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Werben für die Kampagne 'Gegen Menschenhandel. Für Menschenrechte': VEM-Menschenrechtsexperte Dr. Jochen Motte, Regine Reinalda von der Mitternachtsmission Dortmund und Präses Manfred Rekowski. Werben für die Kampagne "Gegen Menschenhandel. Für Menschenrechte": VEM-Menschenrechtsexperte Dr. Jochen Motte, Regine Reinalda von der Mitternachtsmission Dortmund und Präses Manfred Rekowski.

Tag der Menschenrechte

Kampagne gegen Menschenhandel gestartet

"Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." Das hat Jesus gesagt. Und deshalb ist für Präses Manfred Rekowski klar: "Menschen dürfen nicht zu Sklaven werden, dürfen nicht zu Ware werden."

Natürlich weiß der Präses, dass Sklaverei "so alt wie die Menschheit ist", erklärte Rekowski in der Presseskonferenz zum "Tag der Menschenrechte" am 10. Dezember. Mehr als 20 Millionen Menschen weltweit sind Opfer von Sklaverei, von Menschenhandel. Grund genug für die Vereinte Evangelische Mission (VEM), zu deren Trägerinnen die Evangelische Kirche im Rheinland gehört, die Kampagene "Gegen Menschenhandel. Für Menschenrechte" zu starten. 

Von den mehr als 20 Millionen modernen Arbeitssklaven sind 5,5 Millionen Kinder. In Afrika sind zwei Drittel der Opfer Kinder. Mit 11,7 Millionen ist die Zahl der Arbeitssklavinnen und -sklaven in Asien am höchsten. Doch auch in Europa ist Menschenhandel ein alltägliches Phänomen. Die Arbeitsorganisation ILO schätzt, dass 4,5 Millionen Menschen sexuell ausgebeutet werden. 55 Prozent der Betroffenen sind Frauen.

Gnadenlose Globalisierung

Menschenhandel ist ein "gigantischer Wirtschaftszweig", klagt Präses Rekowski. Da funktioniere die Globalisierung gnadenlos. VEM-Vorstandsmitglied Dr. Jochen Motte erläuterte die Kampagne: Sie richtet sich an die Gemeinden, sie erhalten die Plakate und Broschüren zur Kampagne. Ziel ist, so Präses Rekowski, "dass das Thema auf die Tagesordnung kommt und auf der Tagesordnung bleibt". Schließlich sei Menschenhandel ein Problem in den VEM-Mitgliedskirchen in Afrika und Asien - "und auch hier".

Das machte Regine Reinalda von der Dortmunder Mitternachtsmission deutlich. Der Verein unterhält neben einer Beratungsstelle für Prostituierte auch eine Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel. „In diesem Jahr haben wir schon fast 200 Frauen beraten, die zur Prostitution gezwungen wurden. Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern der Welt, in denen Frauen arm sind“, berichtete Reinalda.

Sichere Unterbringung für die Frauen und ihre Kinder

„Wir bringen die Frauen und deren Kinder sicher unter, wo die Täter sie nicht finden können. Und wir unterstützen sie, wenn sie ein Strafverfahren gegen die Ausbeuter anstrengen.“ Unterstützt wird die Arbeit der Beratungsstelle auch durch Mittel der VEM. Während zuletzt eher Frauen aus Bulgarien und Rumänien betroffen waren, seien es nun Frauen aus Afrika. Und die Zahl der Frauen, die Kinder haben, seit gestiegen, auch auf rund 200.

Engagiert ist die VEM beispielsweise auch in Hongkong - genauer gesagt unterstützt sie ihre dortige Mitgliedskirche, die Chinese Rhenish Church, die sich für die Rechte ausgebeuteter philippinischer und indonesischer Haushaltskräfte einsetzt. Motte berichtete auch von Projekten für ehemalige Kindersoldaten in Goma im Ostkongo, die neue Perspektiven erhalten sollen. Die dortige baptistische Kirche sorge projektweise dafür, dass die Jugendlichen als Friseur, Automechaniker oder Schreiner angelernt werden. "Um zu überleben." 

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ekir.de / neu, Foto Michel Schier / 08.12.2014



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