EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Nero Die Ausstellung „Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann“ im Rheinischen Landesmuseum Trier. © GDKE - Rheinisches Landesmuseum Trier, Th. Zühmer

Ausstellung

Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann

Kaum ein römischer Herrscher ist so berühmt-berüchtigt wie Kaiser Nero. Er soll größenwahsinnig und verschwenderisch gewesen sein und seine Mutter ermordet haben. Auch der Brand von Rom wurde ihm lange Zeit angelastet. Eine große Ausstellung in Trier widmet sich nun verschiedenen Facetten Neros. 

Marmorporträt des Nero, 64-68 n. Chr., © Rheinisches Landesmuseum Trier, Th. Zühmer, Original: München, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek Marmorporträt des Nero, 64-68 n. Chr., © Rheinisches Landesmuseum Trier, Th. Zühmer, Original: München, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek

Das Rheinische Landesmuseum Trier, das Stadtmuseum Simeonstift Trier und das Museum am Dom Trier präsentieren mit einer großen Sonderausstellung bis zum 16. Oktober 2016 die verschiedenen Seiten des römischen Kaisers Nero, der zu den bekanntesten römischen Imperatoren gehört und wie kaum ein anderer bis heute polarisiert.

Mit hochrangigen internationalen Leihgaben wird sich die Ausstellung „Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann“ im Rheinischen Landesmuseum Trier dem schillernden Leben des Kaisers widmen. Überraschende Forschungsergebnisse zeigen den Herrscher, dessen Name bislang oft mit maßloser Verschwendungssucht, Größenwahn und Grausamkeit verbunden wird, dabei in einem ganz neuen Licht.  

Nero (54-68 n. Chr.) erfreute sich lange Zeit großer Beliebtheit – er begeisterte die Massen durch „Brot und Spiele“ wie kein anderer Kaiser vor ihm. Erst mit zunehmender Regierungsdauer verlor er den Bezug zur Realität. Diese letzten Regierungsjahre haben Neros Bild bis heute maßgeblich bestimmt; sie stellen jedoch nur ein Teil seines Lebens und seines Wirkens dar. Die Entwicklung vom jungen hoffnungsvollen Thronanwärter bis zum verhassten Tyrannen und dem einsamen Selbstmord in auswegloser Lage wird anhand zahlreicher hochkarätiger Exponate aus dem In- und Ausland erstmalig und anschaulich illustriert.

Nero in Gemälden, Filmen, Grafiken und Opern

Die Ausstellung „Lust und Verbrechen. Der Mythos Nero in der Kunst“ im Stadtmuseum Simeonstift Trier, © Simon Kürten Die Ausstellung „Lust und Verbrechen. Der Mythos Nero in der Kunst“ im Stadtmuseum Simeonstift Trier, © Simon Kürten

Eine Bestandsaufnahme der Bildtradition unternimmt das Stadtmuseum Simeonstift Trier in der Ausstellung „Lust und Verbrechen. Der Mythos Nero in der Kunst“. Von den frühesten erhaltenen Darstellungen des Mittelalters bis zum Nero-Bild jüngerer und jüngster Vergangenheit machen Gemälde, Grafiken, Fotografien, Filme und Opern diese wandlungsreiche Rezeptionsgeschichte erlebbar.  

Das Museum am Dom beschäftigt sich unter dem Titel „Nero und die Christen“ mit der frühen Christenverfolgung unter Kaiser Nero und nimmt sie zum Anlass, das Verhältnis der Christen zum römischen Staat und seiner Religion zu untersuchen. Anhand von antiken Opferdarstellungen wird die römische Opferpraxis gezeigt und untersucht, wie es zum Konflikt mit dem Christentum kam.  

Der Trierer Superintendent Dr. Jörg Weber misst der Nero-Ausstellung eine große Relevanz in Hinblick auf die Unverzichtbarkeit von Religionsfreiheit zu: „Kein Mensch darf aufgrund seiner Religion verfolgt werden. Religionsfreiheit ist unverzichtbar und unverbrüchlich,“ sagte Weber bei der Eröffnung der Ausstellung.

Religionen müssen ihr Handeln öffentlich begründen

Schale mit Märtyrerin zwischen zwei Löwen, © Römisch Germanisches Zentralmuseum Mainz, Foto: RGZM/Lübke Wiedemann, Stuttgart Schale mit Märtyrerin zwischen zwei Löwen, © Römisch Germanisches Zentralmuseum Mainz, Foto: RGZM/Lübke Wiedemann, Stuttgart

Wer Religionsfreiheit nicht gewähre, so der leitende Theologe des Trierer Kirchenkreises, sie in Frage stelle oder beschränken wolle, stehe jenseits dessen, „was theologisch gesehen Freiheit bedeutet“. Und auch jenseits dessen, was Grund- und Menschenrechte in Europa verfassungsgemäß festschrieben.  

Für ein modernes Religionsverständnis sei es zudem von großer Bedeutung, dass das Christentum und jede andere Religion ihre Grundlagen und ihr Handeln transparent und öffentlich begründeten, so Weber in Anlehnung an die Geschichte der ersten Christen zu Zeiten Neros. „Religion ist also notwendig immer öffentliche Religion.“  

Die Nero-Ausstellung ist noch bis zum 16. Oktober 2016 in Trier zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Ein Kombiticket für alle drei Ausstellungsorte kostet 18 Euro. Einzelpreise und Ermäßigungen sind auf der Internetseite der Ausstellung nachzulesen, ebenso Informationen zu öffentlichen Führungen und dem umfangreichen Begleitprogramm.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / red, Fotos: www.nero-ausstellung.de / 24.05.2016



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.