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Die A-Capella-Band 'Undivided' war aus Miami nach Köln gereist. Die A-Cappella-Band "Undivided" aus Miami sorgte für Begeisterung beim jugendlichen Publikum.

Missionale 2016

Kirche macht sich auf

Ermutigung zur missionarischen Gemeindearbeit, ökumenischer Austausch und ein buntes Programm für Jugendliche – das und viel mehr gab es auf der Missionale 2016. Gut 4000 Besucherinnen und Besucher kamen zur Großveranstaltung in den Kölner Messehallen. 

Die Halle des Jugendfestivals war voll besetzt. Die Halle des Jugendfestivals war voll besetzt.

 „Wer Bock hat zu lobpreisen, ist in Raum 1 genau richtig“, hieß es von der Bühne des Jugendfestivals der Missionale. Teresa aus Marl hatte Bock. Und so machte sich die 13-Jährige auf, um gemeinsam mit Dutzenden Gleichgesinnter das Liederbuch „aufzumachen“.  

Teresa war zum ersten Mal mit ihrer Freundin ohne Eltern in Köln. „Ziemlich aufregend. Wir haben uns in der Messe auch verlaufen. Da ist es gut, beim Singen ein wenig runterzukommen“, sagte sie, nahm ihre Freundin an die Hand und strebte ihrem ganz persönlichen Missionale-Auftakt entgegen.  

Aufgeregt war auch Roswitha. Die 66-Jährige hatte vor der Missionale noch keinen Schritt in die Kölner Messe getan. Warum auch? Schließlich lebt sie in Düsseldorf. Auf dem Weg zur Eröffnungsveranstaltung hatte sie die Orientierung verloren. Ein freundlicher Missionale-Ordner nahm sich ihrer an: „Ich bin jetzt Ihr Personal-Guide.“ Bis zur Halle 11.3 wich er nicht von Roswithas Seite.

Landespfarrer Christoph Nötzel und Pastor Lars Lindner. Landespfarrer Christoph Nötzel und Pastor Lars Lindner.

Aufmachen – ein wunderbares Wort  

4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählten die Verantwortlichen beim 39. Missionale-Treffen in den Kölner Messehallen. Das Thema lautete „Aufmachen“. „Ein wunderbares Wort“, sagte Lars Linder, Pastor einer Freien evangelischen Gemeinde in Essen und langjähriges Mitglied im Missionale-Trägerkreis: „Kirche macht sich auf. Die Gemeinden machen sich auf und schauen genau hin, was Gott zu sagen hat. Und wir alle machen uns auf zu den Menschen, die zu uns geflüchtet sind.“  

Indische und afrikanische Gemeinden organisierten ein Forum  

Landespfarrer Christoph Nötzel, Leiter des Amtes für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der Evangelischen Kirche im Rheinland, ergänzte: „Wir haben viele Vertreterinnen und Vertreter von fremdsprachigen Gemeinden bei der Missionale zu Gast. Die haben eines der acht Foren bei unserer Veranstaltung organisiert.“ Das Forum 7 stand unter dem Motto: In Fremden Geschwister erkennen – Gemeinden anderer Sprachen und Herkunft machen sich auf. Federführend waren eine indische und eine afrikanische Gemeinde.  

Milieuorientierte Verkündigung muss verstärkt werden  

Der Untertitel der Missionale, „Ermutigung zu missionarischer Gemeindearbeit“,  wurde in mehreren Foren aufgegriffen. So etwa in „Fresh X. Der Kirche ein neues Gewand geben“, in dem neue Gottesdienstformen vorgestellt wurden. „Wir müssen Formate entwickeln, die den Lebenskulturen jüngerer Menschen entsprechen“, sagte Nötzel. „Und wir brauchen eine stärker milieuorientierte Verkündigung.“  

Dem „Missionale-Pfarrer“, wie Nötzel sich selbst bezeichnet, liegt die Ökumene sehr am Herzen. Und die Missionale sei ein guter Ort, um miteinander noch tiefer ins Gespräch zu kommen: „Der Austausch mit der römisch-katholischen Kirche wird immer wichtiger. Die Christus-Verkündigung wird von der nachwachsenden Generation nicht mehr konfessionsverschieden wahrgenommen. Wir haben dieselben Fragen, suchen dieselben Antworten und sind auf denselben Wegen tastend unterwegs.“  

Die christlichen Kirchen haben einen gemeinsamen Wertekanon  

Linder erklärte, dass es für die christlichen Kirchen vor allem in der Außenwirkung bedeutsam sei, mit einer Stimme zu sprechen: „Wir haben einen Wertekanon, auf den wir bauen können. Wir wollen Licht und Salz sein. Wir haben Antworten auf die Frage, wie wir auch angesichts der Flüchtlinge in dieser Gesellschaft leben wollen.“  

Zahl der jugendlichen Teilnehmenden steigt  

Traditionell ist die Missionale dreigeteilt. Es gibt Angebote für Erwachsene, für Jugendliche und für Kinder. Während die Zahl der teilnehmenden Erwachsenen mit 1500 stagniert, liegt die Zahl der 14- bis 16-Jährigen bei 2000 und wächst von Jahr zu Jahr. „Viele Konfirmanden kommen als Gruppe. Der Missionale-Termin hat sich in den Veranstaltungskalendern der Gemeinden fest etabliert“, sagte Nötzel.  

Zu Recht. Das Jugendfestival griff explizit Themen auf, mit denen die Jugendlichen in ihrem Alltag konfrontiert sind. „Isch geh Schulhof“ war der Workshop überschrieben, in dem Antworten auf die Frage gesucht wurden, wie man im Alltag seinen Glauben bekennen kann. Und ganz aktuell: „Aufgemacht – als Migrant nach Deutschland“. Reza, ein Flüchtling aus dem Iran, berichtete eindrucksvoll von den Drangsalierungen, denen er wegen seines Glaubens in seiner Heimat ausgesetzt war.  

Die Band „Undivided“ ist aus Miami angereist  

Der Lebenskultur der jungen Besucherinnen und Besucher entsprachen voll und ganz die beiden Bands, die auf der Bühne bejubelt wurden: Aus dem amerikanischen Miami war die A-Cappella-Formation „Undivided“ angereist. Nicht ganz so weit war die Anreise für „Warum Lila“ aus Minden. Und wer genau hinsah, konnte auch im Publikum Prominenz entdecken: mittendrin und interessiert – Präses Manfred Rekowski.

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ekir.de / Stefan Rahmann / 29.02.2016



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