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Blick in das neue 'Museum auf der Hardt' in Wuppertal. Blick in das neue "Museum auf der Hardt" in Wuppertal.

"Museum auf der Hardt"

Bedeutende Sammlung der internationalen Kirchengemeinschaft

Ahnenfiguren, Masken und Saiteninstrumente. Halsketten, Schuhe und Speere. Diese und viele weitere Schätze aus Afrika und Asien beherbergt das "Museum auf der Hardt", das renovierte ehemalige Völkerkundemuseum der Vereinten Evanglischen Mission (VEM).

Das "Museum auf der Hardt" präsentiert Kult- und Gebrauchsgegenstände, die Missionare und Missionsschwestern über Jahrzehnte hinweg aus Afrika und Asien in die Heimat schickten oder bei ihrer Rückkehr mit nach Wuppertal brachten. Trommeln, Armreife und Messer. Die Sammlungsstücke spiegeln auf rund 450 Quadratmetern die Geschichte der Mission von ihren Anfängen in Wuppertal und Bielefeld-Bethel bis in die Gegenwart der internationalen Gemeinschaft von Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland.

Und sie wecken das Interesse für fremde Kulturen. Kurator Christoph Schwab: "Ein Highlight sind beispielsweise die beiden Megalith-Figuren von der indonesischen Insel Nias. Beide Figuren sind über einen Meter hoch und bedeutende Beispiele für die Ahnenverehrung auf der kleinen Insel im Indischen Ozean."

Geschichte der Mission

Auch ausgewählte Schriftstücke, Zeichnungen, Stiche, Fotografien und Briefe sind sorgfältig in Vitrinen ausgelegt. Informationen zur Geschichte, zu kulturgeschichtlichen Zusammenhängen und herausragenden Persönlichkeiten der Mission wie auch Gegner der Mission sind auf Wandtafeln aufgezogen. Auch sie erzählen die Geschichte der Mission von ihren Anfängen bis in die Neuzeit.

Zum Konzept des Museums sagt Kurator Schwab, es gehe um die Integration von ethnologischer Sammlung und Missionsgeschichte zweier Missionsgesellschaften, aus denen sich die VEM entwickelt hat. "Das wollen wir durch die exemplarische Darstellung verschiedener Aspekte dieser Geschichte und der Kulturen in den ehemaligen Missionsgebieten in Afrika und Asien veranschaulichen."

Unregelmäßig auch Sonderausstellungen

Dies werde immer wieder festgemacht an Ereignissen und Personen, die in verschiedenen Zusammenhängen über die vergangenen gut 180 Jahre gewirkt haben. "Das gilt sowohl für die Geschichte und individuellen Geschichten von Missionaren und Missionarinnen aus Deutschland, als auch derer von Männern und Frauen aus Afrika und Asien."

Rund 280 Objekte sind in der Dauerausstellung zu sehen – inklusive Dokumente, Bücher und aufgezogene Reproduktionen von historischen Fotos. Sie alle dokumentieren die missionarische und kulturgeschichtliche Entwicklung. "Das Museum wird auch weiterhin in unregelmäßigen Abständen themenbezogene Sonderausstellungen präsentieren", verspricht Schwab. Darüber hinaus soll Künstlerinnen und Künstlern ein Forum zur Präsentation ihrer Werke geboten werden.

Ein Museum für die Stadt, ein Museum für die VEM

Den neuen Namen erläutert der Leiter des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen und Stiftungsvorstand, Dr. Jens Murken: "Der Name ›Museum auf der Hardt‹ soll die Neukonzeption des ehemaligen Völkerkundemuseums als ein Museum für Ethnologie und Mission in Geschichte und Gegenwart am historischen Standort der musealen Sammlung pragmatisch und nüchtern abrunden."

Der Umbau des Museums hat knapp 100.000 Euro gekostet. Julia Besten, Geschäftsführerin der Archiv- und Museumsstiftung der VEM, ist sich sicher: "Das Museum ist auch ein Teil der Stadt Wuppertal mit dem besonderen Hintergrund der Mission. Aber auch ein Museum für die Mitglieder der VEM, weil es auch ein Teil ihrer Geschichte widerspiegelt."

Das Sammeln geht weiter

Gegründet wurde das Museum in den 1830er Jahren in dem alten Museum an der Rudolfstraße in Wuppertal-Barmen. Aus Platzmangel fand die ethnografische Sammlung dann Anfang der 1920er Jahre ein neues Zuhause in dem neuen Missionshaus auf der Hardt, das Ausbildungsstätte für Bewerber künftiger Missionare für den Dienst in Afrika und Asien wurde. Ende November 2011 schloss das Völkerkundemuseum und die umfangreichen Umbaumaßnahmen begannen.

Eröffnet wurde das "Museum auf der Hardt" während der VEM-Vollversammlung. Die Moderatorin der VEM, Regine Buschmann, ermunterte die Delegierten: "Wann immer Sie nach Wuppertal kommen, bringen Sie etwas Typisches aus Ihrer Kirche für das Museum mit."

"Für die nächste Generation etwas sehr Wertvolles"

Regine Buschmann gratulierte dem dreiköpfigen Stiftungsteam zu dem außergewöhnlichen Ausstellungskonzept und der Gestaltung. Zum Dank überreichte sie eine Bibel der Amity Foundation aus Nanjing und machte damit den Anfang, auch weiterhin für das Museum zu sammeln, wie es die Missionare seit 180 Jahren tun.

Auch Vizemoderatorin Barbara Rudolph, rheinische Ökumene-Chefin, gratulierte. Sie betonte, dass die Archive der Stiftung von großer Bedeutung für die VEM-Mitglieder seien. Willem Simarmata, zweiter Vizemoderator der VEM, sagte: "Mit diesem Museum übergeben wir der nächsten Generation etwas sehr Wertvolles."

Das Museum auf der Hardt ist dienstags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat von 14 bis 17 Uhr sowie auf Anfrage geöffnet. Es können jederzeit Sonderführungen für Gruppen gebucht werden. Anmeldung zu Führungen unter Telefon 0202 / 890 04- 841oder per Mail an museum@vemission.org. Einzelticket: 3 Euro, ermäßigt: 2 Euro; Führung: 40 Euro plus ermäßigter Eintritt,Führung englisch: 50 Euro plus ermäßigter Eintritt.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 9. Juli 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 10. Juli 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / vemission.org / 10.07.2014



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