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Statue von Nelson Mandela am Parliament Square in London. Foto: commons.wikimedia.org / DaveJB Statue von Nelson Mandela am Parliament Square in London. Foto: commons.wikimedia.org / DaveJB

Südafrika

Trauer um Nelson Mandela

Madiba war sein Clanname. "Held der Freiheit" nennt ihn spiegel.de, zeit.de trauert um den "großmütigen Revolutionär". Nelson Mandela ist gestorben, der Mann, der wegen seines Widerstands gegen die Apartheid in Südafrika Jahrzehnte inhaftiert war.

Dann wurde er der erste schwarze Präsident Südafrikas und Friedensnobelpreisträger, brachte der "Regenbogennation" mehr Versöhnung, als irgndwer zu träumen gewagt hätte. Nun trauert auch die Evangelische Kirche im Rheinland um Nelson Mandela, so Barbara Rudolph, die rheinische Ökumene-Chefin. "Mit der Trauer verbindet sich der Dank für alle, die sich in der rheinischen Kirche für die Überwindung der Apartheid eingesetzt haben." Insbesondere gelte der Dank den Frauen, die die Aktion "Kauft keine Früchte der Apartheid" initiiert haben.

Im Arbeitszimmer der Theologin hängt bis heute ein alter Anstecker, auf dem das Bild des jungen Mandela abgebildet ist mit der Umschrift "Freiheit für Mandela". Barbara Rudolph: "Durch den Einsatz für Gerechtigkeit in und außerhalb Südafrikas ist Mandela Staatspräsident geworden. Eine Aufforderung auch für heute, sich gegen scheinbar unüberwindliche Ungerechtigkeit einzusetzen."

Gemeindepfarrer in Johannesburg: Michael Diezun. Gemeindepfarrer in Johannesburg: Michael Diezun.

Madiba ist auch Thema des Audio-Interviews, das ekir.de-Redakteurin Anna Neumann mit dem rheinischen Pfarrer Michael Diezun geführt hat. Der Theologe lebt zurzeit als Gemeindepfarrer in Südafrika, in einer schwarzen Gemeinde im Norden Johannesburgs. Mandela ist und bleibe der "Vater des modernen Nach-Apartheid-Südafrikas", so Diezun. Er ist zur Stunde damit beschäftigt, für heute Abend in seiner Gemeinde einen Gottesdienst zu organisieren.

Nelson Mandela wurde am 18. Juli 1918 geboren. Schon in jungen Jahren engagierte er sich gegen das weiße Regime und für gleiche Rechte der schwarzen Mehrheit des Landes. Er trat dem African National Congress (ANC) bei. Lange setzte er sich im Sinne Gandhis für gewaltfreien Widerstand ein, nach dem Massaker von Sharpeville, bei dem unbewaffnete Demonstranten erschossen wurden, schwenkten er und Mitstreiter im ANC um, setzten auf den gewaltsamen Kampf gegen die Apartheid. Mandela erlitt Bannungen, Verhaftungen, war 27 Jahre auf der Atlantikinsel Robben Island inhaftiert, vgl. wikipedia.org.

Mandela wurde am 11. Februar 1990 aus der Haft entlassen. Der damalige Staatspräsident Frederik de Klerk hatte den Befehl gegeben und wenige Tage zuvor das Verbot des ANC aufgehoben. Noch am Tage seiner Freilassung leitete Mandela in einer Rede vor 120.000 Zuhörern in einem Stadion in Soweto öffentlich seine Politik der Versöhnung ein, indem er „alle Menschen, die die Apartheid aufgegeben haben“, zur Mitarbeit an einem „nichtrassischen, geeinten und demokratischen Südafrika mit allgemeinen, freien Wahlen und Stimmrecht für alle“ einlud.

Den Friedensnobelpreis erhielt Mandela 1993 gemeinsam mit de Klerk. Am 27. April 1994 gewann der ANC die ersten demokratischen Wahlen Südafrikas. Das Parlament bestimmt Mandela zum Präsidenten, zugleich ist er (bis Ende 1997) ANC-Präsident. Und so setzte er als Staatschef und Präsident des ANC (bis Dezember 1997) die Politik der Versöhnung um. Apartheid-Gesetze wurde aufgehoben. Die „Wahrheits- und Versöhnungskommission“ unter Bischof Desmond Tutu arbeitete die Apartheid-Zeit auf.

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ekir.de / neu / 06.12.2013



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