Stellen die Menchenrechtskampagne zum Thema Bildung vor, v.r.: John Wesley Kabango, Präses Manfred Rekowski, Oberkirchenrat Klaus Eberl und Dr. Jochen Motte. Stellen die Menchenrechtskampagne zum Thema Bildung vor, v.r.: John Wesley Kabango, Präses Manfred Rekowski, Oberkirchenrat Klaus Eberl und Dr. Jochen Motte.

VEM-Menschenrechtsaktion 2014

Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung

Bildung ist ein Menschenrecht – in Afrika, Asien, Deutschland. Doch die Wirklichkeit sieht vielerorts anders aus. 67 Millionen Kinder im Grundschulalter können weltweit keine Schule besuchen. Bildung ist ein Menschenrecht - so heißt die neue VEM-Kampagne.

Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) und die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) haben zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember eine Kampagne für das Recht eines jeden Kindes auf Bildung gestartet. „Wir fordern eine Grundschulausbildung für jedes Kind“, sagte Dr. Jochen Motte, Vorstandsmitglied und Menschenrechtsexperte der VEM, bei der Vorstellung der Menschenrechtsaktion 2014. "Weisheit erwerben ist besser als Gold." Dieses Wort aus Sprüche 16,16 ziert das Plakat, das das Thema Bildung in den Mittelpunkt der Aktion zum Tag der Menschenrechte stellt. So wird um Unterstützung von Bildungsprojekten für benachteiligte Kinder geworben.

Er erinnerte daran, dass die Vereinten Nationen bis 2015 jedem Kind eine Grundschulbildung garantiert haben. Dieser Anspruch weiche jedoch immer noch weit von der Realität ab. Beispiel Afrika: Ein Drittel aller Kinder südlich der Sahara können nicht zur Schule gehen, weil sie sich als billige Haushaltshilfe verdingen und so zum Familieneinkommen beitragen. Andere schuften unter Lebensgefahr im Bergbau. Von einem Teufelskreis spricht Jochen Motte: „Armut verhindert Bildung, und ohne Bildung schafft auch die nächste Generation nicht den Weg aus der Armut.“

„Afrika hat Fortschritte gemacht, aber es steht noch vor entscheidenden Herausforderungen“, sagte John Wesley Kabango, Vorstandsmitglied der VEM und Bildungsexperte aus Ruanda. Neben der Armut sei das Geschlecht ein Hinderungsgrund für einen Schulbesuch. Viele Mädchen würden gar nicht erst zum Unterricht angemeldet. Außerdem sei die Qualität vieler Schulen schlecht. Es fehle an Lehrmaterialien, Lehrkräfte seien ungenügend ausgebildet und in vielen Schulen gebe es weder Strom, frisches Wasser noch sanitäre Anlagen.

Hoffnung Partnerschaftsarbeit

In den partnerschaftlichen Beziehungen der zur VEM gehörenden Kirchen in Afrika und Deutschland sieht Kabango eine große Chance, die Situation in afrikanischen Schulen zu verbessern. „Die Partnerschaftsarbeit hilft bei der Umsetzung von Schulprojekten“, sagte er. Außerdem könnten durch bilaterale Hilfe Lehrkräfte qualifiziert und Lehrpläne verbessert werden.

Nachholbedarf bei der Bildungsgerechtigkeit gebe es auch in Deutschland. Besonders Kinder aus wirtschaftlich armen Familien und Kinder mit einer Behinderung seien im deutschen Bildungssystem benachteiligt, so der rheinische Bildungschef Oberkirchenrat Klaus Eberl. Das habe auch die jüngste Pisa-Studie wieder gezeigt: Es bestehe ein Zusammenhang zwischen Armut und fehlenden Bildungschancen in Deutschland, so Eberl. „Es ist besser geworden, aber nicht gut genug.“

Den entscheidenden Hebel bieten schon die Kitas

Eberl kritisierte vor allem, dass zu wenig in den Elementarbereich investiert werde. „Der Elementarbereich ist der entscheidende Hebel, um Bildungschancen zu verbessern“, sagte der Leiter der Bildungsabteilung im Landeskirchenamt. Er wies darauf hin, dass gerade kirchliche Träger in die Qualität ihrer Kindertagesstätten investieren.

Der VEM und der rheinischen Kirche machten die nach wie vor bestehenden Bildungsdefizite in Deutschland Sorgen, sagte Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. So müssten Kindern mit Migrationshintergrund und Flüchtlingskindern die gleichen Bildungschancen gewährt werden wie allen anderen auch. Denn Bildung sei eine Voraussetzung für politische und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit und Chancengleichheit.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 6. Dezember 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 9. Dezember 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / wb / 09.12.2013



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