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Karl Kardinal Lehmann feiert am Pfingstmontag seinen 80. Geburtstag. Foto: epd / Kristina Schaefer Karl Kardinal Lehmann feiert am Pfingstmontag seinen 80. Geburtstag. Foto: epd / Kristina Schaefer

Kardinal Lehmann 80

Ein echter Brückenbauer

Er gilt als besonnener Reformer, der sich für die Ökumene einsetzt: Karl Kardinal Lehmann. Präses Manfred Rekowski gratuliert ihm zum 80. Geburtstag und nennt ihn „einen echten Pontifex, einen Brückenbauer“. Auch die Altpräsides Manfred Kock und Nikolaus Schneider würdigen Lehmanns Verdienste.

Glück- und Segenswünsche zum 80. Geburtstag hat Präses Rekowski im Namen der Evangelischen Kirche im Rheinland in einem Brief an Karl Kardinal Lehmann übermittelt. Mit seiner Amtszeit als Bischof von Mainz seit 1983 und als Kardinal seit 2001 verbinde sich für die rheinische Kirche „ein besonders intensives ökumenisches Miteinander“, heißt es darin.

Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz habe Lehmann mit vielen theologischen Beiträgen die Ökumene in Deutschland und die Gesellschaft geprägt. „Sie haben Konfessionen übergreifend Brücken geschlagen und dabei immer wieder auf die Quellen verwiesen, aus denen wir gemeinsam schöpfen“, schreibt Rekowski.

Kock: „Lehmann hat das Netz der Zusammenarbeit enger geknüpft“

Auch Präses in Ruhe Manfred Kock hat Lehmanns Beitrag zur Ökumene gewürdigt. Er habe, ohne die Loyalität zur römischen Leitung seiner Kirche aufzugeben, um Freiräume für die Ortskirche gekämpft. Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz habe er „maßgeblich dazu beigetragen, das Netz der Zusammenarbeit zwischen evangelischer und katholischer Kirche in Deutschland immer enger zu knüpfen“, erklärt Kock. Er sei dankbar für die sechs Jahre, in denen er als EKD-Ratsvorsitzender von 1997 bis 2003 mit Lehmann zusammenarbeiten konnte.

Kock erinnert an Lehmanns Überzeugung, „dass unsere gemeinsamen Worte nur wirksam sind, wenn sie eine verlässliche Fundierung im Zentrum der Theologie haben“. Daher sei dem Bischof von Mainz auch die Übereinkunft in Fragen der Rechtfertigungsbotschaft ein Meilenstein theologischer Annäherung gewesen. Am Reformationstag 1999 hatten der Lutherische Weltbund, die katholischen Kirche und der Weltrat Methodistischer Kirchen die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre unterzeichnet. Sie gilt als ein zentrales Dokument der ökumenischen Bewegung.

„Ich hoffe, dass der Dialog auch nach Rückschlägen wieder neuen Auftrieb erhält. Dabei ist zu beherzigen, was die feste Überzeugung des Kardinals geblieben ist: Eine Ökumene des kleinsten gemeinsamen Nenners führt nicht zur von Jesus gewollten Gemeinschaft“, so Kock.

Schneider: “Ein wesentlicher Impulsgeber des ökumenischen Dialogs“

Für Altpräses Nikolaus Schneider ist Lehmann ein herausragender Theologe der römisch-katholischen Kirche. Lehmann habe die Anstöße des 2. Vatikanischen Konzils aufgenommen und ihre Konkretisierung und Umsetzung zu seiner Lebensaufgabe gemacht. Seine kluge Leitung als katholischer Vorsitzender des „Ökumenischen Arbeitskreises“ habe diesen zum wesentlichen Impulsgeber ökumenischen Nachdenkens in Deutschland gemacht.

Die kürzlich erfolgte päpstliche Veröffentlichung „Laetitia Amoris“ ist aus Sicht Schneiders „eine späte Bestätigung“ der ganz wesentlich von Lehmann formulierten Vorschläge zum Umgang seiner Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen – „auch ein schönes Geburtstagsgeschenk zum Achtzigsten!“.

Den Repräsentanten der evangelischen Kirchen sei Lehmann „mit einer nicht zu erschütternden Freundlichkeit begegnet, auch wenn er bei der Kenntnisnahme mancher Schriften und Äußerungen etwas zu verdauen hatte“, so Schneider. Seine Kritik sei stets sachlich und fair geblieben.

Im ökumenischen Dialog sei Kardinal Lehmann immer ein verlässlicher Partner, der dem Gegenüber auf Augenhöhe begegnet, lobt der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende. „Kardinal Lehmann beeindruckt durch seine Gelehrsamkeit und seine Argumentationsstärke, niemals durch das Ausspielen hierarchischer und konfessioneller Autoritätsansprüche.“

Rudolph: „Geschätzter Gesprächspartner der rheinischen Kirche“

Als „inspirierenden Glaubenszeugen und prägende Persönlichkeit in der Deutschen Bischofskonferenz“ hat die Leiterin der Ökumene-Abteilung der Evangelischen Kirche im Rheinland, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, den Kardinal gewürdigt. Er habe Menschen weit über die katholische Kirche hinaus in der Ökumene zum Nachdenken angeregt und ermutigt.

„Seine zugewandte Freundlichkeit und seine herausragende theologische Kenntnis haben ihn zu einem Gesprächspartner gemacht, der in der Evangelischen Kirche im Rheinland außerordentlich geschätzt ist“, so Barbara Rudolph. 

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ekir.de / Ulrike Klös / 16.05.2016



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