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„Junge Flüchtlinge aus Afrika vegetieren wie streunende Hunde dahin“

Rheinische Kirchendelegation in Marokko / Kritik an EU-Politik

Pressemitteilung Nr. 46/2012

Rheinische Kirchendelegation in Marokko / Kritik an EU-Politik

Von katastrophalen Zuständen, unter denen afrikanische Flüchtlinge in Marokko leben, berichtet eine Delegation aus der Evangelischen Kirche im Rheinland nach einem Besuch dort. Flüchtlinge leiden größte Not: mangels Essen, wegen nächtlicher Minusgrade und durch ständige Übergriffe der marokkanischen Polizei. Das erfuhr die Delegation in Gesprächen mit Flüchtlingen in illegalen Lagern. Diese Menschen, die eigentlich nach Europa wollten, sähen Marokko nur als Durchgangsstation und lebten nun dort in notdürftigen Behausungen aus Ästen und Plastikfetzen, in und unter verrosteten Zügen auf Abstellgleisen. Not und Elend der Flüchtlinge in Marokko seien schockierend, heißt es im Bericht über die Reise, an der mit Susanne Degenhardt (Kirchenkreis Aachen) und Hans-Joachim Schwabe (Kirchenkreis Jülich) zwei stellvertretende nebenamtliche Kirchenleitungsmitglieder teilnahmen, dazu der Jülicher Superintendent Jens Sannig, die Landessynodale Heidi Janina Stiewink (Kirchenkreis Braunfels) sowie der Flüchtlingsexperte im Landeskirchenamt, Kirchenrat Pfarrer Rafael Nikodemus.

Die durch die Blockadepolitik an den EU-Außengrenzen entstandene Lage sei unerträglich. Wer in die traumatisierten Gesichter der Flüchtlinge geschaut habe, wisse, wie wichtig die Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Kirche von Marokko ist, so der Bericht. Die Besuchsgruppe traf Flüchtlinge in Oujda, Fes und Rabat, sie stammen aus verschiedenen afrikanischen Ländern. „Die Vorstellung, dass vor allem Europa mit seiner Blockadepolitik an den EU-Außengrenzen das Elend zu verantworten hat, und die meisten jungen Menschen wie streunende Hunde dort dahinvegetieren lässt und sie jeder Zukunftsgestaltung beraubt, ist unerträglich“, heißt es im Bericht der Delegation.

Die kleine Evangelische Kirche von Marokko leistet Hilfe

Deutlich wurde, dass die kleine, nur rund 2.000 Mitglieder zählende Evangelische Kirche von Marokko an der Grenze ihrer eigenen Kapazitäten und mit Hilfe insbesondere aus dem Kirchenkreis Jülich Nothilfe leistet – mit Lebensmittelpaketen und dringendster medizinischer Versorgung. Mit Kirchenpräsident Samuel Amedro und anderen besprach die Reisegruppe jetzt weitere Unterstützung und Projekte aus der rheinischen Kirche in der nächsten Zeit.

Für den kommenden Sonntag Reminiszere lädt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zur Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christinnen und Christen ein - in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Maghreb. Dabei soll an diesem zweiten Passionssonntag, 4. März, besonders für die Glaubensgeschwister in Algerien, Marokko und Tunesien gebetet werden. Anders als ursprünglich geplant und im gedruckten Materialheft zum Sonntag Reminiszere gilt auch die Kollekte der „Hilfe für verfolgte Christen“ durch die EKD; maßgeblich ist die Online-Version der Materialhilfe.

In den Umwälzungen des „arabischen Frühlings“ drohe vielen, auch christlichen Minderheiten in Nordafrika ein „menschenrechtlicher Winter“, schreibt der EKD-Ratsvorsitzende und rheinische Präses Nikolaus Schneider im Grußwort des Materialheftes. Für sie soll in den Gottesdiensten am Sonntag gebetet werden.

Bericht der Delegation auf www.ekir.de im Wortlaut

Auf unserer Homepage www.ekir.de finden Sie den Bericht der Delegation im Wortlaut. Außerdem berichtet Hans-Joachim Schwabe im Audio-Interview über die Gespräche mit Flüchtlingen, die dringenden Hilfen für sie sowie die nötigen Konsequenzen. Der direkte Link: http://www.ekir.de/www/service/marokko15199.php

Materialheft der EKD Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen, Reminiszere 2012, Länderbeispiel Maghreb, Algerien – Marokko – Tunesien: http://www.ekd.de/download/ekd_fuerbitte_2012_neu.pdf

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 5. März 2012. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 5. März 2012. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 05.03.2012



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