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Jürgen Rams (l.) und Dietmar Fleischer von der rheinischen Männerarbeit. Jürgen Rams (l.) und Dietmar Fleischer von der rheinischen Männerarbeit.

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Neues Magazin präsentiert "Mensch Mann"

Das neue Magazin „Mensch Mann“ zeigt, wo die Schwerpunkte bei der Männerarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland liegen.  In vier Kapiteln widmet sich das Heft der Lebenswelt von Männern: Arbeit, Familie, Alter und Glaube.

Die Reportagen, Interviews und Essays verbindet die leitende Frage, inwiefern Kirchengemeinden Foren für Männer bieten können und welchen Stellenwert kirchliche Angebote für Männer überhaupt haben. Die Bestandsaufnahme von Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, ist zunächst ernüchternd. „Landein, landauf klagen Presbyterien und Pfarrer darüber, dass Männer am Gemeindeleben wenig teilnehmen“, schreibt er im Vorwort von „Mensch Mann“.

Offenbar spielr Kirche "für viele kaum noch eine Rolle“. Zwar sei in Presbyterien – wo Mann entscheiden kann – das Zahlenverhältnis der Geschlechter fast ausgeglichen. Doch bei den aktiven Mitgliedern der Gemeinden herrsche ein deutlicher Frauenüberschuss. Frei nach Pete Seeger stelle sich die Frage: „Sag mir, wo die Männer sind, wo sind sie geblieben?“

„Wenn die Kirche wieder mehr Männer ansprechen will, ist einiges zu beachten“, schreibt Manfred Rekowski. Durch eine Studie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sei belegt: „In den Augen von Männern stellt sich die Kirche oft als Wohltäterin für andere dar, denen sie vermeintlich Gutes tun möchte.“ Männer empfänden das als ein Betreut-Werden – und gingen auf Abstand zur Institution. „Wo Männer dagegen selbst Angebote entwickeln können, da lassen sie sich für Kirche begeistern.“

Überraschungen beim Spiel über Bande

Wie das gelingt, beschreibt Jürgen Rams, Leiter des Zentrums für Männerarbeit der rheinischen Kirche in „Mensch Mann“ so: „Wenn es um Fragen des Sinns und des Glaubens geht, spielen Männer über die Bande.“ Wenn man sie direkt auf diese Fragen anspreche, reagierten Männer eher ablehnend oder desinteressiert. Führe man dagegen eine Bande ein, seien Überraschungen zu erleben. „Es kann die Bande Kind sein, über die Männer nach dem Sinn des Lebens fragen. Oder die Bande Natur, etwa beim Fahrradfahren oder Pilgern.“

Aufbrüche seien in Gemeinden deutlich zu spüren. Allein 385 Männergruppen gibt es derzeit auf dem Gebiet der rheinischen Kirche. „Wir erleben dort in der Regel eine überproportionale Offenheit, die wir so im Alltag nicht erfahren“, sagt Dietmar Fleischer, Referent im Zentrum für Männerarbeit. „Männer reden offener, wenn sie unter sich sind. Turteleien und Alphatiergehabe gibt es nicht, und Männer trauen sich eher zu sagen, was ihnen auf der Zunge liegt.“ Dass sie sich beispielsweise von der Exfrau verlassen fühlten. „Oder dass sie Schwierigkeiten haben, ihre Kinder nach der Trennung regelmäßig zu sehen und so das Aufwachsen der Kinder oft nur aus der Ferne begleiten können.“

„Mensch Mann“ bildet den Auftakt zu einer Reihe mit Magazinheften zu den einzelnen Arbeitsbereichen der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Reihe trägt den Titel „EKiR.thema“. Wer „Mensch Mann“ lesen möchte, kann eine E-Mail an maennerarbeit@ekir.de schicken und bekommt das Heft kostenlos zugeschickt.

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ekir.de / Thomas Becker, Foto: Gerald Biebersdorf / 04.05.2015



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