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Oberkirchenrat Eberl beklagt negative Auswirkungen für Jugendliche

Schulzeit kürzer und Unterricht länger: Es bleibt kaum noch Zeit fürs Ehrenamt

Pressemitteilung Nr. 179/2010

Sowohl die Verkürzung der Gymnasialzeit von bislang neun auf acht Jahre wie auch der Besuch einer Ganztagsschule erschweren ehrenamtliches Engagement von Jugendlichen deutlich. Oberkirchenrat Klaus Eberl, Leiter der Bildungsabteilung der Evangelischen Kirche im Rheinland, bestätigt die Analyse des Bildungsforschers Thomas Rauschenbach vom Deutschen Jugendinstitut (DJI): „Seit der Einführung von G8 und dem verstärkten Ausbau der Ganztagsschule können sich Jugendliche nicht mehr so stark in der kirchlichen Jugendarbeit engagieren wie bisher. Auch die Konfirmandenarbeit steht zunehmend unter Druck, da Schulen sich oft nicht an die mit dem Schulministerium vereinbarten Freiräume für den kirchlichen Unterricht halten“, so Eberl am Montagabend in Düsseldorf.

Bildungsforscher Rauschenbach hatte auf der jüngsten EKD-Synode den Zusammenhang von außerschulischem Engagement und besuchter Schulart bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren verdeutlicht: Bei neunjähriger Gymnasialzeit engagierten sich noch 52,4 Prozent der Jugendlichen ehrenamtlich. Unter den Bedingungen von G8 sind es nur noch 42,9 Prozent. Von denen, die eine Halbtagsschule besuchen sind es 39,4 Prozent, während die Quote der ehrenamtlich Engagierten bei den Schülerinnen und Schülern von Ganztagsschulen bei nur
29 Prozent liegt.

Kompetenzen erproben und Verantwortung einüben

„Dabei ist mittlerweile bekannt, dass sich Lernorte der so genannten nonformalen Bildung als besonders effektiv und nachhaltig erweisen“, konstatierte Eberl: „Die kirchliche Jugendarbeit hat Modelle entwickelt, mit denen junge Menschen ihre Kompetenzen erproben und Verantwortung für andere einüben können. Häufig eröffnet die Jugend- und Konfirmandenarbeit lebenslang tragfähige Zugänge zu den zentralen Fragen des Glaubens und des Grundvertrauens. Junge Leute machen dabei die wichtige Erfahrung, gebraucht zu werden. Der Grundstein für künftiges ehrenamtliches Engagement wird oft gerade dort gelegt.“

Der Oberkirchenrat, der hauptamtliches Mitglied der rheinischen Kirchenleitung und Vizepräses der EKD-Synode ist, sieht durchaus die positiven Möglichkeiten der Ganztagsschulen, herkunftsbedingte Bildungsbenachteiligungen auszugleichen. „Allerdings darf dies nicht dazu führen, dass die Schule alle Freiräume in Anspruch nimmt. Es gibt ein Leben nach und außerhalb der Schule“, so Klaus Eberl. Außerschulische Bildung z.B. in der Konfirmanden- und Jugendarbeit, in Chören und Sportvereinen sei ein wichtiger Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und brauche Raum neben der Schule. Kinder und Jugendliche bräuchten auch freie Zeit, die sie nach eigenem Wunsch gestalten könnten. Die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sollten nach Ansicht des kirchlichen Bildungsexperten künftig stärker mit den schulischen Angeboten insbesondere im Ganztagsbereich verknüpft werden. Dazu müssen sich Schulen allerdings stärker öffnen und ihre Ganztagsangebote auf andere Lernorte verlagern. Während dies in Rheinland-Pfalz vergleichsweise gut gelänge, gebe es in Nordrhein-Westfalen noch großen Verbesserungsbedarf.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 29. November 2010. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 29. November 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 29.11.2010



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