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Dr. Thomas Lemmen, Richard Bannert, Dr. Uwe Rieske und Superintendent Armin Schneider (hinten, v.l.) sind froh, dass u.a. Hülya Ceylan, Firuze Yardim und Nadia Assakkour (v.l.) die Duisburger Notfallseelsorge unterstützen. Dr. Thomas Lemmen, Richard Bannert, Dr. Uwe Rieske und Superintendent Armin Schneider (hinten, v.l.) sind froh, dass u.a. Hülya Ceylan, Firuze Yardim und Nadia Assakkour (v.l.) die Duisburger Notfallseelsorge unterstützen.

Duisburg

Muslimische Notfallbegleiterinnen sind nun bei der Notfallseelsorge integriert

Ein Kooperationsvertrag zwischen der Christlich-Islamischen Gesellschaft und dem Evangelischen Kirchenkreis Duisburg macht es möglich: Ab jetzt unterstützen fünf Muslime die Duisburger Notfallseelsorge. 

Die muslimischen Notfallbegleiterinnen und Notfallbegleiter - in Abgrenzung zu ihren christlichen Kolleginnen und Kollegen heißen sie nicht Notfallseelsorger - werden in das bestehende Duisburger System integriert. Das heißt: Feuerwehr und Rettungskräfte haben eine Telefonliste mit den christlichen Notfallseelsorgern, die bei Bedarf ihre muslimischen Kollegen hinzuziehen. Diese leisten dann „Erste Hilfe für die Seele“ bei plötzlichen Todesfällen, begleiten Angehörige, wenn ihnen Todesnachrichten überbracht werden, leisten Beistand etwa nach Verkehrsunfällen, Suizid, bei plötzlichem Kindstod oder Katastrophen.

Zur Vorbereitung auf die ehrenamtliche Arbeit haben die vier Frauen und ein Mann eine Qualifizierung zur muslimischen Notfallbegleitung absolviert, die von der Christlich-Islamischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Landespfarramt für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland angeboten wurde.

Dass der Bedarf in Duisburg vorhanden sei, bestätigt Superintendent Armin Schneider vom Kirchenkreis Duisburg, dem Träger der Duisburger Notfallseelsorge: „Die Kolleginnen und Kollegen, die in der Notfallseelsorge tätig sind, erleben oft Situationen, wo sie es mit Mitbürgerinnen und -bürgern zu tun haben, die einer anderen Religion angehören, die bestimmte religiöse oder spirituelle Bedürfnisse haben, die wir gar nicht erkennen können, die aus einem anderen Kulturkreis kommen und von daher in Krisensituationen auch oft anders reagieren, als wir es gewohnt sind." Manchmal gebe es auch schlicht und einfach sprachliche Barrieren.

Gut ausgebildet

In der Vergangenheit habe es bereits mehrere Versuche gegeben, bei den Moschee-Vereinen feste Ansprechpartner für solche Situationen zu finden. Das sei aus unterschiedlichen Gründen nicht gelungen. „Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass es jetzt gut ausgebildete muslimische Notfallbegleiterinnen und -begleiter gibt, die genau in solchen Situationen ansprechbar sind“, betonte Schneider.

„Je besser die Notfallbegleiter das kulturelle und religiöse Umfeld - oft auch die Muttersprache - der Betroffenen kennen, desto angemessener können sie helfen“, meint auch Dr. Uwe Rieske, der rheinische Landespfarrer für Notfallseelsorge. Und Thomas Lemmen, Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Gesellschaft: „Die Mitarbeit von Musliminnen und Muslimen in der Notfallbegleitung ist ein wichtiger Schritt zu mehr Miteinander von Muslimen und Christen in unserer Gesellschaft.“ Um die Zahl der Notfallbegleiter zu steigern, ist ein nächster Kurs geplant, er beginnt im April.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 9. Januar 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 9. Januar 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / kirche-duisburg.de / 10.01.2014



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