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Bühne am Karlsplatz Pfarrerin Dr. Heike Lipski-Melchior aus Bonn und Pfarrer Christoph Urban aus Konz moderierten auf der Bühne am Karlsplatz die Kirchentagsveranstaltung zum Thema Lebensklugheit.

Bühne am Karlsplatz

„Erkennen, dass auch andere klug sind“

„Kann es sein, dass Liebe dort anfängt, wo die Kontrolle aufhört?“, fragte Martin Buchholz bei einer Veranstaltung auf der Kirchentagsbühne der NRW-Landeskirchen am Karlsplatz in Stuttgart. Biblisch und persönlich näherten sich die Gäste dem Thema Lebensklugheit.

Der Rösrather Kabarettist Buchholz nahm das Thema Lebensklugheit in ganz unterschiedlichen Lied- und Wortbeiträgen auf. „Von Altklugen, Klugscheißern und anderen Zeitgenossen“ handelte sein Programm. Darin erzählte er auch die Geschichte einer Frau aus Uganda, die zweimal verwitwet war und von deren zehn Kindern nur fünf überlebten. Sie verlor trotzdem nicht den Lebensmut. Hilfe bekam die Mutter von einem einheimischen christlichen Werk unterstützt von der Kindernothilfe aus Duisburg. Wichtig für Buchholz ist, dass es Christen gibt, „die auch vor der größten Not nicht kapitulieren“.

Dummheit als moralischer Mangel

Biblisch näherte sich der emeritierte Alttestamentler Professor Dr. Jürgen Ebach der Dummheit und der Klugheit. Die Bibel lasse sich auch als Plädoyer für das Lernen des Klugwerdens lesen, erläuterte er. Sie selbst spiele im Judentum und im Christentum eine zentrale Rolle für die Bildung. „Um klug zu werden sollen wir wissen, dass wir nicht alles können, aber dass wir deshalb auch nicht nichts vermögen“, so der Bibelwissenschaftler.

An einer Anleitung zum Klugsein versuchten sich drei Prominente. Dietmar Arends, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche, hat für sich erkannt, dass die Klugheit damit beginnen kann, „zu erkennen, dass auch andere klug sind“. Er plädierte für eine große Bereitschaft zum Zuhören.

Die Kirche eine „Villa Kunterbunt“

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, räumte ein, dass es zwar schön wäre, wenn man direkt der Bibel entnehmen könne, wie zum Beispiel zur Maut oder Gesundheitsreform abgestimmt werden müsse. Doch so einfach ist das nicht. Klugheit bedeutet für sie zu sehen: „Wir sind nicht die Größen, da ist noch einer, der größer ist als wir.“

Für die Systematische Theologin Dr. Christina Aus der Au aus Frauenfeld in der Schweiz sind Klugheit und Dummheit nicht von der Intelligenz abhängig. Dummheit sei ein moralischer Mangel, erklärte sie. Es gehe darum zu handeln, wie in den Geschichten der Bibel gelernt.

Der Aufgabe einer literarisch-poetischen Tageszusammenfassung stellte sich am Freitag die Theologin und Autorin Christina Brudereck aus Essen. Sie sprach dabei auch von den Heldinnen ihrer Kindheit, ihrer Großmutter, Astrid Lindgren und Pippi Langstrumpf. Die Zuhörerinnen und Zuhörer forderte sie auf: „Und bitte, lass uns kühn sein. Geh mit Gnade und Geistkraft. Dem Gegenteil von Einsamkeit.“ Zuversicht und Vertrauen waren ihre Leitmotive: „Gott küsst unser müdes Herz gesund. Wunder ist ja auch die Steigerung von wund. Und aus der Kirche machen wir? Eine Villa Kunterbunt.“

 

 

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ekir.de / rtm / Foto: Sergej Lepke / 06.06.2015



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