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Auch vor dem Landeskirchenamt hängt das Plakat der neuen VEM-Menschenrechtsaktion. Auch vor dem Landeskirchenamt hängt das Plakat der neuen VEM-Menschenrechtsaktion.

Vereinte Evangelische Mission (VEM)

Menschenrechts-Experten: Auch Deutschland muss noch einiges tun

Anlässlich der diesjährigen Menschenrechtsaktion der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) fordern Fachleute auch von der Bundesregierung mehr Anstrengungen auf diesem Gebiet ein. "Auch bei uns ist das eine oder andere zu tun", kritisierte der frühere Menschenrechts-Beauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer (SPD).

Auf einer VEM-Veranstaltung am Freitag in Wuppertal meinte Strässer, Deutschland habe das bereits 2013 in Kraft getretene Zusatzprotokoll zum Sozialpakt der Vereinten Nationen (UN) bislang nicht ratifiziert.Das Protokoll ermöglicht Menschen, sich bei den UN zu beschweren, wenn sie sich in ihren wirtschaftlichen und sozialen Rechten verletzt fühlen. Grundsätzlich sei es vor dem Hintergrund des erstarkenden Rechtspopulismus auch in Deutschland notwendig, das Thema Menschenrechte und seine Bedeutung wieder stärker in die Gesellschaft zu tragen, mahnte Strässer. Menschenrechtspolitik werde in Deutschland noch zu sehr als auswärtige Angelegenheit betrachtet.

Mit ihrer diesjährigen Menschenrechtsaktion unter dem Motto "Für Menschenrechte, die wirken" erinnerte die VEM an die Verabschiedung der beiden großen UN-Menschenrechtspakte vor 50 Jahren: den Pakt für bürgerliche und politische Rechte sowie den Pakt für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Sie gelten als Meilenstein zur Durchsetzung universaler Menschenrechte. Von 193 UN-Mitgliedsstaaten haben bislang 164 den Sozialpakt und 168 den Zivilpakt unterzeichnet.

Doch sei inzwischen weltweit zu beobachten, dass der Spielraum zivilgesellschaftlicher Akteure zunehmend eingeschränkt werde, beklagte der stellvertretende Leiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Michael Windfuhr, auf der VEM-Veranstaltung. Rund 60 Staaten weltweit, darunter auch Israel, hätten in den vergangenen Jahren in ihrer sogenannten NGO-Gesetzgebung den Freiraum von Nichtregierungsorganisationen beschnitten.

Auf der Tagesordnung halten

Nach Einschätzung von Windfuhr haben insbesondere die USA mit ihren Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie den dabei bekanntgewordenen Folterskandalen den Ruf des Westens als Hort der Menschenrechte beschädigt. "In dieser Zeit ist viel von dem Grundkonsens verloren gegangen. Das hat zugleich zu einem Aufwind bei autoritären Regimen geführt."

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, warnte, dass es bei bestimmten politischen Kräften eine Entschlossenheit gebe, mit der unantastbaren Würde des Menschen "geschmeidig" umzugehen. Vor diesem Hintergrund sei es umso wichtiger, dass die VEM mit "konstruktiver Penetranz" das Thema Menschenrechte seit vielen Jahren auf der gesellschaftlichen Tagesordnung halte.

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epd, Foto neu / 09.12.2016



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