EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr
Making of... ostern.evangelisch.de

"Gott lässt seinen Sohn auferstehen, er gibt uns Hoffnung"

Am Anfang stand eine einfache Frage: eine oder zwei? Planen wir eine Multimediastory über Passion und eine zweite über Ostern? Oder verbinden und verdichten wir Passion und Ostern zu einer einzigen multimedialen Geschichte? 

Diese schlichte Frage führte uns mitten hinein in das Geschehen von Gründonnerstag mit dem letzten Abendmahl, über Verurteilung, Kreuzigung und Tod Jesu an Karfreitag sowie den Fund des leeren Grabes bis hin zur Botschaft von Jesu Auferstehung. Wir – das ist das rheinisch-westfälische Redaktionsteam, das nach weihnachten.evangelisch.de nun zum zweiten Mal gemeinsam mit Videos, Audios und Fotos allgemeinverständlich und attraktiv ein großes christliches Fest plastisch machen will. Kreuzigung, Leid, Tod und Gottesferne, und schließlich die Auferstehung – welche Geschichte ist da vor zweitausend Jahren passiert und inwiefern ist sie heute aktuell? 

Mehr über das Mehr über das "Church": www.church-essen.de

Planungsgespräch Aschermittwoch im „Church“ in Essen. Karfreitag ist doch keine schnelle Durchgangsstation zu Ostern, sagt einer. Dann müssten wir also zwei Beiträge planen und aufeinander folgend veröffentlichen. Wir überlegen weiter, wiegen die Köpfe: Wird eine Verlinkung ausreichen, damit die Menschen von der Passion dann auch zu Ostern weiterklicken? Es bleibt nicht beim Tod, das Leben ist stärker. Diese zentrale Osterbotschaft würde komplett untergehen, wenn wir User von einer zur anderen Multimediastory verlören. Tod und Auferstehung, Karfreitag und Ostern gehören zusammen – schließlich sind wir uns einig, diese biblischen Erzählungen in einer gemeinsamen Story zu verbinden.

Aber wie? Rein chronologisch, wie ein Geschichtsreferat? „Geschichtliche Belege für das, was sich an Ostern in Jerusalem ereignete, gibt es nicht“, stellte der Neutestamentler Prof. em. Klaus Haacker einmal in einem evangelisch.de-Beitrag fest. Wie ernst ist Jesu Auferstehung zu nehmen? Ist sie ein historisches Ereignis? Der Theologieprofessor schreibt: „Theologisch entscheidend ist die Wirkung des Geschehens auf die beteiligten Personen.“

Einer bringt die Geschichte von den Emmaus-Jüngern ins Spiel. Wenige Tage nach den dramatischen Ereignissen in Jerusalem sind die beiden Freunde zu Fuß auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Die Pointe: Als die beiden erkennen, dass der Mensch, den sie unterwegs treffen und mit dem sie diskutieren, Jesus ist, da ist dieser schon nicht mehr da. Was bleibt: seine Kraft gebende Wirkung. Und so erzählen wir nun von Emmaus her von Passion und Ostern, von der Wirkung auf die Beteiligten her. 

Fertig gedeckt: der Tisch fürs Osterfrühstück. Fertig gedeckt: der Tisch fürs Osterfrühstück.

Die fertige Multimediastory enthält auch Elemente, die einfach Freude machen zuzuschauen. Wir spulen schnell vor und decken fürs Osterfrühstück ein. Doch bevor unsere zwei Protagonisten Platz nehmen dürfen, erzählen sie in Videos von sich, von ihrem Verständnis von Kreuzigung, Tod und Auferstehung, außerdem erzählen aus ihrem Leben. Diese Statements verweben sich mit O-Tönen aus den Evangelien. So mischen sich diese merkwürdig sperrigen, aber auch von urmenschlichen Gefühlen geprägten biblischen Erzählungen mit den kurzen Statements von zwei jungen Menschen. 

Oliver Pell beim Dreh in der Bochumer Lutherkirche. Oliver Pell beim Dreh in der Bochumer Lutherkirche.

„Jesus stirbt für uns“, erklärt der 35-jährige Oliver Pell. Trotz schwerer chronischer Krankheit stellt er klar: „Gott hat mich nicht verlassen, Gott ist da.“ Für die 30-jährige Lehrerin Mirijam Hensel bedeutet die Kreuzigung: „Gott gibt seinen Sohn“, sie selbst könne nicht einmal ihren Hund hergeben. So sehr liebe Gott die Welt, dass er seinen eigenen Sohn gab. „Er bezahlt unsere moralischen Strafzettel.“

Ist Jesu Tod ein Sühnopfer? Nach dem Dreh in Bochum diskutieren wir untereinander wieder über die Fragen zu Jesu Kreuzestod, die vor ein paar Jahren schon einmal hochgekommen waren. Ein Theologe hatte damals die Sühnopfertheorie in Frage gestellt. Klar ist: Der Foltertod ist eine menschliche Untat, keine göttliche Verfügung. „Aus Leidenschaft für uns“ heißt der Titel einer Orientierungshilfe, die die Evangelische Kirche im Rheinland damals zur Kreuzestheologie vorgelegt hat. Der Titel fasst die theologische Idee zusammen: Gott ist in Jesus in den Tod gegangen, und das hat er aus Leidenschaft für uns Menschen getan. Schöner Effekt: Ein Videodreh mit Nachhall. 

Gott gibt uns Hoffnung: Mirijam Hensel. Gott gibt uns Hoffnung: Mirijam Hensel.

Die Auferstehung ist „Gottes größtes Geschenk nach der Schöpfung“, sagt Mirijam Hensel weiter und hat uns damit die Vorlage für den Titel der Multimediastory geschenkt. Und auch so beschreibt sie Ostern: „Gott lässt seinen Sohn auferstehen, er gibt uns Hoffnung.“ 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / Anna Neumann / 20.03.2015



© 2016, Evangelische Kirche im Rheinland – EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung