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Beim Dreh für die Weihnachts-Multimediastory: Nils Davidovic von der Jugendkirche Düsseldorf. Beim Dreh für die Weihnachts-Multimediastory: Nils Davidovic von der Jugendkirche Düsseldorf.

Weihnachts-Multimediastory: Making of

„Hättste mal besser auch solche Handschuhe“

Es ist der erste und einzige Tag in diesem Winter, an dem sich Schneeflocken zeigen. Oder um bei der Wahrheit zu bleiben: Schneeflöckchen. Doch so klein sie auch sind: Sie schweben durch die Dämmerung und schenken den ersehnten Vorgeschmack auf Weihnachten.

Und so ist es der perfekte Tag, um das Video über die Menschwerdung Gottes zu drehen. Das wird Teil einer Premiere: der Weihnachts-Multimediastory. Ihr Making of beschreibt hier Online-Redakteurin Anna Neumann.

Wir sind zu fünft und drehen in der City von Düsseldorf. Kämpfen ein bisschen gegen die Kälte. Wir im Team haben leichte Aufgaben: Linse scharf stellen, Ton checken, Licht halten. Nils Davidovic von der Jugendkirche Düsseldorf dagegen hat den anspruchsvollen Part: Er muss im Film erklären, warum Gott auf die Welt kommt. Echt keine Kleinigkeit.

Und obwohl Nils weiserweise die Beste aller Kopfbedeckungen zum Dreh mitgebracht hat, kämpft auch er mit der zunehmenden Kälte. Einmal, in einer kurzen Drehpause, steht er da am Rande des Weihnachtstrubels in der Altstadt. Händereibend. Kommt ein Mann, guckt auf Nils‘ Pelzmütze und sagt: „Hättste mal besser auch solche Handschuhe!“

Das Video wird Teil unserer Multimediastory, die wir mit „Pageflow“ präsentieren werden. Pageflow, ein Open-Source-Tool für multimediales Storytelling, wurde in diesem Jahr bekannt, weil eine Story mit dem Grimme-Online-Award 2014 ausgezeichnete wurde.

Angefangen hatte es beim rheinisch-westfälischen Barcamp Ende September. Da war der Bochumer Journalist Kai Rüsberg alias @Ruhrnalist, er kam mit seinem doppelt schönen Motto „#macheseinfach“ und begeisterte uns für Pageflow.

Rheinisch-westfälische Kooperation

Wir, das sind die Onliner der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Evangelischen Kirche im Rheinland, das sind @kaffeeschwarz, @ralpe und @mckiss7777. Im Grunde sind wir selbst eine Multimediastory: Die eine ist Social-Media-Spezialistin, der andere Pastor und Diplom-Informatiker, der Dritte Fernsehredakteur.

Am 4. Oktober war dann Kaffeekapseltag: @Ruhrnalist machte uns vertraut mit Pageflow, zeigte uns auf reportage.wdr.de Stories des WDR, darunter auch die Geschichte über Kaffeekapseln. Und dann haben wir natürlich begonnen zu brainstormen. Wir hatten ja bisher nur verabredet: Wir wollen einen Weihnachts-Pageflow.

Warum kommt Gott als Kind in Windeln?

Aber was denn genau? Kein Raum in der Herberge: Aktuell liegt es nahe, eine Flüchtlingsfamilie zu suchen, die ihre Geschichte erzählt. Wo bleibt man Weihnachten als Obdachloser? Wir reden über Weihnachtsbäume, Weihnachtsgeschenke und die Weihnachtsgeschichte.

Und da passiert es: Wir grooven uns ein auf den Gedanken, uns auf die Frage zu konzentrieren, was Weihnachten ist. Und das wollen wir festlich-besinnlich erzählen. Problembewusst, aber nicht problemorientiert. Warum kam Gott zur Welt? Warum wurde er Mensch? Was heißt, Jesus ist einer von uns? Wir fingen Feuer, stellten uns vor, dass wir aus Lukas 2 lesen – und die Abschnitte wie einen roten Faden über die Story verteilen, eine Aufteilung, die wir später aufgaben.

