EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Reinoldikirche in Dortmund. Reinoldikirche in Dortmund.

Tag der Lehrerinnen und Lehrer

"Auf Gott vertrauen bedeutet Leben in Fülle“

Er erinnert sich bis heute: Nach der sechsten Stunde, er ist als Pfarrer zu Gast im Lehrerzimmer, um den nächsten Schulgottesdienst vorzubereiten: "Ich schaute meist in Gesichter, die erschöpft und müde waren. Ein Schultag hatte Spuren hinterlassen."

So beschreibt der heutige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, seine Wahrnehmungen von Schulalltag. In seiner Predigt im Abschlussgottesdienst des "3. Tags für Lehrerinnen und Lehrer" in der Dortmunder Reinoldikirche sagte der Präses weiter: "Zwischen Chaos minimierenden Maßnahmen, pädagogischen Interventionen und Animationsbemühungen haben sich die Lehrerinnen und Lehrer unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen - Stundenzahl, Klassengrößen usw. - bemüht, den Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, ihnen Kompetenzen zu vermitteln, eine offene und angstfreie Atmosphäre zu schaffen, Lernziele zu erreichen. Zweifellos ein Kraftakt." Der Druck solle in diesem Gottesdienst Gott geklagt werden.

Ein Gottesdienst sei aber auch ein Raum zum Ausatmen und Auftanken und für Hoffnungsbilder. Jeremia 17,7+8 beschreibt ein solches Bild: einen Baum, der am Wasser gepflanzt ist. „Welch schöne Vorstellung, der blühende Baum“, meinte Rekowski, „Bild für einen Menschen, der in seinem Vertrauen auf Gott diesen als Quelle lebendigen Wassers erfährt und ihm vertraut und zuversichtlich lebt. Auf Gott vertrauen bedeutet Leben in Fülle.“ Der Baum sei auch ein gutes Bild für innere und äußere Entwicklung des Menschen, wie sie Schülerinnen und Schülern vorgelebt und beigebracht werden solle.

Solche Entwicklung finde auch im Gottesdienst statt, wenn uns gesagt werde, dass wir mehr sind als das, was wir leisten und so gewollt werden, wie wir sind. Rekowski: „Wir kennen die Quelle, die unseren Durst stillt und das lebensnotwendige Wasser gibt.“

Die Evangelische Kirche von Westfalen veranstaltete zum dritten Mal den Lehrertag für NRW, in diesem Jahr ist erstmals die Evangelische Kirche im Rheinland mit ihrem Pädagogisch-Theologischen Institut (PTI) mit dabei. Rund 600 Lehrerinnen und Lehrer sowie an Schulen tätige Pfarrerinnen und Pfarrer nahmen teil. "Prüfet aber alles. Das Beste behaltet" - dieses Bibelwort war der Titel des Lehrertags.

Käßmann: Schulen sind Orte des interkulturellen Lernens

Darum drehte sich auch der Hauptvortrag, gehalten von der Prof. Dr. Margot Käßmann. Die Theologin  forderte eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung von Schulen. Sie würden immer mehr zu einem Ort des interkulturellen Lernens. Deshalb komme es vor allem darauf an, religiöse Toleranz und verschiedene Weltanschauungen zu vermitteln. Schulen müssten sich der Herausforderung stellen, dass es nicht mehr zwingend allgemein gesellschaftlich anerkannte Werte und Normen gebe, sagte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Religionsunterricht könne durchaus auch konfessionsübergreifend angeboten werden, sagte Käßmann weiter. Mit einem solchen Modell habe sie in ihrer Zeit als hannoversche Landesbischöfin gute Erfahrungen gemacht. Als großes Problem für den Religionsunterricht sieht sie die Tatsache, dass aufgrund mangelnder religiöser Sozialisation viele Schülerinnen und Schüler keine oder nur geringe Erfahrungen mitbringen. Angesichts von 700.000 muslimischen Schülerinnen und Schülern in Deutschland sollte auch diesen Kindern und Jugendlichen ein religiöses Angebot unterbreitet werden.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 26. September 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 29. September 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu, roß, epd.de, Foto: Mbdortmund/wikimedia.org / 26.09.2014



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.