.

Theologisches Fundament des Laufprogramms ist für die Pfarrerin beispielsweise das Geschehen um den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten oder die Tatsache, dass Jesus ein Wanderprediger war. „Biblische Geschichten sind Unterwegs-Geschichten.“

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 21. Juli 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 28. Juli 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Uta Barnikol-Lübeck / 28.07.2014



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.