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Publikation zu Fragen der geistlichen Leitung

Dehnübungen für den Spagat

Der Spagat zwischen Ökonomie und Theologie ist das Thema der Publikation „Dehnübungen – Geistliche Leitung in der Diakonie zwischen wirtschaftlichen Erfordernissen und geistlichem Anspruch“. 

Dem Kooperationsprojekt der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) und dem Amt für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste ist eine Tagung mit gleichem Titel vorausgegangen. Die Publikation dazu geben Barbara Montag von der Diakonie RWL und Christoph Nötzel, der Leiter des GMD, heraus. Als Autoren konnten vor allem theologische Vorstände aus dem Gebiet der Diakonie RWL gewonnen werden. Auch die wissenschaftliche Theologie ist vertreten mit Prof. Beate Hofmann und Prof. Eberhard Hauschildt.

Dieter Beese, Professor und Landeskirchenrat in Bielefeld, steuert einen kritischen Essay bei. Peter Burkowski, Leiter der Führungsakademie für Kirche und Diakonie in Berlin, nennt Impulse für eine Landkarte geistlicher Leitung diakonischer Einrichtungen. Christian Heine-Göttelmann, ehemaliger Superintendent und heute Vorstand der Diakonie RWL, greift auf diakonische Führungsaufgaben zurück, die sich mit dem Superintendentenamt in den letzten Jahren immer stärker herausgebildet haben. Auf diese kritischen Einstiege folgt ein Beitrag von Jörg Hohlweger über „Geistliche Leitung als Entwicklung einer diakonischen Organisation“.

Facetten von Führungskultur

Aspekte werteorientierten Managements reflektieren Martin Büscher und Hans Höroldt. Diakonische Organisationskultur nehmen Matthias Dargel, Rainer Fischer und Beate Hofmann unter die Lupe. Christoph Nötzel, Klaus Riesenbeck (Kaiserswerther Diakonie), Hans-Wilhelm Fricke-Hein (Neukirchener Erziehungsverein) und Barbara Montag beleuchten unterschiedliche Facetten von Führungskultur.

In seinem Vorwort weist Diakoniepräsident Ulrich Lilie darauf hin, dass Kirche und Diakonie „in einem zeitgleich säkularer und multireligiöser werdenden Umfeld nach ihrer Identität und ihrem Auftrag“ fragen müssen. Diakonie sollte, so Lilie, „evangelisch kenntlich und zugleich ihre unternehmerische Existenz in einer pluralen Gesellschaft bejahend“ auftreten.

Die Beiträge des Buches liefern keine geschlossene Theorie geistlicher Leitung in der Diakonie und sie verzichten zugleich auf simple Rezepte. Barbara Montag und Christoph Nötzel sprechen von einer „Zwischenetappe“ in einer notwendigen Diskussion, die weitergeführt werden muss. 

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ekir.de / vis, neu / 05.06.2015



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