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Das Projekt „Sanctuary First“ aus Schottland verbindet Angebote zum geistlichen Leben auf ihrer Website mit Angeboten der Ortsgemeinden. Das Projekt „Sanctuary First“ aus Schottland verbindet Angebote zum geistlichen Leben auf ihrer Website mit Angeboten der Ortsgemeinden.

Barcamp Kirche Online 2017

Digitale Beteiligung verändert Ortsgemeinden

Können Onlinegemeinden funktionieren? Der rheinische Pfarrer Jan Ehlert macht sich Gedanken darüber, wie sich virtuelle und Ortsgemeinde sinnvoll ergänzen können.  Weiter darüber nachdenken können auch die Teilnehmenden beim Barcamp Kirche Online, das im Oktober in Köln stattfindet.

Pfarrer Jan Ehlert Pfarrer Jan Ehlert

Jan Ehlert ist Gemeindepfarrer in Troisdorf und im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland  mit den Themen Social Media, Verkündigung online und Chatseelsorge unterwegs.

Gemeinde online - geht das überhaupt?

"Wenn ich Gemeinde als Gemeinschaft verstehe, die im Namen unsres Gottes zusammenkommt, um gemeinsam ihren Glauben und ihr Leben zu teilen, dann denke ich, geht das durchaus. Denn egal ob virtuell oder physisch, beides ist schließlich real, denn beides kann mich in meinem Glauben und meinem Menschsein berühren. Die digitalen Medien sind schließlich längst ganz realer Teil unseres Lebens geworden.

Wenn man sich aber die Beispiele von Onlinegemeinden in den letzten zehn Jahren anschaut, dann sieht man, dass genauso wie die Gemeinde vor Ort, auch digitale Gemeinden ihre Grenzen haben.

Spannend ist für mich darum ein aktuelles Projekt aus Schottland: Die „Sanctuary First“ will neue Möglichkeiten der Partizipation schaffen, indem sie eigene Angebote  zum geistlichen Leben auf ihrer Website mit Angeboten der Ortsgemeinden verbindet. Sie ist also weniger Online-Gemeinde als vielmehr eine Form digitalen Gemeindeaufbaus.

Auch in der rheinischen Kirche haben wir schon positive Erfahrungen damit gemacht, die Übertragung von Gottesdiensten mit der Option eines Rückkanals übers Internet zu verbinden: Fernsehgottesdienst - the next generation.

Eine solche digitale Art der Beteiligungskultur verändert auch die Gemeinde vor Ort, indem es Menschen einen Kontakt zu Kirche, Gott und spirituellen Formen auf eine Art und Weise ermöglicht, die für sie heute alltäglich ist.

Für mich geht es also weniger um einen Ersatz für das, was wir mühsam vor Ort erprobt und aufgebaut haben, sondern vielmehr um eine Ergänzung und Weiterentwicklung. Außerdem will mir nicht einleuchten, warum gerade der Heilige Geist nicht im digitalen Raum wirken könnte."

In den nächsten Wochen werden auf ekir.de Veranstalter und Teilnehmende vom Barcamp Kirche Online Fragen rund um Kirche und Netz beantworten.

Das vierte Barcamp Kirche Online findet vom 13. bis 15. Oktober 2017 in der Melanchthon-Akademie in Köln statt. Bereits zum vierten Mal sind alle Ehren- und Hauptamtlichen aus Gemeinden, Kirchenkreisen, Landeskirchen und vielen kirchlichen Einrichtungen eingeladen, gemeinsam Fragen zu diskutieren, Neues kennenzulernen und sich über die digitale Arbeit auszutauschen. Angeboten wird das Barcamp Kirche Online von der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Lippischen Landeskirche und der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Teilnahme ist kostenlos und auch tageweise möglich. Weitere Infos und ein Anmeldeformular gibt es online.

 

 

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ekir.de / Jan Ehlert, Foto: Karin Poltoraczyk / 23.08.2017



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