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Ökumene Frère Alois Löser ist Prior der ökumenischen Bruderschaft von Taizé. Mit dem Bonner Pfarrer Siegfried Eckert tauschte er sich über das Christentum aus.

Ökumene

„Was würde Taizé dazu sagen?“

Der Protestantismus feiert 500. Geburtstag, und damit ist auch die Spaltung der Kirche ein halbes Jahrtausend alt. Über das, was Christinnen und Christen verbindet, sprechen im Buch „Mehr Ökumene wagen“ der Bonner Pfarrer Siegfried Eckert und Frère Alois von der ökumenischen Kommunität Taizé in Frankreich. 

Einen „Skandal“ hatte Frère Roger, der Begründer der ökumenischen Bruderschaft Taizé im französischen Burgund, die Trennung der Kirche genannt. Als Jugendlichen hatte Siegfried Eckert diese Aussage ebenso tief beeindruckt wie das gemeinschaftliche Leben in Taizé, das er als 17-Jähriger zum ersten Mal kennenlernte. Heute ist Siegfried Eckert Gemeindepfarrer der Evangelischen Thomas-Kirchengemeinde im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg und macht sich Gedanken darüber, ob seine Kirche den Menschen noch etwas zu sagen hat, ob sie die reformatorischen Grundsätze bewahrt und weiterentwickelt und ob überhaupt noch ein Feuer in ihr brennt.

„Was würde Taizé dazu sagen?“ – das frage er sich oft, sagt der Theologe. Und darum hat er Frère Alois Löser, seit 2005 Leiter der Kommunität, einfach mal um Antworten gebeten. 95 Fragen stellte der evangelische Pfarrer dem katholischen Ordensbruder, das Gespräch der beiden ist in dem Buch „Mehr Ökumene wagen – Über Taizé, die Reformation und gelebte Gemeinschaft“ nachzulesen.

Ökumene ist keine Kür, sondern Pflicht

Über Gott und die Welt, vor allem aber über das Wirken der Gläubigen in der Welt sprechen der Prior und der Gemeindepfarrer. Sie erzählen vom Kreidestrich auf dem Schulhof, der katholische und evangelische Kinder trennte, sie sprechen unter anderem über den Einfluss Dietrich Bonhoeffers auf die ökumenische Kommunität in Taizé, über die Erweckungsbewegung der Pfingstkirche, die lateinamerikanische Befreiungstheologie und den Dialog mit Muslimen. Vieles wird abgeklopft, Sichtweisen werden verglichen.

Unterschiedliche Auffassungen gibt es auch – etwa die über die Position der Frau, die im Männerorden von Taizé in Pfarrer Eckerts Augen eher dienend als gleichberechtigt ist. Einig ist er sich mit Frère Alois in dem, was auch Anne Schneider und ihr Mann Nikolaus Schneider, Präses i.R. und ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, in ihrem Vorwort zum Buch betonen: „Ökumene ist keine Kür, sie ist Pflicht.“ Am Ende des Buches fasst es Prior Alois Löser so zusammen: „Christus Gesicht wird in der Gemeinschaft der Kirche sichtbar, und dieses Gesicht kann nicht gespalten sein.“

Frère Alois, Siegfried Eckert: „Mehr Ökumene wagen – Über Taizé, die Reformation und gelebte Gemeinschaft“, Verlag edition chrismon, 17 Euro, ISBN: 978-3-96038-011-5 

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ekir.de / eis / Foto: Ateliers et Presses de Taizé, Communauté von Taizé / 06.12.2016



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