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Britta Scholz / Foto: U. Schinkel Pfarrerin Britta Scholz

Urlaubsseelsorge

Morgenandacht auf dem Gletscher

Die Wuppertaler Pfarrerin Britta Scholz zieht es als Urlaubsseelsorgerin regelmäßig in eine andere Gemeinde. Dieses Jahr reist sie mit ihrer Familie an den Bodensee ins österreichische Bregenz.

Britta Scholz ist schon gespannt, was sie diesmal in ihrem Ferienjob erwartet. Dieses Jahr geht es ins österreichische Bregenz am Bodensee. Zusammen mit ihrer Familie wird sie drei Wochen dort verbringen – als Urlaubsseelsorgerin. Sie unterstützt den evangelischen Ortspfarrer, damit der auch einmal ausspannen kann, feiert Gottesdienste mit Einheimischen und Touristen. Die sind im Sommer zahlreich in der Stadt im Dreiländereck, um Bodensee, Berge und Natur zu genießen

Am Strand, in der Natur oder auf den Berggipfeln

Britta Scholz ist evangelische Gemeindepfarrerin in Wuppertal-Vohwinkel und Religionslehrerin an einem Gymnasium. Im Sommer zieht es die 48-Jährige regelmäßig als Urlaubsseelsorgerin in fremde Gemeinden. „Die Touristen finden gleich ein Stück Heimat am Urlaubsort, wenn sie in einen Gottesdienst in ihrer Muttersprache gehen können“, sagt sie. Außerdem findet sie es „spannend, Gemeinden und Gottesdienststätten in anderen Ländern kennenzulernen.“ Da mache es auch nichts, wenn sie drei Tage die Woche arbeiten müsse. Denn zu ein bis zwei Gottesdiensten kommt auch noch eine Wochenveranstaltung für die Urlaubsgemeinde dazu. Vom gemeinsamen Singen bis zum Gesprächskreis reicht hier die Palette. Auch eine Taufe steht schon in ihrem Kalender. Der Dienst als Urlaubsseelsorgerin macht Britta Scholz Freude, deshalb ist sie auch schon im 19. Jahr dabei.

Zahlreiche rheinische Theologinnen und Theologen beteiligen sich jedes Jahr zwischen Mai und September am „kirchlichen Dienst an Urlaubsorten“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). An rund 140 Orten in zwölf europäischen Ländern sind sie zu finden – von Dänemark bis Italien, von Frankreich bis Ungarn. Sie halten deutschsprachige Gottesdienste und Andachten, bieten kommunikative und geistliche Veranstaltungen an und stehen für Seelsorgegespräche zur Verfügung. Damit Kirche in der Ferienzeit dort ist, wo auch die Menschen sind – am Strand, in der Natur oder auf den Berggipfeln.

In den Ferienorten sind die Kirchen oft voll

Britta Scholz war mit ihrer Familie schon an der italienischen Adria, am Gardasee, in der Steiermark und am Wörthersee im Urlaubseinsatz. Mann und Kinder unterstützen sie bei ihrer Arbeit gerne. „Mein Mann übernimmt den Küsterdienst, läutet die Glocken und bietet auch schon mal einen Kindergottesdienst an, wenn ich Gottesdienst halte“, erzählt sie. „Und unsere Kinder haben schon häufig die Kollekte eingesammelt.“

In den Ferienorten sind die Kirchen oft voll, hat Britta Scholz festgestellt. „An der Kirchentür kommt man schnell ins Gespräch mit den Besuchern“, erzählt sie. Im Urlaub seien die Menschen gelassener gestimmt und häufig auch offener. Man knüpfe schneller Kontakte als im Alltag zuhause.

Ihr Ferienjob hat der Theologin schon besondere spirituelle Momente beschert – zum Beispiel bei einer Morgenandacht zum Sonnenaufgang, die sie auf einem Gletscher in den Ramsauer Bergen hielt. „Dazu musste ich um vier Uhr aufstehen, das war schon hart“, sagt sie lachend. Aber das Erlebnis entschädigte sie und die zahlreichen Besucher für die Mühe. Besondere Stimmung entstand auch beim Strandsingen am Meer in Italien, das sie mit Gitarre und Querflöte begleitete. „Dort sind wir auch von Campingplatz zu Campingplatz gefahren und haben für unsere Gottesdienste geworben. Auch das gehört zu den Aufgaben der Urlaubsseelsorgerin.“

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ekir.de / Ulrike Klös / Foto: Uwe Schinkel / 03.07.2015



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