"Den Helfern gilt mein größter Respekt"
Jugendcamp: Vaterunser in Gebärdensprache
Wie haben Sie die Stimmung auf dem Jugendcamp erlebt?
Total positiv. An den Schulen und in der Stadt – egal wo ich war, die Menschen waren immer in Aktion und dabei sichtlich zufrieden. In den insgesamt 310 Workshops fand jeder etwas, was sie oder ihn interessierte und begeisterte. Hier, aber auch mittags und abends vor der Bühne auf dem Platz-auf-der-Idar, in der Christuskirche und in St. Walburga, war die Stimmung unter den Besuchern und Mitwirkenden sehr freundlich. Die Veranstaltungen haben begeistert. Schon ab dem „Abend der Begegnung“ konnten wir das auch bei den Idar-Obersteinern bemerken, die sich als sehr gastfreundlich erwiesen haben.
Welche einzelnen Momente des Jugendcamps werden Ihnen noch lange in Erinnerung bleiben?
Es gibt kleine Geschichten am Rande, die mich sehr gefreut haben. Einer der Sicherheitsleute ging morgens auf einen Mitarbeiter zu und erzählte, dass er eine obdachlose Frau im Zelt neben der Bühne übernachten ließ. Morgens fuhr er sie dann zu einer sozialen Einrichtung. Er fragte nach, ob sein Verhalten in Ordnung war. Als ich das hörte, habe ich mich sehr gefreut.
Ein zweiter unvergesslicher Moment war mein Besuch im Dunkelcafé. Ich habe rein gar nichts gesehen. Ein sehr freundlicher, fast blinder junger Mann hat mich durch das Café geführt. Er war so unglaublich sicher dabei, dass ich mich einfach von ihm habe führen lassen.
Wie finanziert die Evangelische Jugend im Rheinland das Jugendcamp in Zeiten knapper Kassen und sinkender Kirchensteuereinnahmen?
So eine Veranstaltung funktioniert eindeutig nur mit Hilfe der vielen Ehrenamtlichen, die mal wieder ein enormes Engagement gezeigt haben. Sie waren von morgens bis abends immer hilfsbereit und freundlich, obwohl sie die ganze Zeit arbeiten mussten. Ihnen und allen anderen Helfern gilt mein größter Respekt. Neben diesem Einsatz brauchten wir natürlich auch bares Geld. Dies setzte sich durch Kollektensammlungen, Zuschüsse von der Landeskirche und anderen Geldgebern sowie Spenden von Sponsoren zusammen.
Welche langfristige Wirkung kann so ein Vier-Tages-Event wie das Jugendcamp überhaupt haben?
Der Erfolg unserer Veranstaltung misst sich nicht an Besucherzahlen, sondern auch daran, dass die Teilnehmer zurück in die Gemeinden gehen und kreative Ideen genauso wie neue Gedanken dort einbringen und umsetzen. Auch in Zeiten knapper Kassen, in denen in der Jugendarbeit vielerorts gespart werden muss, ist gerade die Kreativität gefragt und das Gefühl, dass sich das Engagement für die Jugend lohnt – denn die heutige Jugend wird unsere Gemeindearbeit in Zukunft noch viel mehr gestalten.
Jugendcamp 2010
ekir.de / Interview (Ausschnitt): Nils Hille / 06.06.2010
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