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Kulturerbe Orgel und Orgelmusik Die Orgel besticht klanglich, musikalisch und handwerklich und gilt deshalb als Königin der Instrumente.

Entscheidung Ende 2017

Orgelbau und Orgelmusik als Unesco-Welterbe nominiert

Deutschland hat den Orgelbau und die Orgelmusik für die internationale Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vorgeschlagen. Deutschland habe die Nominierung bei der Unesco eingereicht, teilte die deutsche Unesco-Kommission in Bonn mit. 

Der zuständige zwischenstaatliche Ausschuss der UN-Kulturorganisation entscheidet den Angaben zufolge Ende 2017 über eine Aufnahme als immaterielles Kulturerbe. Der Orgelbau ist die zweite deutsche Nominierung für die Liste, im vergangenen Jahr wurde bereits die Genossenschaftsidee vorgeschlagen.

Das vor mehr als 2.000 Jahren in Ägypten erfundene Handwerk des Orgelbaus sei über Byzanz ins Frankenreich gekommen, wo es bis in die Gegenwart weiterentwickelt worden sei, erklärte die deutsche Unesco-Kommission. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge mit etwa 50.000 Instrumenten die größte Dichte an Orgeln sowie 400 Orgelbaubetriebe mit etwa 2.800 Mitarbeitenden und 3.500 haupt- und ehrenamtliche Orgelspielerinnen und-spielern.

"Jede Orgel ist ein Unikat"

Bundesweit werden den Angaben nach jährlich rund hundert Orgeln neu gebaut. "Jede Orgel ist ein Unikat, weil sie einzig für den architektonischen Raum erbaut wird, in dem sie erklingen soll", erklärte der Vizepräsident der deutschen Unesco-Kommission, Christoph Wulf. "Zahlreiche lokal- und regionalspezifische Orgelbaustile, vielfältige Kompositionen und Aufführungsformen sowie Ausbildungsmöglichkeiten an Hochschulen und kirchlichen Einrichtungen zeigen, wie lebendig die Kultur des Orgelbaus und der Orgelmusik hierzulande ist."

Seit 2003 fördert die Unesco den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt von Kulturformen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Mehr als 350 Bräuche, Künste und Techniken stehen bereits auf der weltweiten Liste, darunter der Tango aus Argentinien und Uruguay, die traditionelle chinesische Medizin sowie die italienische Geigenbaukunst.

Deutschland hat seit 2014 eine nationale Liste des immateriellen Kulturerbes, auf der unter anderem der rheinische Karneval, das Chorsingen, die Morsetelegrafie und die Flößerei verzeichnet sind.

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epd, Foto Anna Siggelkow / 31.03.2016



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