EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Erinnerung an eines der Opfer der Loveparade-Katastrophe im Jahr 2010. Archivfoto: epd-bild/Friedrich Stark Erinnerung an eines der Opfer der Loveparade-Katastrophe im Jahr 2010. Archivfoto: epd-bild/Friedrich Stark

Duisburg

Angehörige gedenken in Gottesdienst der Loveparade-Opfer

Im Gottesdienst am Vorabend des siebten Jahrestags der Loveparade-Katastrophe haben Eltern und Angehörige der 21 Todesopfer gedacht. In seiner Predigt sagte Pfarrer Martin Winterberg in der Duisburger Salvatorkirche, das Unglück lasse die betroffenen Familien, Verletzten, Traumatisierten und auch die Stadt Duisburg nicht los.

Dennoch dürfe sieben Jahre danach auch wieder "Helles" sein. Die Katastrophe treibe die Betroffenen noch immer um, weil "so viel offengeblieben ist", sagte der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg laut Predigttext. Die entstandene Lücke lasse sich nicht füllen. Zugleich werde nach sieben Jahren das Leben auch weitergelebt und es geschehe auch Schönes. Das dürfe sein, sagte Winterberg.

Mit Anbruch der Dunkelheit sollte am Sonntagabend auch wieder die traditionelle "Nacht der 1.000 Lichter" stattfinden. Dabei erinnern Hunderte Kerzen am Ort der Loveparade-Katastrophe, dem Karl-Lehr-Tunnel, an die Opfer. Am Jahrestag am Montag ist dann eine öffentliche Gedenkveranstaltung im Tunnel geplant. Dabei soll es erstmals nicht mehr nur 21 Glockenschläge für die Todesopfer, sondern einen 22. Schlag für die verletzten und traumatisierten Menschen geben. Am 24. Juli 2010 waren bei der Loveparade in Duisburg 21 Menschen bei einer Massenpanik im Tunnel eines ehemaligen Güterbahnhofes ums Leben gekommen. Mehr als 650 weitere wurden verletzt.

Mehr als sieben Jahre nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg soll im Dezember der Strafprozess beginnen. Die "Stiftung Duisburg 24.7.2010" bereitet sich auf die Begleitung von Angehörigen und Opfern der Loveparade-Katastrophe während des Strafprozesses vor. Bei dem Prozess sei der Einsatz von Notfallseelsorgern ebenso notwendig wie eine medizinische und psychologische Betreuung, sagt Stiftungsvorstand Jürgen Widera. 

Prozessbeginn im Dezember in Düsseldorf

Der Strafprozess zur Loveparade-Katastrophe beginnt am 8. Dezember vor dem Landgericht Duisburg im Congress Center an der Düsseldorfer Messe. Die Betreuung der Angehörigen und Opfer an drei Verhandlungstagen pro Woche für voraussichtlich mindestens zwei Jahre könne auf keinen Fall ehrenamtlich geleistet werden, betonte Widera. Die Stiftung hoffe auf finanzielle Unterstützung der NRW-Landesregierung. "Wir rechnen mit offenen Türen für unsere Bitte", sagte der evangelische Pfarrer, der auch Ombudsmann für die Opfer ist.

Am Rande der Gedenkfeier zum siebten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe am 24. Juli informiert die Stiftung zudem die Angehörigen der Toten und die überlebenden Opfer über den bevorstehenden Prozess. Dies sei vor allem für die aus dem Ausland anreisenden Eltern und Angehörigen der Todesopfer nötig, die aus Spanien, Italien, China, Australien und den Niederlanden kommen, hieß es.

Größere öffentliche Wachsamkeit

Auch durch das anstehende Strafverfahren rechnet der Sprecher des Stiftungskuratoriums, Jürgen Thiesbonenkamp, wie Widera evangelischer Theologe, zum siebten Jahrestag des Unglücks mit einer größeren "öffentlichen Wachsamkeit" in Duisburg als in den vergangenen Jahren. Deshalb werde der Jahrestag am Montag wieder öffentlich begangen.

Als Gast zur Gedenkfeier habe sich bereits die ehemalige NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) als Privatperson angekündigt. Der Tunnel wird vom 23. Juli, 18 Uhr, bis zum 24. Juli, 20 Uhr, für den Autoverkehr gesperrt.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / epd / 23.07.2017



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.