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Mehr als 3.000 Sängerinnen und Sänger haben in den Dortmunder Westfalenhallen schon für das Pop-Oratorium 'Luther' geprobt. Mit dem Chor arbeiteten der Musikproduzent Dieter Falk (l.) und der Autor des Librettos, Michael Kunze (r.). Die Premiere des Stück Mehr als 3.000 Sängerinnen und Sänger haben in den Dortmunder Westfalenhallen schon für das Pop-Oratorium "Luther" geprobt. Mit dem Chor arbeiteten der Musikproduzent Dieter Falk (l.) und der Autor des Librettos, Michael Kunze (r.). Die Premiere des Stück

Pop-Oratorium "Luther"

Luthers Wort aus 3.000 Kehlen

Nur wenige Stunden bis zum Verhör vor dem Reichstag zu Worms 1521: Martin Luther sucht Kraft im Gebet, um die Wahrheit vor den Mächtigen seiner Zeit nicht zu verleugnen. "Dass die Lüge siegt, darf nicht geschehen", singt Musical-Star Frank Winkels als Luther. 

Dann stimmt er den Refrain an, der programmatisch für die Botschaft des Pop-Oratoriums "Luther - das Projekt der tausend Stimmen" stehen könnte: "Ich will selber denken - ich mit Gott allein". "Selber denken" fallen die 3.000 Chorsängerinnen und -sänger kraftvoll ein.

Noch ist es eine Probe. Mit dem Pop-Oratorium über Martin Luther gewinnt ein erstes kirchliches Großprojekt zum 500. Reformationsjubiläum Gestalt. Die Premiere des Chorwerks soll am Reformationstag, am 31. Oktober, in der Dortmunder Westfalenhalle gefeiert werden. Am 31. Oktober 1517 soll der Mönch seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geheftet haben - Auslöser für tiefgreifende Umwälzungen in Kirche und Staat und die Entstehung des Protestantismus als neue christliche Konfession.

"Das Luther-Jahr 2017 wird ein großes Ereignis für ganz Deutschland", erwartet Ralf Rathmann, Vorstand der Stiftung Creative Kirche aus Witten, die das Musikevent gemeinsam mit der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veranstaltet.

20.000 Zuschauer sollen "Luther" in den beiden Aufführungen am Reformationstag in der Westfalenhalle erleben. "Für das Jubiläumsjahr 2017 planen wir eine Tournee durch zehn Städte in Deutschland", kündigt Rathmann an. Für jeden Ort soll ein neuer Großchor gebildet werden - ähnlich dem, der sich zur Probe in Dortmund eingefunden hat.

Gott war das Wort

"Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort" - mit ausladenden Bewegungen dirigiert Komponist Dieter Falk die 3.000 Stimmen. Sopranistinnen und Altistinnen haben auf der Tribüne Platz genommen, die 500 Tenöre und Bässe davor im Innenraum.

Unter großem Applaus stellt Falk den Sängern den Textautor des Pop-Oratoriums Michael Kunze vor. Der Mann, der 200 Top-Ten-Hits geschrieben und produziert und zahlreiche Musicals ins Deutsche übersetzt oder selbst geschrieben hat, zeigt sich berührt: "Noch nie habe ich mit 3.000 Menschen gearbeitet, die mit mir und für mich ein Stück realisieren."

"Mit so vielen Leuten zu singen, das ist einmalig", meint auch der Hamburger Musical-Star Frank Winkels, er hat 13 Jahre Bühnenerfahrung, unter anderem in "Shrek", "Chicago", "Mamma Mia" und "Ich war noch niemals in New York". In der Rolle des "Luther" trägt der 40-Jährige eine große Verantwortung für das Gelingen der Aufführung.

"Respekt, aber keine Angst"

"Ich habe Respekt vor der Aufgabe, aber keine Angst", sagt Winkels. Er freue sich "total" auf die Herausforderung. Religion, meint der Sänger, sei grundsätzlich ein guter Anker: "Aber Menschen müssen selber denken, nach ihrem Gewissen handeln."

Ziel des Stücke ist es auch, zum Nachdenken anzustoßen: Was wollte Luther? Was hat die Reformation heute noch zu sagen? Falk und Kunze betonen, dass es ihnen nicht allein um die Biografie Luthers oder gar ein Helden-Epos geht. "Wir behandeln vielmehr Themen, mit denen er verbunden ist", sagt Kunze und meint Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und den Widerstand seines Gewissens gegen Obrigkeit und Kirche als übermächtige Autoritäten.

"Wir werden auch Ohrwürmer hören"

Zugleich soll das Pop-Oratorium aber auch unterhalten. Rock-, Jazz- und Gospelklänge hat Komponist Falk in das Werk eingebaut - neben dem einen oder anderen musikalisch modernisierten Luther-Choral. "Wir werden auch Ohrwürmer hören", sagt der Düsseldorfer Musiker, der als Kind selbst in einem von seiner Mutter geleiteten Kirchenchor sang.

Einer der 3.000 Sängerinnen und Sänger im Alter von 8 bis 83 Jahren ist André Holz von "Gospel Unlimited" aus Hattingen: "Wenn man hört, wie der große Chor im Ganzen klingt, kommt einfach Gänsehaut-Feeling auf." Symphonieorchester und Rockband erklingen bei der Probe noch vom Band, doch schon beim ersten Lied ahnt man, was Holz meint: Die Stimme des Erzählers verklingt, E-Gitarren und Schlagzeug setzen lautstark ein - und dann ertönen aus 3.000 Kehlen die Buchstaben "L-U-T-H-E-R".

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epd / 15.05.2015



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