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Weber und Gröhe Pfarrer Burkhard Weber (links) im Gespräch mit Hermann Gröhe

Missionale

Wie Gottes Wort heute laut wird

Ob neue „Lebeworte“ oder „Bibelstellen für krasse Zeiten“: 4500 Teilnehmende der Missionale in den Kölner Messehallen suchten nach Gottes Wort in der Gegenwart. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Abstauben".

Die Missionale-Besucherinnen und Besucher beschäftigten sich am vergangenen Samstag mit Themen wie "Bibel übersetzen - Brücken bauen für das Wort", "Gott spricht zu uns - aber wie?" und "geistlich hören - alltagstauglich mit der Bibel leben lernen". "Abgestaubt" und ins Leben gebracht werden sollte die Bibel.

Elke Dürscheidt kommt aus Düsseldorf und ist katholisch. Und damit war sie genau richtig bei der 38. Missionale in Köln: "Natürlich weiß ich, dass wir als Katholische hier in der Minderheit sind. Aber das macht überhaupt nichts. Ich bekomme hier sehr wertvolle Anregungen für unsere Gemeindearbeit. In vielen Dingen sind uns die Evangelischen voraus. Da lerne ich gern." Gelegenheit dazu gab es in zahlreichen Workshops, Seminaren, Bibelarbeiten und zwanglosen Gesprächen in den Pausen.

Eigentlich also alles wie immer. Wenn da nicht die Sache mit Kaffee und Kuchen gewesen wäre. Der war aus Gründen der Kostenersparnis zum ersten Mal in der Missionale-Historie nicht kostenlos. Kein Problem für Dürscheidt: "Das zahle ich gern. Schließlich ist ja der Eintritt umsonst."

Nötzel: „Gott spricht nicht durch Goethe oder Bestsellerautoren“

"Es ist hochinteressant, aus alten Texten herauszuklopfen, wie Gottes Wort für uns heute laut wird. Die Bibel ist ganz stark, wenn sie anfängt, mein Leben und mich in meinem Innersten auszulegen", sagte Pfarrer Christoph Nötzel, Leiter des Amtes für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der Evangelischen Kirche im Rheinland. "Gott spricht nicht durch Goethe oder aktuelle Bestsellerautoren, wir müssen die Bibel in aktuelle Worte übersetzen", erklärte Pfarrer Hans-Herrmann Pompe, der den Vorsitz der Missionale während der Veranstaltung an Nötzel abgab.

Nötzel betonte den ökumenischen Charakter der Missionale. "Wir fühlen hier den Auftrag ökumenischer Offenheit. Ich habe das Gefühl, dass der Liebe Gott der einen Kirche gegeben hat, was der anderen fehlt. Wir müssen enger zusammenarbeiten." Der neue Vorsitzende der Missionale verwies darauf, dass die Kommunikationsformen in der Gesellschaft einem enormen Wandel unterlägen, dem die Kirche nachkommen müsse.

Die Missionale-Teilnehmer, die alle engagierte Gemeindeglieder seien, erwarteten "alltagspraktische Tools" für ihre Arbeit vor Ort. Jedes Jahr mehr Teilnehmer verzeichnet die Missionale beim Jugendfestival und beim Kinderprogramm. In diesem Jahr kamen 1500 Jugendliche und 500 Kinder. Die Missionale wird veranstaltet von einem Trägerkreis aus Mitgliedern der Landeskirchen, Freikirchen und Werke.

Bundesminister Gröhe zitierte seinen Taufspruch

Prominenter Gast war der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, der während der Eröffnungsveranstaltung Pfarrer Burkhard Weber, Direktor des Johanneums in Wuppertal, Rede und Antwort stand. Gröhe zitierte seinen Taufspruch aus Jeremia 17,7 "Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den Herrn verläßt und des Zuversicht der Herr ist".

"Gelassenheit und Demut ist in der Politik wichtig", interpretierte der Minister den Satz für seinen Alltag in Berlin. Politik braucht nach seiner Meinung keinen Radau, wie ihn Vorgänger in seinem Amt veranstaltet hätten. Politik sei nichts anderes als Dienst am Gemeinwesen. Den würden auch die Millionen leisten, die täglich in der Pflege tätig seien, haupt- wie ehrenamtlich. Gröhe plädierte für noch mehr Anstrengungen aller, um alte und kranke Menschen würdig in der Sterbephase zu begleiten: "Wir sagen Nein zu aktiver Sterbehilfe."

Vizepräses Pistorius: „Lebeworte“ der Bibel neu entdecken

Über Worte, die im Leben Relevanz haben, sprach der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Christoph Pistorius. In einer Informations- und Mediengesellschaft, die mit einer Flut von Worten um Aufmerksamkeit heischt, in der Unworte prämiert werden und manches „Ehrenwort“ zu einer Floskel verkommt, erzähle die Bibel „Gottes einzigartige Liebesgeschichte mit uns Menschen“. In ihnen gebe es „Lebeworte“ neu zu entdecken, sagte der rheinische Vizepräses in einem Seminar zum Thema „Wort, das lebt und spricht“. „Für die wichtigen Fragen in meinem Leben finde ich im Buch der Bücher Worte, die nicht nur Hoffnung für die Welt sind, sondern auch für mich.“

Rummel und Ruhe wechselten sich ab beim Jugendprogramm. Lukas, 16 Jahre als, war schon zum zweiten Mal aus Düren zur Missionale angereist. Er war mit seinem Kumpel Ben der Held am Tischkicker. "Sieger bleibt am Tisch", erklärte er die Regeln. Ben und er blieben ziemlich lange. Ansonsten konnte man mit einem Skateboard die Welle machen unter einer blauen Folie, ein paar feine Übersteiger beim Soccer zeigen und Bälle in Basketball-Körben oder in Hockey-Toren versenken. Und die Bibel wurde "abgestaubt": Zum Beispiel im Seminar "Wie 'ne Cola in der Wüste. Bibelstellen für krasse Zeiten".

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ekir.de / Text und Foto: Stefan Rahmann / 23.03.2015



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