EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Gäste und Gastgeber: Die Teilnehmenden der Ökumenischen Visite vor dem Landeskirchenamt. Gäste und Gastgeber: Die Teilnehmenden der Ökumenischen Visite vor dem Landeskirchenamt.

Ökumenische Visite

Die Taten sind gut. Was fehlt, ist das Salz

Das Engagement ist gut - doch "oft überlagert es das Bekenntnis des Glaubens", sagt Dr. Kimberly A. Redding aus der Partnerkirche United Church of Christ (UCC) in den USA. Sie wünscht sich häufiger die Erklärung: Ich handle so, weil es mein Glaube ist.

Das Gästebuch zeugt von der Begegnung mit der Kirchenleitung zur Beginn der Visite. Das Gästebuch zeugt von der Begegnung mit der Kirchenleitung zur Beginn der Visite.

Der namibische Bischof Ernst Gamxamub formuliert es so: "Was die Kirche tut, ist gut, aber es fehlen das Salz und das Licht." Mit diesen Worten erläutern die Gäste, was mit dem Satz gemeint ist, der im Bericht von der Ökumenischen Visite steht: „Die Evangelische Kirche im Rheinland ist eine Kirche, die sich als Mitgestalterin des Reiches Gottes versteht. Sie nimmt ihre Verantwortung für die Welt ernst. Die theologische Begründung wird allerdings oft nicht überzeugend deutlich artikuliert. Viele Einrichtungen und Aktionen vermitteln den Eindruck, eher humanistisch orientiert als evangelisch profiliert zu sein."

Ökumenische Visite - das waren elf Tage Besuch kirchlicher Arbeitsfelder von 17 Mitgliedern aus rheinischen Partnerkirchen. Erbeten waren, so die Leiterin der Ökumene-Abteilung, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Antworten auf die Frage: Wie kann die rheinische Kirche eine für die Zukunft relevante Kirche sein? Erbeten war dazu explizit ein "kritisch-solidarischer Blick". Zusätzlich zur Eigen- brauche es auch die Fremdwahrnehmung, betonte Rudolph in der Pressekonferenz zum Abschluss der Ökumenischen Visite. Die Visite war die erste in der rheinischen Kirche.

Auf der Pressekonferenz über die Ökumenische Visite: Sahala Girsang (vl.), Barbara Rudolph, Ernst Gamxamub und Kimberly Redding. Auf der Pressekonferenz über die Ökumenische Visite: Sahala Girsang (vl.), Barbara Rudolph, Ernst Gamxamub und Kimberly Redding.

Und so liegt er nun vor, der Bericht der Gäste aus Indonesien, Namibia und Kongo, den USA, aus Polen, Rumänien, Tschechien, Ungarn, aus Belgien und Frankreich sowie aus der deutschen Ökumene. Kritisch steht dort auch, die rheinische Kirche diskutiere "manchmal nur zögernd gesellschaftliche Tabus". Welche Tabus? Kimberly Redding sagt: die gleichgeschlechtliche Ehe, das Kirchenasyl. Redding, die aus einer Kirche kommt, die sich aktiv für die gleichgeschlechtliche Ehe einsetzt, sagt: "Die Kirche muss mehr Risiko eingehen und Stellung beziehen."

Ernst Gamxamub, der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia, fasst die Begegnungen so zusammen: "Wir haben das vielfältige Leben in dieser Kirche erlebt, viel Schönes, mir ist wichtig: Was immer diese Kirche tut, Gott ist ihr Leiter. Wir haben Panik gesehen, wenn Pläne schief gelaufen sind, deshalb sage ich: Gott macht weiter mit uns." Sahala Aman Girsang, ehemaliger Generalsekretär der Christlich-Protestantischen Simalungun-Kirche (GKPS) in Indonsien, mahnt eine verstärkte Kinder- und Jugendarbeit an.

Begegnung von Gästen und Kirchenleitung: Kambale Mangolopa aus dem Kongo (l.) sowie Bischof Ernst Gamxamub aus Namibia (v.r.) und Präses Manfred Rekowski. Begegnung von Gästen und Kirchenleitung: Kambale Mangolopa aus dem Kongo (l.) sowie Bischof Ernst Gamxamub aus Namibia (v.r.) und Präses Manfred Rekowski.

Der Bericht zieht nun Kreise. Am Sonntag im Gottesdienst in Wuppertal an Präses Manfred Rekowski übergeben, ist er am Montagmorgen Thema in der rheinischen Superintendentenkonferenz. Außerdem übermittelt der Präses den Bericht an die Mitglieder der Kirchenleitung. Letztlich wird er allen Mitgliedern der Landessynode vorliegen, denn er geht auf die Landessynode 2016. 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / Anna Neumann, Sergej Lepke / 22.06.2015



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.