Weihnachten ohne Singen undenkbar

Unser Traum war klar: User würden unsere Weihnachtsgeschichte(n) unter dem Tannenbaum gucken, auf dem Laptop, Smartphone oder Tablet. Wir überlegen, eine Hebamme zu befragen, einen Theologieprofessor, einen Hirten, ich denke an den Schafhirten bei mir im Kölner Grüngürtel. Wir sprechen über eine Krippensammlerin. Und darüber, dass das Weihnachtsfest ohne Musik, ohne Singen undenkbar wäre. Aus manchen Ideen werden Beiträge, anderes wird nie das Licht der Welt erblicken.

Zeit für die Realisierung. Mein Kollege Fernsehredakteur fährt nach Monschau zur Krippana – und dann noch vierzig Kilometer weiter, weil sich herausstellt, dass die Krippana sozusagen in der Nähe von Monschau ist - das Wort Nähe passt eigentlich nicht mehr.

Zu Besuch im Kreißsaal

Mein anderer Kollege organisiert das Hosting beim Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt klar. Und macht die Adresse klar: weihnachten.evangelisch.de. Die Bielefelder Kollegin sammelt Töne.

Als wir im Kreißsaal des Florence-Nighthingale-Krankenhauses in Kaiserswerth drehen, fällt mir kurz vorm Start auf, dass noch eine Mülltüte ins Bild ragt. Ich schiebe sie ein paar Zentimeter zurück in den Kreißsaal, sehe blutige Tücher und erinnere mich deshalb daran, dass wir keine Geburt filmen. Aber dass hier echt Kinder zur Welt kommen.

Videobotschaft aus Jerusalem

Aus Jerusalem kommt am Nikolaustag ein Geschenk in unsere Dropbox geflogen: Von dort wünscht der lutherische Bischof „Fröhliche Weihnachten“.

Weil zu Weihnachten gehört, dass wir ein Herz für andere haben, bedienen wir uns im Footage von Brot für die Welt – dafür wird ja in den Weihnachtsgottesdiensten gesammelt. Herauskommt die erste „Kollektenabkündigung“ in Form einer Videoreportage. Es ist der zweite Advent und ich sehe zum ersten Mal das Intro: ein Loop, nein, nicht mit Brot, sondern mit Bohnen. Einfach schön!

Marketing nicht vergessen

Kurz vor dem dritten Advent. Ich habe den vorletzten Beitrag für ein ganz anderes Projekt erhalten: Flüchtlinge und Flüchtlingsarbeit kommt zwar nicht in unser Weihnachts-Pageflow, wird aber in der zweiten Adventshälfte noch Thema einer eigenen Serie.

Aus der Grafik kommt der Entwurf für die Werbekarte: Wer ein Phone oder Tablet verschenkt, soll sie ausdrucken und dem Geschenk beilegen – als Einladung, auf dem neuen Device als erstes die Weihnachtsstory anzuschauen.

Weltweit erstes Pageflow-Weihnachts-„Karaoke“

Hang on, hang out! Fürs Pageflow machen wir eine Online-Videokonferenz, um die losen Enden zu fassen zu bekommen. Der Loop mit der Kerze fehlt noch. Ist die Kapelle im Schnee ein schöneres Fotomotiv als der (Weihnachts-) Stern am Himmel? Wer kümmert sich um die Textgestaltung fürs weltweit erste Pageflow-Weihnachts-„Karaoke“? Es wird Zeit für den Upload.

Für mich ist es immer so gewesen: An Heiligabend wird nach der Kirche nochmal zu Hause aus dem zweiten Kapitel des Lukas-Evangeliums gelesen. Als wir noch zu klein waren, las meine Mutter oder mein Vater, später eins von uns Kids. Unterm Tannenbaum. So soll auch unsere Pageflow-Weihnachtsstory funktionieren: Wir erzählen – mit ein paar heutigen Variationen - diese verblüffende alte Geschichte. Unterm Tannenbaum. 

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ekir.de / 15.12.2014



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